Über das „Jahr der Partei“

2015

2015 – das Jahr der FPÖ (und der Grünen)“ titelt Die Presse, nur um dann im Artikeltext, zu dem sich die Überschriftenleser meist garnicht durchschlagen, ein Konjunktivchen einzufügen, gefolgt von weniger Schmeichelhaftem:

Doch Besserung ist in Sicht. 2015 könnte das Jahr der FPÖ werden. Das liegt weniger an Strache und der Bundespartei, die derzeit ein wenig rat- bzw. einfallslos wirkt, als an den Bundesländern, in denen gewählt wird. Und an den Umständen in diesen Ländern, die für die FPÖ nicht günstiger sein könnten.

Dank der selektiven Leseschwäche freut sich zumindest die FPÖ Niederösterreich und die FPÖ Heidenreichstein.

2014

Dabei sollten wir aber nicht außer Acht lassen, dass bereits das Jahr 2014 als das „Jahr der FPÖ“ verkündet wurde.

"2014 wird das Jahr der FPÖ!"

„2014 wird das Jahr der FPÖ!“

2013

Dabei sollten wir aber nicht außer Acht lassen, dass bereits das Jahr 2013 als das „Jahr der FPÖ“ verkündet wurde.

"2013 - Das Jahr der FPÖ!!!!"

„2013 – Das Jahr der FPÖ!!!!“

Allerdings war diese Prognose nicht ganz zutreffend, wie damals schon festgestellt werden musste:

Anzahl Wahlen. (bitte die Prozentzahlen ignorieren) (c) Volker Plass

Anzahl Wahlen. (bitte die Prozentzahlen ignorieren) (c) Volker Plass

So zitiert Die Presse einen gewissen Herrn Mölzer: „Das Jahr 2013 ist nicht das Jahr der FPÖ“. Also sprach er nämlich in einem Ö1-Interview.

"Warum 2013 "nicht das Jahr der FPÖ" ist"

„Warum 2013 „nicht das Jahr der FPÖ“ ist“

Für die Jahre 2012 und 2011 konnten wir auf Anhieb keine Inbeschlagnahmeparolen finden.

2010

Dabei sollten wir aber nicht außer Acht lassen, dass bereits das Jahr 2010 als das „Jahr der FPÖ“ verkündet wurde.

PML im Profil: Das Jahr(zehnt) der FPÖ

Alle Kommentatoren riskieren derzeit Prognosen. Ich auch: 2010 wird das Jahr der FPÖ sein und möglicherweise ein „nationales“ Jahrzehnt einleiten.

Gut, das mit dem Jahrzehnt hat sich rückblickend betrachtet doch nicht so entwickelt.

Aber auch im unzensurierten Rückblick bestätigt man

2010 war hingegen das Jahr der FPÖ, bei der Wiener Landtagswahl konnte ein sensationeller Erfolg von 26 % eingefahren werden.

2006

Dabei sollten wir aber nicht außer Acht lassen, dass bereits das Jahr 2006 als das „Jahr der FPÖ“ verkündet wurde.

So zitiert Der Standard von irgendeiner Parteitagsrede

Das Jahr 2006 werde das Jahr der FPÖ, und zwar mit einem zweistelligen Ergebnis bei der Nationalratswahl.

Wir stellen also fest:

Als „Jahr der FPÖ“ gelten überwiegend Jahre, in denen möglichst viele oder mutmaßlichst möglichst bedeutsame Wahlen bevorstehen. Mutmaßlich bedeutsam deshalb, weil die EU-Wahl 2014 zwar eine Verdoppelung der Mandate gebracht hat, aber sonst auch schon nicht viel.

Das ist auch nicht verwunderlich, wenn man der Vermutung anhängt, dass besagte Partei lediglich Wahlkämpfe führt um der Wahlkämpfe um Proteststimmen willen. Nachhaltige Erfolge blauer Regierungsbeteiligung fallen uns jetzt ad hoc nicht ein. Schillingsvolksbegehren? Tempo 160 und Licht am Tag?

Die Auswirkung der zahlreichen Proklamationen des JahrsderFPÖ haben wir ja letztens schon beleuchtet.

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3 Antworten zu Über das „Jahr der Partei“

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