Über entstellte Zitate

Um seine Anhängerleins zu motivieren, kann man entweder gegen etwas sein, und manchmal auch für etwas, damit’s nicht immer ganz so negativ und hetzerisch klingt. Wie zum Beispiel:geerbt oder geliehen?

Frage am Rande: Von wem stammt das Zitat, und wie lautet es wirklich?

A) Chief Seattle, Suquamish

Wir haben die Erde von unseren Eltern nicht geerbt, sondern wir haben sie von unseren Kindern nur geliehen.
We do not inherit the world from our ancestors; we borrow it from our children.

B1) Alte Indianische Weisheit

Wir haben die Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt, wir haben sie von unseren Nachkommen geliehen.

B2) Altes indianisches Sprichwort presented by Wilhelm Busch

C) Gandhi

Wir haben diese Welt nicht etwa von unseren Vorfahren geerbt – wir haben sie von unseren Kinder geliehen

D) Ancient Proverb

Treat the earth well: it was not given to you by your parents,
it was loaned to you by your children.
We do not inherit the Earth from our Ancestors,
we borrow it from our Children.

E) Moss Cass

We have not inherited this earth from our parents to do with it what we will. We have borrowed it from our children

Telefonjoker?

Wie uns der liebenswerte Quote Investigator aufklärt, geht die älteste bekannte Bekundung des Zitats auf eine Rede des Herrn Cass vor der OECD im Jahre 1974 zurück, wo er wie folgt sprach:

We rich nations, for that is what we are, have an obligation not only to the poor nations, but to all the grandchildren of the world, rich and poor. We have not inherited this earth from our parents to do with it what we will. We have borrowed it from our children and we must be careful to use it in their interests as well as our own. Anyone who fails to recognise the basic validity of the proposition put in different ways by increasing numbers of writers, from Malthus to The Club of Rome, is either ignorant, a fool, or evil.

In weiterer Folge wurde dieser Satz zum bekannten Zitat

” … We have not inherited the land from our fathers, we have borrowed it from our children …”

das sich aber diversen Aneignungsversuchen in der Form

Earth => Land => Heimat

nicht widersetzen konnte. Und so schafft es das Zitat eines Mitte-linken Umweltministers auf das Wahlplakat „heimattreuer“ Waffenkasperln und auf die Facebook-Seite eines nichtsoganz mittelinken nichtsoganz Bürgermeisterbundeskanzlerpräsidenten.

(Nachtrag: die Freude ist nicht ganz ungeteilt, wie den Kommentaren zu entnehmen ist:)

Verantwortung für unsere Nachkommen? Die FPK in Kärnten mit der Ihr wieder vereint seit hat so viel scheisse gebaut das unsere Nachkommen noch lange dafür zahlen müssen! 

ja die fpö ist die sauberpartei!!! versorgungsposten schaffen damit ma ja eine ruh haben!!

Naja, aber ein echter Landesvater im Bundesrat kann schon was, oder? Wahrscheinlich will er ihn nun von innen heraus abschaffen:-)

Da hilft es auch nicht, wenn diverse Gesetzesinitiativen dem Wohlfühlslogan entgegen stehen:

Ein umstrittener FPÖ-Vorstoß wird von der ÖVP aufgegriffen: Kontaminierter Bodenaushub soll österreichweit unkontrolliert entsorgt werden; die Gifte gelangen dann in die Nahrungskette.

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Eine Antwort zu Über entstellte Zitate

  1. Pingback: Über adoptierte Zitate | Dominik Lagushkin

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