Über das Löschen und Blockieren

Das Internetz ist ja so super, denn endlich haben alle die Möglichkeit, alles zu schreiben, und alle können endlich mitlesen, was alle anderen zu sagen haben.

Und Facebook ist noch viel superer, weil – siehe oben. 😀

Trotzdem kann es dann schon einmal vorkommen, dass ein Seitenadministrator garnicht haben will, dass alle alles schreiben können, vor allem nicht auf den vom Seitenadministrator administrierten Seiten, und dann muss einmal ermahnt werden

"Sinnlose, hetzende oder zur Gewalt aufrufende Kommentare werden sofort gelöscht!"

„Sinnlose, hetzende oder zur Gewalt aufrufende Kommentare werden sofort gelöscht!“

Gut, sagen wir uns, endlich jemand, der ein wenig auf seine Seite aufpasst. Aber ist die Selbstverständlichkeit denn hierzuseit so unselbstverständlich? Und sind nach dem freundlichen Hinweis nun beanstandenswerte Postings und Kommentare entfernt?

Moment, kurz nachschaun…

ja minarette.1

ja minarette.2

ja minarette.3

Dass die Postings und Kommentare noch da sind, oder da waren, soll uns wohl nur zeigen, dass sie nicht als „Sinnlos, hetzend oder zur Gewalt aufrufend“ eingestuft werden. Sonst wären sie ja schon gelöscht worden. Eh kloa!

Aaaaaaber dann weist der eine oder andere Besucher der Seite darauf hin, dass es um die Einhaltung der selbst auferlegten Regeln nicht zum Besten steht. Und was passiert? Wird nachträglich gelöscht und nachgebessert?

Mal schaun:

Sinnlose,_hetzende_oder_zur_Gewalt_aufrufende..._-_JA!!_zu_Österreich_ohne_Minarette!!!

Na gut, aha, sagen wir uns, das kommt jetzt nicht soo überraschend, nach selbst Erlebtem auf einer Seite, die Freiheit und Wählbarkeit versprach, aber nur Blockade erbrachte.

Nur so nebenbei erwähnt, wurde auf einer anderen Seite, die üüüberhaupt nix mit der genannten oder mit irgendeiner anderen etwas zu tun hat, ziemlich zeitnah ziemlich genau derselbe Text gepostet. Die Reaktionen waren aber eher… zurückhaltend

linksextrem sinnlos

Vielleicht ist der Zielgruppe auch nichts nichtsinnloses oder nichthetzendes oder nichtgewaltaufrufendes eingefallen. Wer weiß das schon?

Wenn die Amateure mit ihren Spielzeugseiten schon so uneinsichtig umgehen, dann befragen wir doch mal die Profis. Die sollten ja wissen, wie man mit wertvollen Hinweisen auf fragwürdige Kommentare auf ihren Seiten umgeht. Und sich dann vielleicht auch noch bedanken.

Also sehen wir uns mal kurz beim Wohnbeihilfenkürzer und Härtefallglätter um, wie der seine Seite sauber hält:

"Provokationen, Beleidigungen und Gewaltaufrufe etc. werden nicht geduldet" Vorher-Nachher

„Provokationen, Beleidigungen und Gewaltaufrufe etc. werden nicht geduldet“
Vorher-Nachher

Diese Art des elektronischen Memory Holes kann man natürlich auch ad absurdum führen, indem man unvorsichtig blockiert und löscht, worauf man zuvor noch geantwortet hat.

Besonders schön illustriert das die Spaßseite Österreich Revolution:

ör zensur

Also, wie auch immer man es anstellt, es gibt immer jemanden, der unzufrieden ist.

Mal wird zu wenig „moderiert“, da wird dann mit „Admin auf Urlaub“ oder dem klassischen „durchgerutscht“ argumentiert.

Und dann wird wieder zu viel „moderiert“, und leider das falsche weggeschnitten.

Gutes Personal ist eben schwer zu bekommen.

In der Zwischenzeit halten wir es mit der dokumentierten Durchhalteparole eines „Pressereferenten“:

 „Zensur ist auch schwierig – und die Seite lebt von den Kommentaren.“

Na dann, Prost Mahlzeit.

 

 

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