Über wissenschaftliche Studien

Weil irgendwie noch immer kein vernünftiger Mensch glauben kann, dass der kommende Nationalratswahlkampf sagenumwobene krankheitsübertragende Zuzügler als Hauptthema haben soll, muss sich der Mann mit den vielen Kosenamen

Die tausend Namen des Bumsti S. (c) Blutgruppe. Und wo bleibt das Che?

Die tausend Namen des Bumsti S. (c) Blutgruppe.
Und wo bleibt das Che?

nun laufend in Interviews rechtfertigen, z.B. im Standard

Die FPÖ würde darin lediglich „schonungslos Realitäten und Wahrheiten“ aufzeigen. Auch etwa jene über angeblich durch Zuwanderer eingeschleppte Krankheiten, wobei man lediglich einen Schweizer Autor zitiert habe.

in der Kleinen Zeitung

Kein Verständnis brachte Strache für den nach Bekanntwerden der Passagen aufgekommenen Wirbel auf. Die Passagen stammten aus dem bereits 2011 erschienenen Handbuch, das nun überarbeitet wird. Die FPÖ würde darin lediglich „schonungslos Realitäten und Wahrheiten“ aufzeigen. Auch etwa jene über angeblich durch Zuwanderer eingeschleppte Krankheiten, wobei man lediglich einen Schweizer Autor zitiert habe.

in Österreich

Zuwanderer schleppen Krankheiten ein

Zuwanderer schleppen Krankheiten ein

auf Facebook

"Zitat aus wissenschaftlicher Studie"

„Zitat aus wissenschaftlicher Studie“

oder auf Ö1, und natürlich sind einige mit den Fragestellungen so garnicht zufrieden, wurde doch eben nicht richtig gefragt:

Und erwähnt man einen Passus aus einem FPÖ-Handbuch, in dem eine angebliche Studie zitiert wird, der zufolge Ausländer gefährliche Krankheiten einschleppen, rennt man Strache dann nicht ins offene Messer, wenn man seiner Behauptung, die Studie sei seriös und seine Aufgabe sei es eben, die Wahrheit zu sagen, nichts zu erwidern hat?

Dass das Interesse am veralteten Handbuch aus 2011 in den letzten Wochen so rasant gestiegen ist, hat sich der ewige Bundesbürgermeisterkanzlerpräsidentenherausforderer übrigens selbst zu verdanken: Den ganzen Mai hindurch forderte er in mehreren Postings seine Anhängerschaft auf, sich das wertvolle Dokument herunterzuladen, wie z.B. am 21.5.2013

Unter http://www.fpoe.at findet ihr unser über 300 Seiten starkes „Freiheitliches Handbuch“, wo ihr alle inhaltlichen Themen, FPÖ-Positionen und Forderungen von A (wie Arbeitsmarkt) bis Z (Zuwanderung) nachlesen könnt und auch die freiheitliche Themenbreite und konkrete Lösungskompentenz vorfindet!

nur um nach Erreichung eines größeren Bekanntheitsgrades die Schuld „den Medien“ zuzuschieben

Irgendwie ist es ja schon fast wieder lustig, dass wir Freiheitliche in unserem umfangreichen „Handbuch freiheitlicher Politik“ (über 300 Seiten) nicht einmal mehr wissenschaftliche Studien zitieren dürfen. Obwohl unser Handbuch schon bei unserem Bundesparteitag 2011 präsentiert und an die anwesenden Medienvertreter verteilt wurde (und seit damals auch online abrufbar ist), wurde es anscheinend erst jetzt von den Journalisten gelesen.

Offensichtlich gibt es bei all unseren Vorschlägen und Forderungen kein Fünkchen Kritik. Die Textpassage die jetzt plötzlich angegriffen wird ist nämlich ein Zitat aus einer Schweizer Studie, die sich auf einen Bericht des Wirtschaftsausschusses des britischen Oberhauses bezieht.

Übersetzung: Wir schreiben Handbücher, wie wir lustig sind, und keine Sau liest sie, *heul*schluchz*. Und wenn sie jemand liest, dann sind wir wieder die Deppen.

Wir haben also mehrere Dinge zu analysieren, um der Aussage über die mutmaßlich masseninfizierten Migranten auf den Grund zu gehen:

  1. das Zitat im Handbuch
  2. die „Studie“, die einmal „wissenschaftlich“ und einmal nur „Schweizer“ attribuiert wird
  3. deren Quelle aus dem parlamentarischen Bericht
  4. den Autor, der manchmal auch „Schweizer“ oder „Soziologe“ genannt wird, aber nur im Handbuch mit Namen erwähnt wird

Das Zitat im Handbuch

Folgendes Zitat findet sich im „Handbuch freiheitlicher Politik“ (2011) (PDF) auf Seite 37

„Die Kosten der Einwanderung” von Mag. Jan Mahnert, Schweizer Soziologe, erschienen bei „Genius“:
Beginnen wir mit Großbritannien: In einer im April 2008 veröffentlichten Studie [1] kommt der Wirtschaftsausschuss des Oberhauses zum Schluss, dass die Arbeitsmigration der letzten 10 Jahre dem Land unter dem Strich kaum etwas gebracht hat; der Wirtschaftsausschuss geht des Weiteren davon aus, dass sich auch künftig kaum etwas daran ändern wird. Dieser Befund steht im krassen Widerspruch zur Behauptung der britischen Regierung, ausländische Arbeiter tragen jährlich in Höhe von 6 Milliarden Pfund zum Reichtum der Nation bei. Der Wirtschaftsausschuss stellte fest: Die Gesamtwirtschaft mag gewachsen sein, das Bruttoinlandsprodukt per Einwohner ist aber nicht gestiegen. Die Bilanz der britischen Einwanderungspolitik verschlechtert sich noch unter Berücksichtigung folgender Fakten: Die Möglichkeit des Rückgriffs auf billige ausländische Arbeitskräfte schwächt den Innovationswillen der Arbeitgeber; die rasche Zunahme der Gesamtbevölkerung lässt neben dem Druck auf die Umwelt auch die Immobilienpreise unverhältnismäßig steigen; Kriminalität, Rassenkonflikte, Gesundheitstourismus und die Einfuhr von Krankheiten wie Tuberkulose haben zugenommen. Aufgrund dieser Befunde empfiehlt der Wirtschaftsausschuss der Regierung, dringend ihre Einwanderungspolitik zu überdenken.

Es ginge noch weiter mit einer Referenz auf eine französische Quelle, aber wir konzentrieren uns einmal auf die englische, denn die wird ja in den Interviews immer wieder wiederholt.

Die Studie

Die Studie „Die Kosten der Einwanderung“ von Jan Mahnert ist zur Gänze auf der Website von Genius nachzulesen, und wurde dort am 10.1.2011 zuletzt „bearbeitet“. „Mag. Jan Mahnert ist Soziologe und lebt in der Schweiz.“ wird im Abschluss noch erläutert.

Ohne dass wir die Qualität von soziologischen Studien beurteilen könnten, liest sich der Aufsatz eher wie ein Kommentar, der sich auf 4 Word-Seiten mehr als gemütlich ausgeht (Calibri 11 Punkt).

Eine Studie, so behauptet Wikipedia doch glatt, sei nämlich, „als wissenschaftliche Untersuchung“, sowasda:

  • Fallstudie, Untersuchung in der empirischen/qualitativen Sozialforschung
  • Feldstudie oder Freilandstudie, systematische wissenschaftliche Beobachtung unter natürlichen Bedingungen im Biotop
  • Laborstudie, wissenschaftliche Untersuchung unter genau kontrollierten Bedingungen in einem speziell für die Studie entwickeltes Milieu
  • Multimoment-Studie, Untersuchung, die als Stichprobenverfahren statistisch abgesicherte Aussagen über die zeitliche Struktur beliebiger Vorgänge zulässt

und, kaum erwartet und doch hoch enttäuschend, finden sich in dem Artikelchen weder Untersuchungen oder Beobachtungen, sondern eher Zusammenfassungen von Sekundärliteratur, von der nur 2 Quellen ordentlich zitiert sind. Alle anderen angeführten Zahlen und Daten und Fakten können genausogut frei erfunden sein, sie werden ohne Quellenangabe auf die Seite geschleudert.

Der Eindruck überwiegt, dass es sich beim Artikel um eine Replik auf einen Kommentar einer Frau Kessler beim Tagesanzeiger handelt, der heute nicht mehr online auffindbar ist.

Diese Leidernein-Studie findet sich übrigens auch auf dem Blog Deutschland Wahrheit und Luege kopiert, das von sich behauptet

Ich will auch nicht missionieren, sondern nur mitteilen, was in den „normalen“ Medien nicht zu erfahren ist, oder lächerlich gemacht wird.

Vieles, wenn nicht sogar das Meiste, hat mit der ´Neuen Weltordnung` (NWO) zu tun um die Menschheit zu kontrollieren und zu versklaven……

was von Kommentatoren wie folgt kommentiert wird

Wenn man schon deutschtümelt, dann doch bitte korrekt. und dass der Schmierfink weder links- noch rechtslastig ist, widerlegt schon der adressenname der homepage

Auch die verlinkung zu anderen rechtsextremen seiten, sowie die EINSEITIEGE auswahl der THEMEN? spricht bände; vom selbst erdachtem Inhalt (geschwafel) ganz zu schweigen.

Hetzer, Verunglimpfer, Verleumder, Meckerer, Nörgler, Antisemi(e)ten, Besserwisser trifft ja wohl voll und ganz auf diese seite zu! wer ist denn der betreiber?

Und wer oder was ist nun Genius?

Willkommen Ihr Freunde des freien Wortes!

Wir sind eine Gruppe völlig unabhängiger Menschen mit freiheitlicher Grundausrichtung.

Und weiter

Die GENIUS-GESELLSCHAFT versteht sich als Plattform für die geistige Auseinandersetzung mit Zeitfragen aus freiheitlicher Sicht.

Wir sehen die Existenz der europäischen Nationen durch weltumspannende Entwicklungen bedroht.

In bewusster Wahrnehmung unserer nationalen Wurzeln wollen wir zum Entstehen eines europäischen Wir-Bewusstseins beitragen.

Und weiter

Die GENIUS-GESELLSCHAFT wurde 1997 von namhaften, angesehenen Persönlichkeiten aus freiheitlichen Kreisen gegründet.

Beim Vorsitzenden und seinem Stellvertreter handelt es sich um Personen mit einem recht innigen Naheverhältnis zu FPÖ und Burschenschaften. Dazu nehmen wir noch eine unterstellte christliche Prägung, und sehen, dass man sich dort eventuell mit der postulierten „freiheitlichen Sicht unabhängig von Parteien und Konfessionen“ möglicherweise doch etwas schwerer tun könnte.

Die Quelle

Die Quelle hört auf den imposanten Namen

HOUSE OF LORDS
Select Committee on Economic Affairs
1st Report of Session 2007–08
The Economic Impact of Immigration

und besteht aus dem Bericht (Volume I: Report, 84 Seiten) und seine Belege (Volume II: Evidence, 518 Seiten). Das Kapitel „Gesundheit“ findet sich ab Seite 43 in den Punkten 145 bis 148 und überrascht mit einigen Formulierungen:

145. The British Medical Association, Royal College of Nursing and UK Home Care association were unable to provide any data on migrants’ use and associated costs of health care services. Dr Borman of the BMA said that collating data on the demand for and costs of health services created by migrants “would pose considerable difficulty”. This is partly because within the hospital sector “no-one will be specifically collecting that information for patients who are clearly entitled to healthcare”, such as EEA citizens (Q 309). Professor Coleman said that the NHS does not collect information about the country of birth of the people who use its service (p 168). The UK Home Care Association noted that the Director General of Social Care of the Department for Health had recently described the social care sector as a “data desert” (Q 310).

146. In the absence of hard data, both Liam Byrne MP and the LGA argued that the impact of recent immigration on costs in the health service is limited because new immigrants have tended to be young and therefore relatively healthy (Q 522, p 260). The Scottish Executive and the LGA referred to reports of increased use of maternity services and that recent immigrants had sometimes used accident and emergency services at hospitals where a GP would have been more appropriate (pp 502–503, p 260).

147. As a result of the very limited evidence on the impacts of immigration on health, education and other public services, the Government has recently set up the Migration Impacts Forum. It aims to “help build the evidence base for the effects which migration is having on communities and public services throughout the United Kingdom and on how these challenges can best be met”. Liam Byrne MP told us that the Forum had reported some increase in GPs’ caseloads in two regions, “quite limited” inappropriate use of A&E services at hospitals (when a GP would have sufficed) and an increase in the number of pupils who needed help with English as a second language (Q 522). However, the costs involved do not appear to have been quantified.

Zusammenfassung: Wir haben garkeine Daten, und können deshalb nix sagen. Aber vielleicht erheben wir ja einmal welche.

Der einzige Punkt aus dem Bericht, der irgendwie die „Studie“ untermauern könnte (wir erinnern uns, das Zitat enthielt nicht einmal eine Seitenangabe!), und aus dem behaupteten positiven Effekt aus Immigration eine behauptete negative Belastung macht, findet sich auf Seite 41 in Punkt 130:

130. MigrationWatch claimed these figures are flawed, mainly because the health care, education and other public service costs of children born to one immigrant and one UK-born parent were all allocated to the UK-born population (p 361). MigrationWatch argued these costs should be split equally between immigrants and the UK-born population. Making this adjustment but keeping the rest of the Government methodology intact, MigrationWatch calculated the migrant population had a net fiscal cost of £100 million in 1999–2000 compared to the £2.5 billion surplus figure in the Home Office study. It also means, according to MigrationWatch, that immigrants made a smaller net contribution per head than the UK-born in 1999–2000, and a “similar contribution” to the UK-born in 2003–04. The Government has conceded that MigrationWatch’s method “would substantially bias the calculation against migrants” but dismissed it as unacceptable: “Children born in the UK are UK citizens and it is inconsistent to view them as ‘part migrant’ before the age of 16, but UK nationals after that age” (p 317). However, if this argument is valid, the Government is itself inconsistent in not applying this approach to children born in the UK to two immigrant parents. Like MigrationWatch, the Government attributes to the immigrant population the cost of public services provided to such children.

Zusammenfassung: Mischlinge haben zur Hälfte als Immigranten zu gelten, selbst wenn sie im (dortigen) Inland geboren wurden (klingt doch logisch!). Die Argumentation der britischen Regierung, dass die Wirklichkeit irgendwie wirklichkeitsnah betrachtet werden sollte, wurde in der „Studie“ leider nicht erwähnt.

Und wer ist jetzt MigrationWatch?

MigrationWatch UK is an immigration and asylum think-tank, which describes itself as independent and non-political, but which has been characterised by some commentators and academics as a right-wing pressure group.

Sir Andrew is a regular commentator on immigration and asylum matters in the British media. He is frequently quoted or interviewed and writes numerous articles for the major daily newspapers including right-of-centre newspapers

A website launched in February 2011 with the aim of allowing users to identify so-called churnalism revealed the extent to which newspapers such as the Daily Mirror, Daily Mail, Daily Express and The Times copy and paste from MigrationWatch press releases in articles on migration.

In October 2011, Andrew Green started a petition on the UK government’s e-petitions website, calling on the government „to take all necessary steps to get immigration down to a level that will stabilise our population as close to the present level as possible and, certainly, well below 70 million“.

Damit erschließt sich uns auch, wieso bei uns die Minuszuwanderung kürzlich so populär wurde.

Wenden wir uns dem Teil 2, der Evidence, zu, und suchen wir dort nach tuberculosis. Wir finden das Wort auf Seite 168 unter Punkt 28 des „Memorandum by Professor David Coleman, Oxford University“, das auf Seite 159 mit den Worten beginnt:

This note acknowledges that expanded immigration has brought short term benefits to some sections of the economy and society, notably to immigrants and to their employers. But it suggests that overall the effects of the new policy are counterproductive and damaging to the national interest, especially in the long term.

Punkt 28 listet dann auch schön die Anzahl der Erkrankungen von Immigranten und Minderheiten an Tuberkulose und HIV als deutlich über der von Einheimischgeborenen (ohne Rücksicht auf die Herkunft der Eltern) liegend. Das ist übrigens auch das einzige Vorkommnis des Wortes.

Und wer ist nun Herr Coleman? Überraschung:

He is also an advisor to Migration Watch UK which he helped to found, and is a member of the Galton Institute, formerly known as the Eugenics Society.[2]

Der Autor

Der Autor ist ein weitgehend Unbekannter, der sich entweder keine Homepage leisten kann, oder nicht gefunden werden will.

In einem Artikel vom Mai 2008 im Schweizer Demokrat, die gleich auf Seite 1 mit „Stopp den Masseneinbürgerungen“ titelt, nennt er sich bescheiden „auteur indépendant“.

Er hat auch 1 Buch geschrieben, das, reiner Zufall, von Genius-Gesellschaft für freiheitliches Denken verlegt wurde. Sonst schreibt er „seit 1999 auch für die in Wien erscheinende Zeitschrift Genius-Lesestücke“. Die Homepage der „EU-kritischen Zeitschrift L’Esprit Européen“ sollte man sich wirklich nur dann ansehen, wenn man schon 1995 im Internet unterwegs war.

Ein längerer Artikel zu dem Namen Jan Mahnert ist unter dem Titel Rechtsextremismus in der Schweiz 2012 der Website „Chronologie – Chronologie Rassistischer Vorfälle in der Schweiz“ zu finden:

Jan Mahnert ist ein Autor, der bis anhin unbekannt blieb, obwohl er seit Jahren in rechtsextremen und Rechtsaussenpublikationen veröffentlichte. So publizierte er in der PNOS-Parteizeitschrift 19 , im „Schweizer Demokraten“ 20 und in den Schriften der österreichischen Genius – Gesellschaft für freiheitliches Denken. 1999 gehörte er zu den Mitbegründern der französischsprachigen Zeitschrift Esprit européen 21 .

Ende 2011 veröffentlichte er das Buch „Demokratie und Homokratismus“. Er wendet sich – unter anderem mit Berufung auf Alain de Benoist, Exponent der französischen Nouvelle Droite – gegen die Forderung der Menschenrechte, wonach allen Menschen „ungeachtet ihrer Herkunft, Sprache, Religion, Rassen, sexuellen Ausrichtun gleiche Rechte zu gewähren seien“ 22 . Er fordert eine Unterscheidung zwischen In- und Ausländern; die Einschränkungen ergäben sich „aus der dreifachen Notwendigkeit, eine Bevölkerungszuwanderung zu verhindern, eine Umkehr der Migrationsströme zu bewirken und den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Einfluss der geduldeten Ausländer so gering wie möglich zu halten.“ 23 Wie Verfechter eines biologistischen Rassismus schreibt Mahnert von einer „biokulturellen Zusammensetzung der Völker“, die durch Einwanderung und Vermischung gefährdet seien 24 . Er schliesst: „Seit Jahrzehnten führen die einwanderungsfreundlichen politisch-medialen Eliten einen ´geistigen Bürgerkrieg´ gegen die eigenen Völker“. 25

Ein Detail am Rande: Mahnert, geboren 1973, Sohn deutschsprachiger Eltern, aufgewachsen in der Westschweiz, beruft sich auf seinen Grossvater Klaus Mahnert, der „ein in Österreich hoch angesehener Politiker des freiheitlichen Lagers“ 26 gewesen sei. „Dieses geistige familiäre Erbe“ und sein zweisprachiges Aufwachsen in der Westschweiz hätten „sein Interesse für Politik“ stimuliert. Geistiges Erbe? Der Grossvater war bis 1945 Nationalsozialist, Mitglied der SS und auch Gauinspektor für Tirol und Vorarlberg, später gehörte er zu den Mitbegründern der österreichischen FPÖ.

19. Jan Mahnert, Die missbrauchten Sportgötter. Sport als Instrument zur Forcierung der Multikulti-Gesellschaft, Harus!, 3/2012, Seite 10f.
20. Jan Mahnert, Abschied von Multikulti. Vertrauen, Altruismus und Fürsorge in multikulturellen Gesellschaften. Schweizer Demokrat, 7/8/2007, Seite 6f. Mahnert wird dort als „parteiunabhängiger Autor“ vorgestellt.
21. Siehe http://www.esprit-europeen.fr/qui_sommes_nous.html, eingesehen am 20. Januar 2013.
22. Jan Mahnert, Demokratie und Homokratismus. Wie die Gleichheitsideologie der Menschenrechte die Demokratie und die Völker bedroht, Wien 2011, S. 36.
23. a.a.O., S. 67.
24. a.a.O., S. 67.
25. a.a.O., S. 165.
26. a.a.O., S. 173

Immerhin hat es der Großvater zu Wikipedia-Ehren gebracht.

Klaus Mahnert (* 27. März 1913 in Marburg an der Drau; † 31. Januar 2005 in Innsbruck) war österreichischer Gauinspektor für Tirol und Vorarlberg in Österreich in der Zeit des Nationalsozialismus, Gemeinderat von Innsbruck und Abgeordneter der FPÖ zum österreichischen Nationalrat.

ebenso wie PNOS, die ausgeschrieben nicht mehr ganz so unschuldig Partei National Orientierter Schweizer heißt

Die Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) ist eine rechtsextreme, nationalistische Schweizer Partei.

Das Parteiprogramm basiert auf nationalistisch-völkisch-rechtsextremem Gedankengut. Die PNOS selbst nennt ihre politische Ausrichtung «eidgenössisch-sozialistisch».

Die PNOS wurde im Jahr 2001 vom Schweizer Bundesamt für Polizei als rechtsextreme Organisation eingestuft.

und die Schweizer Demokraten hatten wir oben schon

Die SD sind eine nationalistische und konservative Partei mit starken isolationistischen Tendenzen. Seit ihrer Gründung unter dem Namen Nationale Aktion gegen Überfremdung von Volk und Heimat steht der Kampf gegen „Überfremdung“ und gegen „Übervölkerung des Lebensraums Schweiz“ – so die aktuelle Formulierung – im Zentrum des programmatischen Angebots der Partei.

Nach Ansicht der SD verändert „die grosse Zahl nicht assimilierbarer Asylanten und Ausländer aus exotischen Ländern“ den „Volkscharakter“ der Schweizer Bevölkerung, weswegen die Masseneinwanderung gestoppt werden müsse.

Zusammenfassung

Das so genannte „Handbuch freiheitlicher Politik“ begründet seine Haltung zur Minuszuwanderung in einem Aufsatz, den ein rechts-nationaler Schweizer und Enkel eines österreichischen Nationalsozialisten in einem „freiheitlichen“ Verlag, der unter FPÖ-naher Führung steht, und der aus dem 600-seitigen Bericht des britischen Oberhauses lediglich eine einzige  Stellungnahme, nämlich die eines englischen Mannes, der als Berater für eine einwanderungsfeindliche Organisation tätig ist, zitiert.

Wenn Herr Vilimsky also „vorschlägt“

Herr Rauch möge seine Beschwerden also an das britische Oberhaus richten.

dann ist ihm die Genesis des Handbuchs wohl nicht weiter geläufig. Das DÖW hat auch noch ein wenig Senf zu dieser Aussage.

Ein Trost bleibt uns noch, nämlich dass uns und IHM diese Zukunft erspart bleibt:

Zuwanderung birgt die Gefahr von Krankheiten (c) Blutgruppe

Zuwanderung birgt die Gefahr von Krankheiten (c) Blutgruppe

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3 Antworten zu Über wissenschaftliche Studien

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