Über Wahlergebnisse und ihre Konsequenzen

So sind denn die Wahlen geschlagen und es geht ans Verteilen der Beute. Aber wer soll nun was bekommen, wofür zuständig sein, und wie wird das alles fair und gerecht?

Lasst uns auf die Balken und die Tortenecken blicken und erstaunen:

Landtagswahl Salzburg 2013: Stimmen (c) wikipedia

Landtagswahl Salzburg 2013: Stimmen (c) wikipedia

Landtagswahl Salzburg 2013: Mandate (c) wikipedia

Landtagswahl Salzburg 2013: Mandate (c) wikipedia

Die rot-schwarze Koalition hat in Summe 23,1 Prozentpunkte verloren. Damit ist die Partei der Nichtrotschwarzwähler an Stimmen stärker als jede der Oppositionsparteien.

Das hält natürlich die Wenigerverlierer nicht davon ab, sofort den Anspruch auf den Landeshauptmann zu stellen. Und es dürfte wohl erstmalig in der jüngeren Geschichte sein, dass man einen Verlust von 20% ungestraft und ohne Konsequenz als „erreichtes Wahlziel“ deklarieren kann. Da wollen wir uns mit den Gratulationen auch nicht zurückhalten.

Und schon geht’s SchlagaufSchlag, und alle möglichen Szenarien werden in die Schlacht um die Wählergunstausbeute geworfen:

  • die Roten wollen mit den Grünen,
  • die Schwarzen wollen mit den Grünen,
    (aber bitte nicht mit dem jeweils anderen, man respektiere doch den Wählerwillen, und der sei eindeutig)
  • die Grünen sollen doch selbst den LH (bzw die LF) machen

und es metzelt sich so ungebremst drauflos. Und nachdem es in Österreich Tradition hat, dass eine Regierung gefälligst eine unüberstimmbare Stimmenmehrheit hat, und das „freie Spiel der Kräfte“ sich gefälligst schleichen gehen darf, braucht man ein Helferlein, und das ist höchst umstritten.

Und siehe da, kaum fällt das Wort „Verhandlungen“, eifert sichs schon um so lieber. Wie kann man nur, ja geht denn das, wosisndolos?

Sehen wir uns die möglichen Varianten und die beliebtesten Gegenargumente an:

  • Schwarz-Grün: „grüne Steigbügelhalter der schwarzen Steuergeldspekulanten“
  • Grün-Rot: „grüne Steigbügelhalter der roten Steuergeldspekulanten“
  • Schwarz-Rot: „wenn eh alles beim Alten bleibt, wozu dann noch Grün wählen?“
  • One of the above +TS: „und dann auch noch mit den gekauften Milliardärsmarionetten, das geht wohl garnicht“

Die beleidigten Reaktionen bleiben nicht aus, wie uns dieser aufgewärmte Topfen illustriert

Grün Gelb Schwarz (c) SJNÖ

Grün Gelb Schwarz (c) SJNÖ

Wir verweisen – anlässlich aktueller Ereignisse in Salzburg – auf unser altes Sujet zu den Grünen: Statt das Angebot der SPÖ anzunehmen und selbst die Landeshauptfrau zu stellen, ziehen die Grünen lieber gemeinsam mit dem Team Stronach und der ÖVP in die Landesregierung.

raunzt die SJNÖ, deren Mutterpartei in Niederösterreich mit den Schwarzen koaliert, und die Gelegenheit gleich nutzt, den Proporz NICHT abzuschaffen. Es warat wegen dem Miteinander und so.

Immerhin sahen sich die Roten durch die Ankündigung des Verhandlungsbeginns gezwungen, ihren Koalitionsköder ein wenig aufzufetten. Wer entsagt auch schon gerne freiwillig der Macht?

Wir werden also weiter abwarten müssen, und uns des Spruchs mit dem Essen und dem Kochen und der Hitze besinnen. Immerhin zieht man sich ja auch dazwischen um, oder legt zumindest die Schürze ab.

In der Zwischenzeit werden grüne Erfolge reflektiert, über unanständige Vorgänge erzählt, und darüber nachgedacht, welche Einstellung zu den Gewerkschaften jetzt die Richtige ist, und wo sie gilt.

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