Über die Distanz und die Nähe

Als Rechter hat man’s nicht leicht: da ist man eh schon nicht antisemitisch (pfui!), und dann beschwert sich die linksextreme Gutmenschengesinnungsschickeria über’s Ausländerfeindliche und eine unterstellte Nähe zum NS-Gedankengut.

Da erklärt sich der Exil-Sudete mit Migrationshintergrund zum Neuen Juden, aber weniger aus Liebe zu den Religionsangehörigen, sondern weil er sich ähnlich verfolgt fühlt.

Da erklärt der werte Generalsekretär, man könne aus dem Anti-Islamisten keinen Antisemiten machen, und berücksichtigt den Kollateralschaden an den armen Rindviechern nicht, ob reinrassig und echt oder nicht.

Da braucht nur jemand einmal laut denken, und schon herrscht auf der Gegenseite hellste Aufregung. Die Gegenseite sind fast immer die „Gutmenschen“ oder die „Systemmedien“ (zuletzt 7.4.13).

Beide Begriffe sind allerdings nicht sonderlich unbelastet, haben doch beide Worte ihren bedeutungsassoziierenden Ursprung im Nationalsozialismus: siehe System, Gutmensch. Die Rechte(n) als Adressaten stehen somit eindeutig fest. Auch das rechts-deutsche Spaß-Wiki erläutert die Begriffe liebevoll: Systemmedien, Gutmensch.

Laut gesagt, was er vielleicht denkt, oder vielleicht auch nur so, oder vielleicht wird’s morgen auch wieder widerrufen, hat z.B. der Salzburger Oberbumsti das Wort Umvolkung, die es „in gewissen Bereichen geben soll“, und das auch seinerzeit schon dem Chef-Ideologen zu einer gewissen Bekanntheit verholfen hat.

Besagter Herr hat wohl das interne Memo nicht gelesen, wonach dieser Begriff gefälligst umschrieben werden soll, wie z.B. mit dem schönen Wort „Bevölkerungsaustausch“:

Bevölkerungsaustausch

 

Hätte er sich nur daran gehalten: Nun ist die Eigenvolkminimierung wieder in aller Munde, und wer weiß, ob sich das rechts-außen Image während des Wahlkampfs gut macht.

Auch die Nachricht von der Ulrichsberggemeinschaft und ihrer Retro-Glorifizierung könnte das eh schon stürmische Wasserglas trüben.

Oder dass sich der Parteichef endlich entscheiden sollte, ob er den Stürmer nun kennt oder nicht, und wenn ja/nein, seit wann.

Oder die anderen, die nicht so im Scheinwerferlicht stehen, trotzdem aber die Nähe zum einen wie zum anderen nicht so ganz verleugnen können oder wollen.

Die nächste Distanzierungsaussage wird wohl nicht lange auf sich warten lassen…

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6 Antworten zu Über die Distanz und die Nähe

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