Über die Geister der Vergangenheit

Hach, es wäre so schön gewesen: keine blöden Reime mehr, keine Gehässigkeiten mehr, und dann kurz darauf die Ernüchterung: es wird doch kein „Positiv-Wahlkampf„.

Nicht nur, weil „positive“ Themen wohl kaum die Wähler hinter dem Ofen hervorlocken würden. Nein, auch die diversen Optimierungs- und Verbesserungsmaßnahmen im Sinne der Familie sind noch nicht von der werten Basis verdaut worden.

Doch während die einen noch am Bekanntwerden der neu postulierten Werte kiefeln,  besinnen sich andere der ewigen Werte, wie sie früher einmal wichtig waren

Fpö Sozialstaatspaket

Fpö Sozialstaatspaket

und einige Unterunterorganisationen der beherbergenden Partei, die bereits früher mit unterhaltsamen, weil weltfremden, Geschichten aufgefallen sind, stehen auch in diesem Falle nicht an, die Frohbotschaft zu teilen:

FPÖ Heidenreichstein "FÜR DAS EIGEN VOLK"

FPÖ Heidenreichstein „FÜR DAS EIGEN VOLK“

(wir übersehen einmal a) Tippfehler b) mangelnde Deutschkenntnisse)

FPÖ Lichtenwörth

FPÖ Lichtenwörth

Eine kurze Suche nach den Stichwörtern führt auf ein Diskussionsforum und verortet die „Forderungen“ in das Jahr 2006.

Dann ist’s nurnoch ein kleiner Sprung zum

Wahlprogramm der
Freiheitlichen Partei Österreichs FPÖ
Nationalratswahl 2006

das sich auf der Titelseite des PDFs wesentlich imposanter präsentiert als es hier mit dem kümmerlichen Font jemals möglich sein könnte.

Die darin enthaltenen Forderungen (wir sprechen hier nicht von Lösungsansätzen, denn die fehlen weit und breit) haben’s auch ziemlich in sich:

Ausländer

• Einwanderungsstopp.
• Dass Österreich kein Einwanderungsland ist, muss in der Bundesverfassung festgeschrieben werden.
• Es ist ein eigenes Staatssekretariat einzurichten, das sich mit der Rückführung von
Ausländern befasst.
• Es ist ein Verwaltungs-Straftatbestand der „Anpassungsverweigerung“ zu schaffen.

Gut, wir schreiben also in die Verfassung, dass die Wirklichkeit sich gefälligst schleichen gehen kann. Und zur Feststellung der „Anpassungsverweigerung“ wird sich schon der eine oder andere Anhänger freiwillig finden.

• Eingebürgerten Straftätern ist die Österreichische Staatsbürgerschaft abzuerkennen.
• Politische Agitation ist in jedem Fall an die Staatsbürgerschaft gebunden, der Zuwiderhandlende verliert die Aufenthaltsgenehmigung.

Die Fixierung scheint stark auf den Punkten „Ausländer“ und „Einbürgerungen“ zu liegen. Leider kann von den Herrschaften nicht genau definiert werden, was genau einen Ausländer darstellt, bös, gut, brav, angepasst, integriert. Oft fallen auch noch Kinder von Ausländern darunter, und das 5. Buch Mose nimmt das Nachfahrengebot noch viel strenger, als es heute im Rechtsstaat üblich ist

Es soll auch kein Hurenkind in die Gemeinde des HERRN kommen, auch nach dem zehnten Glied, sondern soll allewege nicht in die Gemeinde des HERRN kommen.

Gefährlich könnte es für die Kruzifixkämpfer dann werden, würden diese Maßstäbe auf sie selbst angewendet werden.

Immerhin, aus dem „Die FPÖ fordert“ ist heutzutage ein „Ich werde“ geworden.

Und irgendjemand mit zu viel Tagesfreizeit kann sich ja gern an die Analyse machen, welche der „Forderungen“ tatsächlich erhoben und als Antrag im Nationalrat eingebracht wurden, sowie deren Behandlung und Ausgang.

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2 Antworten zu Über die Geister der Vergangenheit

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