Über die Demo-Touristen

Wie nennt man Personen, die sich für Anliegen einsetzen, und sogar in wildfremde Länder reisen, um dort ihrem Anliegenseinsatz nachzugehen?

Die kurze Antwort lautet: das kommt drauf an.

Die lange Antwort besteht einmal aus vielen Unterantwortmöglichkeiten

  1. Radau-Demonstranten aus Deutschland
  2. aus Deutschland importierten linken Anarchisten
  3. linke Berufsdemonstranten aus dem Ausland
  4. Organisatoren [, die] über Leichen gehen
  5. Demo-Touristen
  6. Demo-Touristen
  7. Demo-Touristen
  8. deutsche Berufsdemonstranten
  9. deutsche Berufsdemonstranten
  10. deutsche Berufs-Anarchisten und Berufs-Demonstranten
  11. aus Deutschland importiertes Rahmenpersonal aus Berufsprotestierern und Berufsrandalierern
  12. Demotouristen 
  13. gewaltbereite Berufsdemonstranten
  14. Demotouristen
  15. linke Demo-Schickeria
  16. alles zusammen

… wenn die Personen auf der falschen Seite stehen.

Sind die Demonstranten aber zufälligerweise auf der „richtigen“ Seite, und sind sie noch dazu identisch mit den Pressetextaussendern, dann lautet die korrekte Formulierung natürlich

eine beeindruckende bürgerliche und konservative Manifestation

und freundlicherweise gibt’s hier auch noch ein paar Andenken an die Manifestation

Bürgerliche Manifestation

Bürgerliche Manifestation

Seltsam nur, dass ein FPÖ-EU-Delegationsleiter und EU-Abgeordneter und ein freiheitlicher Europasprecher und Nationalratsabgeordneter als Demo-Touristen auf eine Demonstration (im Ausland!) fahren, von der die Zeitungen berichten

FPÖ-Politiker bei Krawall-Demo in Paris

„Gemeinsam mit Freunden von der Front National“ wie etwa Marine Le Pen marschierten Mölzer und Hübner „an der Spitze der Großdemonstration“, hieß es in einer Aussendung

Während die Demonstration großteils friedlich verlief, lieferten sich hunderte Randalierer nach Ende des Demonstrationszugs nahe des Pariser Invalidendoms heftige Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Die Randalierer bewarfen Polizisten und Journalisten mit Flaschen, Steinen und Rauchbomben, die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein.

Dieselbe Frau Le Pen übrigens, die dem homophoben Selbstmörder ihren „Respekt bekundete„, was auch immer das bedeuten mag – ihm wird’s da schon ziemlich egal gewesen sein.

FPÖ-Politiker protestierten in Paris gegen Homo-Ehe

Die Polizei von Paris überwachte die Kundgebung mit einem Großaufgebot, dennoch kam es zu Krawallen. Mindestens hundert Menschen wurden festgenommen.

An den Kundgebungen beteiligten sich auch Politiker der konservativen Oppositionspartei UMP und der rechtsextremen Partei Front National.

Neue Proteste gegen Homo-Ehe geplant

Die konservative Opposition und die katholische Kirche protestierten massiv gegen das Vorhaben, bei zum Teil gewaltsamen Großdemonstrationen gingen Zehntausende Menschen auf die Straße.

Demonstration gegen Homo-Ehe schlägt in Gewalt um

Innenminister Manuel Valls sagte, die Demonstration sei „aus dem Ruder gelaufen“. Die Veranstalter seien „überfordert“ gewesen, weil „extremistische Gruppen“ an den Protesten teilnahmen. Mehrere Dutzend Demonstranten seien in Gewahrsam genommen worden.

In der Tat, sehr beeindruckend!

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Eine Antwort zu Über die Demo-Touristen

  1. Pingback: Über die Wahrnehmungs- und Erinnerungslücken | Dominik Lagushkin

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