Über die Obdachlosenlobby

Am 3.10.’14 gab der RFJ Donaustadt vor, ein Herz für Obdachlose zu zeigen

"Unsere Leute müssen unter der Brücke schlafen und für Flüchtlinge wird die ehemalige Zollwachschule geöffnet."

„Unsere Leute müssen unter der Brücke schlafen und für Flüchtlinge wird die ehemalige Zollwachschule geöffnet.“

Wobei, der Zusatztext ist schon ein wenig verräterisch

Irgendwann muss dieser Irrsinn aufhören!!!
Unsere Leute müssen unter der Brücke schlafen und für Flüchtlinge wird die ehemalige Zollwachschule geöffnet.
Stoppen wir diesen Wahnsinn vom derzeitigen Wiener Bürgermeister bei der Wien Wahl 2015!!!
GEMEINSAM KÖNNEN WIR ES SCHAFFEN!!!
2015 wollen wir einen Bürgermeister HC in Wien
Packen wir es an!!!

und wir schöpfen den Verdacht, es ginge ihnen garnicht um die Obdachlosen, sondern darum, einen neuen Aspekt in die never-ending story der Asylwerberbeherbergung einzuflechten, nachdem jüngst der besteste Bäpäoh der Nation des Landes live im Fernsehen behauptet hat, die bisher höchstwahrscheinlich asylgrundlos untergebrachten Asylwerber würden den nun tatsächlich, wohl mutmaßlich, asylberechtigten Flüchtlingen den Asylplatz wegnehmen.

Aber der Morbus Kurzzeitgedächtnis ist leider weit verbreitet, und geradezu Grundvoraussetzung für den Erfolg manch kruder Idee, und nicht umsonst stammt der Satz

Die Rache der Journalisten an den Politikern ist das Archiv.

von einem Mann, der wohl Zugang zu mehreren Langzeitgedächtnissen hatte.

Also begeben wir uns zum staatlichen Schriftsatzaussendungsarchiv und suchen dort nach Meldungen zum Thema Obdachlose, mit einer blassblauen Schrift getextet (ui, gleich mehrfach doppeldeutig, das war so nicht geplant – müssen wir uns für später merken).

Und da steht dann:

17.9.’14

Das Gebiet um die U6 Station Josefstädter Straße entwickelt sich immer mehr zu einem Eldorado für Drogensüchtige und dubiose Gestalten, so der Klubobmann der FPÖ-Ottakring, Mag. Georg Heinreichsberger. Passanten meiden, soweit es möglich ist, den Bereich um das Tageszentrum für Obdachlose und Straßensozialarbeit „JOSI“ an der U-Bahnstation Josefstädter Straße schon seit längerem.

und es fallen die Schlagwörter

unzumutbare Zustände, Drogenumschlagplatz, Kriminalitätsbekämpfung, Gefahr in Verzug, Polizeipatrouillen, Personenkontrollen, Eindämmung der Kriminalität, Drogenkriminalität

13.4.’14

Am Wiedner Gürtel 10 soll von der Caritas bis 2017 u.a. ein neues Tageszentrum für Obdachlose errichtet werden. „Die FPÖ-Wieden spricht sich zwar grundsätzlich für jede Unterstützung notleidender Menschen aus, bei der Realisierung solcher Einrichtungen ist jedoch insbesondere auf die Sorgen und Wünsche der Anrainer einzugehen“

gefolgt von den Schlagwörtern

Hausieren, Alkoholexzesse, Drogenhandel, Kontrolle seitens der Exekutive, subjektives Sicherheitsgefühl der Anrainer, Drogenberatungszentrum 

8.3.’14

Der Praterstern verkommt mehr und mehr zu einem Ort der Schande. 130.000 Personen frequentieren diesen täglich. Dort tummeln sich leider noch immer Betrunkene, Halbstarke und Obdachlose, die schnorren, pöbeln, Schlägereien anzetteln und so anständige Leute verschrecken. Sobald es wärmer wird, werden sich die Probleme noch weiter verstärken. Allein im ersten Halbjahr 2013 gab es unglaubliche 941 Polizeieinsätze. Die WEGA musste 19 Mal ausrücken. Trotzdem will man die direkt am Praterstern gelegene Polizeiinspektion schließen bzw. auf die eher ruhige Lassallestraße verlegen. „Wir fordern daher weiterhin ein Platz- und Alkoholverbot für diese Klientel.

gefolgt von den Schlagwörtern

Drogenumschlagplatz, Drogenutensilien, dubiosen Gestalten, hartes Durchgreifen, Drogendealer, strengere Gesetze, sofortige Abschiebung, ausländische Rauschgifthändler, illegale Prostitution, Freiluftpuff, dirnengeplagte Stuwerviertel, „Prostitutions- und Freierabwehr“, Straßenprostitution, illegales Anschaffen

2.3.’14

Im Umkreis der PI befinden sich sechs Schulen, drei Kindergärten, außerdem die „Gruft II“ in der Lacknergasse und das „St. Josefs Heim“. Letzteres ist ein Notquartier und provisorische Schlafstelle für hauptsächlich aus Rumänien und Bulgarien stammende obdachlose Zuwanderer

Auf Grund von Raufereien und Randalen im Umkreis des Notquartiers, zunehmenden Diebstählen in der Nachbarschaft und aggressive Bettelei vor allem im Bereich des „Gersthofer Platzls“ und in der Währinger Straße, ist eine Schließung des Polizeipostens Schulgasse ein sicherheitspolitischer Horror,

gefolgt von

Schließungen von Polizeiinspektionen, Verlust des subjektiven Sicherheitsgefühls, Kriminelle, sicherheitspolitische Bankrotterklärung.

28.1.’14

FP-Seidl: Obdachlosenrekord in Wien ein Armutszeugnis für Rot-Grün

SPÖ und Grüne sackeln Menschen ungeniert aus

Wien (OTS) – Noch vor kurzem war das nunmehrige Tageszentrum für Obdachlose in der Leopoldstädter Laufbergergasse ein Seniorenheim. Dieses wurde still und heimlich aufgelöst und umfunktioniert. „Das war deshalb notwendig, weil in Wien durch die rot-grüne Politik ein neuer Rekord an Obdachlosen zu verzeichnen ist“, macht FPÖ-Gemeinderat Wolfgang Seidl aufmerksam.

SPÖ und Grüne haben durch ihre unsoziale Belastungspolitik nicht nur über 320.000 von Armut betroffene Menschen gezeitigt sondern auch die Zahl der Obdachlosen explodieren lassen. „Die unter Rot-Grün drastisch gestiegenen Miet- und Energiekosten haben im Verbund mit ungeniert hinaufgeschnalzten Tarifen und Gebühren sowie der Streichung des Heizkostenzuschusses zu dieser dramatischen Situation geführt“, kritisiert Seidl.

30.11.’13

Anstatt einer kinder- und familienfreundlichen Verweilzone gestalte sich der Praterstern aber immer mehr zum Treffpunkt für alkoholkranke Obdachlose. Die damit einhergehenden Probleme, Verunreinigung, Lärmerregung udgl. seien offenkundig. Die Politik, allen voran die Bezirksvorstehung, sei nun gefordert

29.11.’13 (Herr Aigner war zu dem Zeitpunkt fraktionslos, trat aber später der FPÖ bei)

Dort [in Großbritannien] stellt der Premierminister eindeutig klar, dass die Freizüzigkeit innerhalb der EU nur für Arbeitskräfte gilt, nicht für Obdachlose oder Sozialleistungsbezieher. „Wenn die Leute nicht hier sind, um zu arbeiten – wenn sie betteln oder im Freien schlafen – dann werden sie zurückgeschickt.“

„Das ist eine klare Haltung. In Österreich ist es schon ein Problem, wenn ein illegales Obdachlosenquartier im Stadtpark endlich geräumt wird.“

22.11.’13

Der von der Stadt-SPÖ offenbar ungeliebte Bezirk Liesing soll nach der Verlagerung der Straßenprostitution in die Brunnerstraße, jetzt auch noch eine „Sandlerzentrale“ im Zentrum des Bezirks, am Vorplatz der Bezirksvertretung erhalten. Die ÖBB, deren oberste Chefin immerhin die aus Liesing stammende Ministerin Bures ist, wollen ihr Problem mit den Obdachlosen dorthin auslagern

gefolgt von

ständige Probleme, aus Osteuropa kommende Personengruppen,  beschädigen, beschmutzen, gewaltsame Konflikte, Beispielwirkung, Prostitution, „Notschlafstelle“, Konflikte vorprogrammiert 

30.10.’13

FP-Kops erfreut über Räumung des Obdachlosenlagers im Stadtpark!

In Wien gibt es genügend betreute Schlafstätten

Der geschäftsführende Obmann der FPÖ-Landstraße LAbg. Dietrich Kops bedankt sich bei der Wiener Polizei! Durch ihr konsequentes Einschreiten und die Räumung des Obdachlosenghettos ist der Stadtpark nun wieder für Erholungssuchende da.

„Parkbesucher aus dem 3. Bezirk haben sich bei mir über die Zustände in ihrem geliebten Stadtpark beschwert und ein Einschreiten der Polizei gefordert. Dies ist nun geschehen“, berichtet Kops und meint weiter: „Jeder österreichische Obdachlose findet in Wien eine betreute Schlafstätte. Es besteht daher kein Grund, auf den Bänken im Stadtpark zu übernachten.“

und weiter

zahlreiche ausländische Obdachlose, sämtliche Obdachlose und Notleidende aus ganz Osteuropa, genug hilfsbedürftige Wienerinnen und Wiener

29.10.’13

Und jetzt lässt Bürgermeister Michael Häupl über den Fonds Soziales Wien noch Sandler aus ganz Europa nach Wien bitten, indem ihnen Sozialleistungen nach dem Gießkannenprinzip versprochen werden

27.9.’13

massiv auftretende Probleme mit ausländischen Obdachlosen

aggressive Belästigungen der meist aus Rumänien stammenden Obdachlosen

6.8.’13

Mit dem Eldorado für Gewalttäter, Betrunkene und Obdachlose muss jetzt endlich Schluss sein

begleitet von

gefährlichstes Pflaster Wiens, besorgniserregende Zahlen, Verdoppelung der Einsätze, permanente Polizeipräsenz, Sicherheit der Bürger 

19.7.’13

Der Stadtpark darf kein Camping-Platz für Obdachlose aus aller Herren Länder bleiben

garniert mit

offener Drogenhandel, Obdachlosen-Problematik, Missstände, gestiegene Kriminalität, in ihre Heimatländer rückführen

18.7.’13

Empört reagierte der Obmann der FPÖ-Josefstadt Maximilian Krauss auf die für August vorgesehene Wiedereröffnung des Obdachlosen-Tageszentrums JOSI im 8. Bezirk.

8.4.’13

Empört reagiert Maximilian Krauss. Demnach sollen jugendliche Kriminelle in Zukunft nicht mehr im Gefangenenhaus, sondern in einer betreuten Wohngemeinschaft in der Wickenburggasse untergebracht werden. „In Wahrheit stellt diese WG jedoch ein gewaltiges Gefahrenpotential für die Anrainer dar und wird von diesen auch abgelehnt!“

Verbrecher gehören hinter Schloss und Riegel und nicht als weiteres Sicherheitsrisiko in eine Wohngemeinschaft in der kleinen Josefstadt, die ohnedies schon mit diversen Einrichtungen für Obdachlose oder Kriminelle überstrapaziert ist.

5.4.’13

aber ihnen jetzt die „zweite Gruft“, die obdachlose Ausländer beherbergt, vor die Nase zu setzen, ist einfach zu viel

geschmückt mit

Geduldsprobe, Zentrum für Junkies, Leidgeplagte, Unruheherd, Beschwerdeanrufe, Notschlafstelle der Caritas, Polizei, Obdachlosenherberge, besonderes Ärgernis, Betrunkene, herumlungern, Zigarettenstummel, grölen, anpöbeln, mehr Polizeikontrollen 

Nun gut, es wird langsam ermüdend.

In eineinhalb Jahren FPÖ-OTS-Aussendungen kommt nie nie nie

  • ein uneingeschränktes Eintreten für Obdachlose,
  • oder eine bedingungslose Unterstützung von Obdachlosen, ohne diese mit einem anderen Reizthema zu verknüpfen,
  • oder irgendeine Art von Initiative,
  • oder auch nur die Unterstützung einer Initiative

vor.

Und die Buben vom RFJ wollen uns tatsächlich einreden, es handle sich um „Wahnsinn vom [sic] Wiener Bürgermeister“, dass, entgegen ihrer Behauptung, und gemäß den Worten eines FPÖ-Gemeinderatsabgeordneten, kein Obdachloser „unter der Brücke“ schlafen muss?

Und, ach ja: Wann wird Herr FP-Kops dem RFJ aus seiner OTS vorlesen, und den 1.400, die das Foto geteilt haben:

In Wien gibt es genügend betreute Schlafstätten

 

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