Über das Schießen mit Waffen

Vor einer Woche riss uns das werte OTS aus unseren Märchenträumen von einer besseren Welt, als man dort schlagzeilte

FPÖ betreibt Stimmenfang mit Schießen und Waffen!

Was war passiert?

Gerade in Zeiten, wo selbst in den USA nach zahlreichen Tragödien über strengere Waffengesetze nachgedacht wird, sendet die FPÖ ein katastrophales Signal aus. Per Flugblatt lädt Gemeinderat Wolfgang Irschik, früher als Leibwächter von FPÖ-Obmann Strache bekannt, im Namen der Freiheitlichen Bezirksgruppe Floridsdorf zur ‚Schießveranstaltung‘ mit der Pistole Glock 17 ein. Das Flugblatt ist nicht nur mit dem Wappen der Stadt Wien versehen, sondern auch mit einem Bild der Glock 17 geschmückt. Dabei haben Waffen und Schießen in unserer politischen Kultur absolut nichts verloren! Irschiks Vergleich von Waffengebrauch mit ‚Dartwerfen‘ ist eine letztklassige Verharmlosung, die für sich selbst spricht.

Das Corpus delicti wird sogleich elektronisch erfasst und fernelektronisch festgehalten und andernorts kommentiert

Einladung zur Schießveranstaltung

Einladung zur Schießveranstaltung

Zackbumm, das geht so nicht, rauschet der Blätterwald, was sofortige Konsequenzen hat:

Auch im fernen Graz sollen sich ähnliche Zustände zugetragen haben: Blaue Ballerei mit Pistole als Preis

Pate stehen laut Einladung der steirische Landesparteichef und Landesrat Gerhard Kurzmann, der FPÖ-Parlamentarier Josef Riemer sowie der aus Jugendtagen einschlägig vorgebildete Bundesobmann Heinz-Christian Strache. Als Hauptpreis darf der treffsichere Schützenkönig eine Glock-Pistole mit nach Hause nehmen.

Die Aufregung ist irgendwie verständlich: Warum soll das Bundesheer, das ja zu unserer Verteidigung installiert wurde, wenn es nicht gerade schneeschaufelt, eine parteinahe Schießveranstaltung beherbergen? Wer will schon vor aufmagazinierten Wutbürgern seine Wahlkampfreden halten?

Nichts anderes als mangelnde Einsicht kann wohl als Grund angenommen werden, dass unreflektiert von Kindergartenseite zurückgeschossen (hihi) wird:

SPÖ betreibt Stimmenfang mit Schießen und Waffen!

Sogar das Ausrufezeichen wurde kopiert! Grund der Empörung:

Per Flugblatt lud die SPÖ im Heimatbezirk von Landesparteisekretär Deutsch im Jänner zum „Kinderfasching“ ein, wo es laut Augenzeugenberichten zu unfassbaren Szenen kam. Als Cowboys, Indianer, Ritter oder Piraten verkleidete Kinder hantierten unter den Augen offenbar völlig gleichgültiger SPÖ-Funktionäre mit Holz- bzw. Plastikwaffen und imitierten dabei dem Vernehmen nach auch noch Schussgeräusche bzw. Waffengeklirre.

Möglicherweise war die Aussendung auf irgendeine Art und Weise lustig gemeint. Der Mann hat immerhin einen Ruf zu verlieren, und muss sich um seine Fans kümmern!

Berichte über ungezwungene Lachorgien sind zwar nicht übermittelt. Möglicherweise wird unser Humorempfinden dadurch getrübt, dass wir uns den Aussendungswahnwitz auf eine oder andere Weise eh selbst bezahlen. Insofern dürfen wir also bitteschön auf ein höheres Niveau bei den abgelieferten Witzchens bitten!

Besagter Leidernein-Veranstalter ist übrigens in Zeitungsarchiven wohl bekannt, soll er doch dereinst einen Polizisten beschimpft haben und vom Landtag ausgeliefert worden sein.

Solchen Leuten drückt man gerne eine Schusswaffe in die Hand! Nein, man lässt sie auch noch andere zum Schießtreffen einladen.

Spiel mit Schieß-Handbuch (c) Gebrüder Moped

Spiel mit Schieß-Handbuch (c) Gebrüder Moped

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2 Antworten zu Über das Schießen mit Waffen

  1. Pingback: Über das Schießen mit Waffen und mit Worten | Dominik Lagushkin

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