Über die Osmanisierung

Im ersten Quartal des heurigen Jahres waren bereits fast 15 Prozent der Ausländer, die in Österreich eingebürgert wurden, Türken. Auf Platz zwei liegen mit rund 14 Prozent die Bosniaken.

musste der so genannte „Wiens FPÖ-Klubchef und stellvertretender Bundesparteiobmann“ am Mittwoch, den 15.5.2013, um 15:45 aussenden lassen.

Und weiter

Er verweist auf den Umstand, dass die Anzahl der Einbürgerungen in der Hauptstadt seit dem Jahr 2007 um 460 Prozent angestiegen ist.

Das klingt schockierend, und es sollte uns genauso empören wie ihn. Wenn es denn stimmen sollte. Behaupten kann ja jeder gleich was, und wenn er noch was drauf legt, bringt’s auch der OTS.

Interessanterweise postete er am selben Tag um 12:59

Einbürgerungen im ersten Quartal 2013 leicht rückläufig

Einbürgerungen im ersten Quartal 2013 leicht rückläufig

Wie kann aus einer Rückläufigkeit im letzten Quartal eine Steigerung in den letzten 6 Jahren werden? Und warum hat sich vor diesem Quartal niemand beschwert, dass die Steigerung 460% + 11,6% war (die Geheimnisse der Prozentrechnung werden jetzt aber nicht erörtert)?

Wir wissen es nicht, und müssen daher ein vorübergehendes Aufmerksamkeitsdefizit annehmen. Oder mutmaßen, dass der erwähnte Anstieg garnicht stattgefunden hat.

So lässt die Antwort auf die kühne Behauptung nicht lange warten (17:11)

„Ihre falschen Zahlen grenzen schon an Paranoia, Hr. Kollege! Die Anzahl der Einbürgerungen ist seit Jahren rückläufig und entspricht in Summe nicht einmal einem Prozent der zugewanderten Menschen“, zeigt sich Schicker befremdet über die heutige Aussendung

„Tatsache ist auch, dass ein viel größerer Anteil an eingebürgerten Personen aus Drittstaaten, wie dem ehemaligen Jugoslawien und Serbien erfolgt ist – aber das interessiert Sie selbstverständlich nicht“, ärgert sich Schicker.

Auch andernorts wurde schon am Tag zuvor die frohe Kunde verbreitet, aber es kann ja nicht jeder jeden Tag Zeitung lesen, um sich zu informieren. Wo doch eh alle wissen, dass in den Redaktionsstuben nur gelogen wird.

Also fragen wir bei der Statistik Austria nach, die müssen’s ja wissen, und in deren Bericht über die Einbürgerungen im Jahr 2012 findet sich die wunderschöne Graphik

Einbürgerungen 2000 bis 2012 (c) Statistik Austria

Einbürgerungen 2000 bis 2012 (c) Statistik Austria

Mit freiem Auge lässt sich überprüfen, dass die Aussage über die behauptete Steigerung von 460% nicht auf Basis der Daten der Statistik Austria erfolgt sein kann.

Jetzt mag man einwenden, das eine ist Bund, das andere ist die Hauptstadt. Also fragen wir die Stadt Wien fern-elektronisch, und siehe da

Einbürgerungen in Wien 2002 bis 2011 (c) Statistik Austria, MA 23

Einbürgerungen in Wien 2002 bis 2011 (c) Statistik Austria, MA 23

Auch in publizierter Textform lassen sich beim besten Willen keine 460% herauslesen.

Auf Nachfrage meint die Statistik:

Im Jahr 2007 gab es in Wien 5.200 Einbürgerungen, im Jahr 2012 gab es 2.491.

Ich kann die Argumentation der OTS nicht nachvollziehen, schließlich sind die Einbürgerungszahlen im Bundesland Wien zwischen den beiden Vergleichszeitpunkten um 52 Prozent zurückgegangen.

Und warum werden einige Fakten gar nicht erst erwähnt? Nämlich, dass über 50% aufgrund eines Rechtsanspruchs eingebürgert wurden? Oder wer auf Platz 3 lag:

Etwa zwei Fünftel (43,3%) der eingebürgerten Personen stammte aus der Türkei (244), Bosnien-Herzegowina (239) oder Serbien (236).

Warum werden die Serben durch Nichtnennung bevorzugt? Zahllose mögliche Antworten stehen zur Auswahl.

Schluss mit dieser Politik gegen die autochthone Bevölkerung!

Die von den Roten geplante Ethnomorphose muss um jeden Preis verhindert werden.

Jawoll, auch die autochthone Bevölkerung will eingebürgert werden. Und über das andere Lieblingswort reden wir auch noch.

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2 Antworten zu Über die Osmanisierung

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