Über widerlegte Behauptungen

Im August 2010 wurde der Bundesbürgermeisterpräsidentenkanzlerkandidat der Herzen (ein Titel, den schon ein anderer Kanzlerimitator angenommen hat, der aber schon anderen (Personen, nicht Imitatoren) davor zugeschrieben wurde) gefragt:

Stellen wir uns vor, Herr Strache, Sie sind tatsächlich Wiener Bürgermeister. Folgendes Szenario: Die Moschee in Floridsdorf brennt, weil Minarettgegner sie angezündet haben. Ihre Reaktion?

(Zu diesem Zeitpunkt galt ein Herr Scheuch übrigens noch als „unbescholtener Bürger“, wie aus dem Interview hervorgeht, auch wenn sich dieser Umstand zwischenzeitlich geändert hat)

Egal, die Antwort lautete damals abwinkend

Solche Absurditäten kommentiere ich nicht. Das wird nie vorkommen, weil so etwas präventiv verhindert werden muss. Wäre ich Bürgermeister, gäbe es keine solchen Bauten mehr ohne Miteinbeziehung der Bürger.

Jetzt wissen wir natürlich nicht genau, was die „Absurdität“ darstellt: Dass es nie vorkommen wird, dass der Mann Bürgermeister wird, „weil so etwas präventiv verhindert werden muss“, oder eben, dass Minarettgegner eine Moschee anzünden.

Im letzten Satz wird übrigens impliziert, dass wenn die Mehrheit der Bürger nichts gegen eine Moschee hätte, auch garantiert kein Depp auf die Idee käme, zufällig irgendwo ein Streichholz vergessen.

Aber wie es so ist, wenn man lang genug sät, dürfen andere irgendwann ernten, und so kam es am 19.6.’13 zu einem Zwischenfall:

Wiedermal wurde am Montag, 17. Juni 2013, gegen Mittag, ein Brand an einer Moschee gelegt. Diesmal hat es die Bangladeschische Moscheegemeinde in Wien im 20. Bezirk getroffen. Unbekannte haben in der Moschee die Vorhänge im Gebetsraum in Brand gesetzt.
Glücklicherweise hat ein Hausbewohner das Feuer bemerkt und die Feuerwehr benachrichtigt, sodass der Brand rechtzeitig unter Kontrolle gebracht werden konnte.

Einige Medien berichteten:

In der Nähe der Brandherde waren weder Stromleitungen noch elektrische Geräte. Spürhunde der Polizei schlugen nicht an, weshalb man davon ausgeht, dass zwar Brandstiftung vorliegt, aber keine Brandbeschleuniger verwendet wurden.

Der Vorfall war übrigens nicht der erste und einzige: Schon im Januar ’11 wurde auf eine Moschee in Kufstein ein Brandanschlag verübt, die dem Zeitungsbericht zufolge von rechtsextremen Dummebubenstreichen begleitet gewesen sein sollen.

An anderer Front sicherte sich eine gewisse Frau Kashofer im Juli ’12 ihre fiftin minits of fame mit der zitierten Aussage

Sie [die Frauenhäuser] wur­den gegrün­det mit dem Auf­trag, Frauen vor Gewalt in der Ehe zu schüt­zen. Mitt­lerweile sind Frau­en­häu­ser an der nach­hal­ti­gen Zerstörung von Ehen und Part­ner­schaf­ten maß­geb­lich betei­ligt!

womit begründet wird, warum man das Amstettener Frauenhaus leider nicht mit dem imposanten Betrag von €16.000 fördern kann (nachzulesen im undatierten „Freiheitlichen Gemeindekurier“ 2012). In einer früheren Ausgabe besagten Kuriers wird sogar von der Familienzerstörungsindustrie gesprochen, die in Form von „Frauenorganisationen, Anwälten und Politikern“ an der Auflösung „unserer“ Familien werke. (Gleich darunter findet sich übrigens eine Einladung zum Weihnachtsmarktstandl.)

Der Sager wurde übrigens vielerorts in die Welt hinausposaunt:

Solch ein massives Echo kann einen natürlich nur bestärken, weshalb auch im Mai ’13 wieder die „Zuwendung“ verweigert wurde, genauso wie wir es von einer sozialen Heimatpartei erwarten würden:

Das gesamte Bud­get für Zuwen­dun­gen an soziale Ver­eine macht in die­sem Jahr € 32.825.- aus.
Doch die Hälfte davon, also € 16.000.-, gehen wie­der an Frau­en­be­ra­tung und Frau­en­haus! Hier haben alle vier frei­heit­li­chen Gemein­de­räte mit gutem Grund die Zustim­mung verweigert!

Auch beim „absurdesten“ Sager tritt leider irgendwann der schlimmste Fall ein:

Eine 34 Jahre alte Frau ist Donnerstagfrüh in Wien-Simmering mitten auf der Straße erstochen worden, als sie sich mit ihrem zwei Jahre alten Sohn auf dem Weg von einem Frauenhaus zu einer Behörde befand.

Der Beschuldigte ist für die Polizei kein Unbekannter. Gegen den Mann lagen mehrere Anzeigen wegen Gewalt gegen seine Frau vor.

Nicht ein Frauenhaus zerstört eine Ehe, sondern Gewalt. Aber den Populisten ist 1€ pro Einwohner und Jahr wohl viel mehr Wert.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter FPÖ, Strache veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eigenen Gedanken verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s