Über die Achtjährigen

Wir haben es ja nicht so mit dem Volksrockenroller, aber möglicherweise singt er wie ein Achtjähriger, musiziert wie ein Achtjähriger, fährt Auto wie ein Achtjähriger, und seine Steuererklärung sieht auch aus, als hätte sie ein Achtjähriger ausgefüllt.

Anders ist seine Rechtfertigung zur breit kritisierten Intonation der Bundeshymne nicht zu erklären:

"Ich singe wie ein Achtjähriger"

„Ich singe wie ein Achtjähriger“

Wer kann schon sagen, an welche Lehrinhalte aus dem Sachkundeunterricht sich der gute Mann mit dem autochthonen Nachnamen noch so erinnert?

Kalkulierter Eklat, oder einfach nur dreiste Verarschung?

Die Frauen wird der allerhöchste Respekt umso mehr überzeugen, als sie sich die Wertschätzung mit den Männern allgemein positiv teilen dürfen. Da ham sie nämlich was davon.

Auf den bläulichen Soschälmidia-Seiten ist man ganz aus dem Häuschen, dass endlich einmal ein normalsterblicher Mann die Errungenschaften einer Frau öffentlich ignoriert. Das gefällt u.a. den Anhängern von Strache und Gudenus. Und auch vielen Anhängerinnen, wenn wir schon beim Thema sind.

"Alles was beim Pinkeln in die Hocke geht, ist zum vergessen!!!"

„Alles was beim Pinkeln in die Hocke geht, ist zum vergessen!!!“

Dabei war die Hinzunahme der Töchter der Nation ein Anliegen der ehemaligen Ministerin für Irgendwas, noch ehemaligere Tamiflu- und Grippeschutzmasken-Großeinkäuferin, und andauernde Ehefrau eines mutmaßlichen Grippeschutzmasken-Vermittlers, das sie der Altherrenpartei nächtens im Parlament unterjubeln wollte, woraufhin sich besagte Altherren bis Sitzungsende ums Wort drängten, ganz so, wie man eben Wertschätzung und allerhöchsten Respekt Frauen, aber auch Männern, gegenüber ausdrückt.

Diese wollte Freitagabend, beim letzten Plenum vor der Sommerpause, in ihrer Abschiedsrede aus dem Nationalrat einen gemeinsamen Gesetzesantrag der ÖVP-Frauen und deren Kolleginnen von SPÖ und Grünen auf Änderung des Textes der Bundeshymne vortragen. Dazu kam sie aber nicht, weil der ÖVP-Klub einen männlichen Mandatar nach dem anderen zum Rednerpult schickte und Endlosreden halten ließ, womit keine Redezeit mehr für Rauch-Kallat übrig blieb.

Letztendlich obsiegte man aber, und die österreichischen Töchter fanden sich endlich in der österreichischen Hymne.

Das ist immerhin schon 3 Jahre her. Man hätte also Zeit gehabt, sich daran zu gewöhnen. Oder Texte umzulernen. Aber eine geplante Provokation bringt halt immer noch die Zielgruppe zum Aufbrausen, selbst wenn’s um nix geht.

Bestes Zeichen dafür ist die jüngst gegründete Facebook-Seite Volksbegehren für die Originalversion der Bundeshymne, die aktuell 3400 Fans hat, weil ja sonst nichts wichtigeres im Leben passiert, wie übrigens eh auch schon im Zeitungsartikel steht. Also dort Zustimmung, es gäbe dringenderes, und da Zustimmung, es müsse wieder das Original her. Hihi

Wobei, auch jetzt ist nicht alles rosig, denn, wie die Beste Partei Österreichs im Stellungskrieg zwischen Zustimmung und Zustimmung aufgedeckt hat: Das Original ist garnicht das Original!

Es gibt kein Original!

Es gibt kein Original!

Na wie? Wir haben noch nie das Original gesungen? Und über das Original gab’s auch keine Volksabstimmung?

Ein Shitstorm muss her! Ein Shitstorm, der alle Shitstorms in den Schatten stellt, u.a. auch die für und gegen die alte und die neue Hymne!

BundeshymnenBullshitBingo

BundeshymnenBullshitBingo

Na jedenfalls, man war hier wie dort empört, und die Grünen Frauen Wien sahen sich zu einem offenen Brief veranlasst

"Ignoranz der Bundeshymne"

„Ignoranz der Bundeshymne“

über den sich auch der Adressat sehr gefreut hat. Dabei versteckt er sich hinter dem anonymen Argument eines mutmaßlichen Fans

wenn man “große Söhne” singt, meint man sowohl Frauen als auch Männer des Landes … und die Grünen sind beraten sich mit wichtigeren Themen zu befassen, als einen Sänger wegen einen Auftritt zu verfolgen!

das uns 2 Dinge lehrt: Frauen sind auch Söhne, und Fälle werden im Deutschen abgeschafft werden.

Wie auch jegliche Rechtschreibnorm.

Denn nicht nur der Brief der Grünen Frauen strotzt voller Rechtschreibfehler, wie der als Partei organisierte A.G.-Fanclub hinzuweisen wagte

"Linksschreibung", hihihi

„Linksschreibung“, hihihi

 

sondern auch die Kommentare auf dem Volksrockenroller-Blog und auf den Sprachschützerparteiseiten.

Wer selbst täglich daneben haut, freut sich eben, wenn andere auch einmal ihre Unkenntnis rauslassen.

"ni'x ver`steh´n"

„ni’x ver`steh´n“

 

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Eine Antwort zu Über die Achtjährigen

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