Über die Naheverhältnisse

Auf Facebook soll es 50 Millionen Pages geben, und täglich werden gefühlt mehrere Millionen weitere angelegt. Diese werden durchschnittlich mit 36 Posts pro Monat befüllt (Quelle).

Nun darf ein wacher Verstand gerne zweifeln, dass es entsprechend viel Neuigkeiten zu verteilen gibt, und Durchschnitt ist Durchschnitt, d.h. die einen tun mehr, die anderen weniger, nämlich sharen, liken, inviten. Und so ist es kein Wunder, dass ein Gutteil der Facebook-„Inhalte“ aus Kopipaste besteht.

Und wenn die einzelnen Pages oder Gruppen sich dann auch inhaltlich nahestehen oder überlappen, dann tut man sich halt gegenseitig die Inhalte „teilen“, einmal der, einmal der, und aus der potentiellen Vielfalt wird der Große Teileinheitsbrei.

Und weil alle immer zum selben Zeitpunkt dieselbe Idee haben, gibt es neben der inhaltlichen auch noch die zeitliche Nähe, zu der die diversen Ergüsse in die Welt gesetzt werden.

Und dann sind wir immer sowas von überrascht, wenn 2 „blaue“ Seiten völlig unabhängig von einander beinahe gleichzeitig für eine dritte „blaue“ Seite um Likes betteln, selbst wenn Facebook das garnicht so richtig mag.

"Bitte noch ein paar "gefällt mir""

„Bitte noch ein paar „gefällt mir““

"Bitte noch ein paar "gefällt mir""

„Bitte noch ein paar „gefällt mir““

Leider schreiben sie nicht dazu, weshalb man sie den bitteschön liken soll. Wahrscheinlich gehts nur um die Anzahl.

Nun ist in den schönen neuen Soschälmidia-Zeiten das Online-Dickicht noch undurchschaubarer geworden, und die Welt so kompliziert. Es gibt:

  • Partei-eigene Seiten
  • Partei-nahe Seiten
  • Fanseiten und -gruppen, die natürlich gaarnichts mit irgendwelchen Parteien zu tun haben, selbst wenn sich dort zig Funktionäre betätigen
  • und zahlreichste Blogs abseits der FB-Glitzerwelt, die über alternative Realitäten berichten

und das schöne ist: die „Inhalte“ wandern grenzüberschreitend, obwohl doch alle für Grenzkontrollen sind.

Hierselbst wurde schon über einen solchen Teilungsvorfall berichtet, und auch HoH widmete sich dieser Frage schon einige Male, wie zB in den Artikeln

Ein wenig irritiert sind wir dann aber doch, wenn so eine Fanseite ein Bildlein „teilt“

share3

und wir auf der Herkunftsseite „Abwehr dem linken Terror“ mit der Selbstbeschreibung

Info
🙂 Versuchen Vieles auf „spaßige“ Weise und mit „Satire“ rüber
zu bringen.
Beschreibung
Versuchen uns in „satirischer und spassiger“ Form mit politischen und gesellschaftspolitischen Themen auseinderzusetzen !!!

(was jetzt auch nicht gerade „respektvoll“ meiner Sprache gegenüber ist)

nach einigem Scrollen auf ein Bild stoßen, das am 21.1.’14 gepostet wurde

"Woran man ein marxistisches System erkennt"

„Woran man ein marxistisches System erkennt“

das tagsdrauf, am 22.1.’14, beim Bundeskasperl der Volksfestherzen erneut gepostet wurde

share5Immerhin, die Response war dort größer, und die Kommentare waren „origineller“. Und respektvoller. Und der Smilie war auch anders 😉

Zufälle gibt’s, das ist schon unglaublich.

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Facebook, FPÖ veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Über die Naheverhältnisse

  1. Pingback: Über den Vorteil aller | Dominik Lagushkin

Eigenen Gedanken verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s