Über die Waffennarren

Der Volksfestherzenskanzler versüßt uns wieder einmal den Abend mit einem seiner kreativen Plakatfotos:

"So soll es sein"

„So soll es sein“

Das Foto, das ihn und seine Doppelspitzenhälfte als schwarz-rosa Karikatur zeigt, hielt sich aber nicht lange, und wir befürchteten schon, den kürzestlebigen blauen Eintrag in der Geschichte der dings…, na eben seit „Medien, mit elektrischem Strom betrieben werden„.

"geänderte Inhalte bei Medien, die mit Strom betrieben werden" (c) gerichtlich anerkannte Islamkritikerin

„geänderte Inhalte bei Medien, die mit Strom betrieben werden“ (c) gerichtlich anerkannte Islamkritikerin

(Wir werden gerade von der Postingabsenz aus der Ära der Cyberhacker-Affäre abgelenkt, aber vielleicht verwenden wir nur den falschen Strom. Egal)

Ein Gefühlt er Erleichterung durchflutete uns, als das Posting erneut erschien:

"Legaler Waffenbesitz blabla"

„Legaler Waffenbesitz blabla“

Diesmal wurde der Kontrastregler nicht so weit raufgedreht, dafür scheinen die Waffengrinser ein wenig farblos. Und aus der Tradion wurde die Tradition. Das Bekenntnis zur deutschen Sprache kennt eben keine Grenze – nur Verspätungen.

Nun könnte man einfach einen Blick auf die Gesetzeslage werfen,

und feststellen, OK, legaler Waffenbesitz ist möglich (wenn auch nicht alle Bürger alle Waffen besitzen dürfen, was bei näherer Betrachtung aber auch nicht Schade ist), und das Thema wäre abgehakt.

Oder aber man liest im blauen Soschäl Midia Kontrollzentrum gerne den Postillon, der erst vor kurzem titelte:

Studie: Vorgehaltene Handfeuerwaffe erhöht Kompromissbereitschaft signifikant 

und dachte sich, Ha, so einen Spaß können wir auch machen.

Wobei, so ein großer Spaß ist das garnicht. Nein, im Ernst, das steht alles im „Handbuch freiheitlicher Politik

7.1.12) Vernünftiges Waffenrecht

Ein Waffengesetz soll nur so streng wie nötig und muss so liberal wie möglich sein. Mit einem strengeren Waffengesetz kann man keine Kriminalität bekämpfen. Im Gegenteil: Ein strenges Waffengesetz bekämpft nämlich die Opfer und nicht die Täter. Die FPÖ spricht sich daher gegen eine Verschärfung des Waffenrechts aus. Besonders gefährdeten Personengruppen wie Ärzten, Richtern, Trafikanten und Taxifahrern muss
ein vereinfachter Zugang zum Waffenpass ermöglicht werden.

Der FPÖ geht es darum, das Waffenrecht aus der Behördenwillkür herauszulösen. Es gibt eine völlig unterschiedliche Behördenpraxis quer durch Österreich, ob Sportschützen das Recht haben, eine dritte oder auch vierte Waffe für Sportzwecke besitzen zu dürfen.

Inwieweit diese Forderungen umgesetzt werden konnten, ist uns gerade nicht präsent.

Interessanterweise wurde die österreichische Gesetzeslage im Jahr 2012 aber aufgrund der EU-Waffenrichtlinie novelliert, wie uns ein Mann in einem Gastbeitrag auf unzensuriert unter dem Titel „Entwaffnung der anständigen Bürger“ erläutert.

Schon alleine dieser Zusammenhang rechtfertigt den nächsten Aufreger

FPÖ für mehr oder weniger als 75%, aber auf keinen Fall gleich viel.

FPÖ für mehr oder weniger als 75%, aber auf keinen Fall gleich viel.

Und weil uns das Geschriebene und Kommentierte so sehr fasziniert, müssen wir gleich weiterlesen, wo der Generalsekretär der Interessensgemeinschaft Liberales Waffenrecht in Österreich (IWÖ) und Betreiber des Blogs Querschüsse weiterschreibt.

Auf den Querschüssen finden sich freundlicherweise Werbeeinschaltungen zu unzensuriert, damit man weiß, wer mit wem, und natürlich auch zur NRA. (Ja genau, das sind die, die die Schuld an Waffentoten den Waffen zuschieben, und die Massaker in Schulen (ok, der Link ist alt. wie wärs mit einem Waffenopfer von heute?) und Kindergärten dadurch verhindern wollen, dass alle Lehrer bewaffnet sein sollen.)

Komisch, auf einmal ist keine Rede mehr von Sportschützen und Ärzten. Wo soll das enden?

Man darf angesichts dieser massiven, gleichzeitigen Angriffe auf das Recht zum legalen Waffenbesitz eine konzertierte Aktion von Politikern vor allem der Grünen, der Linken und der SPD sowie einschlägiger Medien und Pressure Groups als sicher annehmen. Doch bewegt sich auch etwas bei den Legalwaffenbesitzern.

tippselt da ein „Jagdwaffennetzwerk„, und illustriert den Sportschützenbedarf mit dem Bildlein

Gun-Rights

Wieder andere pixeln uns

kein-krimineller-sml

ins Browserfenster, um für die Ärztebewaffnung zu werben. Interessiert folgen wir den blu-News auf Facebook, wo man anscheinend sehr begeistert von der AfD ist, und weniger begeistert von allem anderen.

Und jetzt raten wir noch kurz, wer noch aller die AfD liket

hc likes afd

hc likes afd

So viele Zufälle, und alle immer rechts.

Vielleicht will man auch nur die Entscheidung erleichtern, man möge die diversen blauen Erfolgsstadtwachen mit Waffen ausrüsten.

Oooder vielleicht will man die vergeigten Schießveranstaltungen aus dem letzten Wahlkampf rechtfertigen?

Wir wissen’s nicht. Jedenfalls, wie in jüngerer Zeit schon öfter beobachtet, wird versucht, ein aktuelles Thema politisch ein wenig aufzuköcheln (zuletzt: Ö3-Shitstorm):

Drei junge Männer in Wien angeschossen

diesmal eben „Pro Waffe“ statt „Gegen Ausländer“, wie eigentlich aufgrund der einschlägigen Forenkommentare zu erwarten wäre.

Und wie beurteilen die betroffenen „Jäger, Tradi(ti)ons- und Sportschützen“ das Anliegen?

"Unser Waffen für unsere Leute, und gegen die Regierung"

„Unser Waffen für unsere Leute, und gegen die Regierung“

Auf solche Reaktionen kann man wahrlich stolz sein.

Zum Abschluss sei noch auf die mittlerweile beeindruckende Linksammlung zu Waffenmissbrauchsartikeln der werten BG HC- verwiesen

BumBumBumsti

BumBumBumsti

und auf die allwissende Müllhalde:

und schätzen wir uns doch glücklich, dass ein Feuerwaffenvorfall hierzulande tagelang in den Nachrichten präsent ist (weil so außergewöhnlich), und nicht ein täglich wechselndes Nachrichtenschnippsel zwischen den Werbeblöcken.

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