Über die Zensur: Gesperrt 2014

Meinungsfreiheit rufen gerne die, deren Meinung hart an den einschlägigen Gesetzen entlangschrammt, während sie die Meinung der anderen gerne irgendwie gesetzlich reglementiert sehen wollen; oder Direkte Demokratie, am besten nach irgendwelchen Vorbildern, wo man die Demokratieforderer schon längst abgeschoben hätte; oder seit neuestem Wir sind das Volk, das 2010er-Äquivalent des geblökten Four feet good, two feet bad.

Aber wehe wehe, man weicht mit der eigenen Meinung auf deren Sozial-Medial-Präsenzen von der postulieren ab – dann wird blockiert und gesperrt, was das Zeug hält. Die Meinungsfreiheit gilt eben nur für die eigenen gegenüber den anderen. Merkt euch das!

Jetzt ist zwar das Fäßbuch nicht die echte Welt, sondern nur vorübergehend ein kleinerer oder größerer Ausschnitt ebendieser, aber nichtsdestotrotz: umgelegt auf die echte Welt hieße solch ein Vorgehen, dass das kleinste Abweichen von der genehmen Meinung zu einer lebenslangen Sperre an der demokratischen Partizipation führt. Die Ausgrenzung, der vom Doktahaidaselig erfundene Begriff, weil der Vranz nicht mit ihm wollte oder konnte, als gäläbtä Philosophie, gäläbtä Verbotspartei.

Wie auf Bestellung – quasi – schneit da die jüngste Meldung herein, derzufolge die FPÖ alle Demonstrationen gegen ihren geliebten Ackerdemickerball verbieten lassen will, und deren Organisatoren mit der Staatsanwaltschaft belästigt

"Die Freiheit, die wir meinen"

„Die Freiheit, die wir meinen“

Umgekehrt aber, und das vergessen die Sperr- und Blockierfreudigen, kann eine Partei, die bei 20% der Wähler stagniert, selbst die angestrebten „30 bis 40% sind möglich“-Marke nie erreichen, wenn sie sich in einer Mischung aus Diskussionsverweigerung (durch Sperren und Blockieren) und Kampfrhetorik (Beschimpfen und Beleidigen der Nichtblauwähler durch ausgesuchtes Vokabular und einschlägigen Tonfall) denen präsentiert, die lieber ohne sie auskämen.

Nun also, als kleine Erinnerung an das vergangene Jahr 2014, wollen wir illustrieren, für welche Kommentare man auf den einschlägig blauen oder blau-nahen Facebook-Seiten blockiert wird.

Nein zur Zweisprachigen Ortstafeln, 6.5.’14, von Leuten, die auf die FPÖ-Horrorstory über drohende türkische Ortstafeln für Wien hereingefallen sind.

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Rechtschreibfehler, wohin das Auge blickt. Aber über Ortstafeln aufregen.

Österreich Revolution, 23.6.’14, deren einzig Revolutionäres die kreative Misshandlung unserer geliebten Muttersprache war.

grenzschutz - Chronik Fotos   Österreich Revolution.edit

FPÖ Freiheit ist wählbar, 24.6.’14, als Antwort auf die Frage, ob die FPÖ denn über einen Integrationssprecher oder einen Minderheitensprecher verfüge. Oder über eine -in. Man kann ja wirklich nicht alles wissen!

Markus Ripfl, 5.7.’14, nach Kommentaren zur Verwendung von halbnackten Mädchen für parteipolitische Werbezwecke, und zur Kunstfeindlichkeit der FPÖ-NÖ

Oben-ohne-Mädchen sind "wunderschön"

Oben-ohne-Mädchen sind „wunderschön“

Nitsch ist nicht "wunderschön"

Nitsch ist nicht „wunderschön“

Pro Austria, 6.7.’14, selbst ernannter Korrekturleser auf der Seite des Obereffen, der alles weiß und daher auch alle, die nicht alles wissen, gerne belehrt, egal ob erwünscht oder nicht, und egal, ob auf der eigenen Seite oder auf der des Stra-Che. Nur wenn der eigene mutmaßlichste(!) Rassismus aufgeblattelt wird, dann ist Schlußmitlustig.

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Linksextremismus stoppen, 7.7.’14, (wo es noch nie um Linksextremismus ging), als Antwort auf die Frage, ob die Bezeichnung „Negerseuche“ für Ebola angemessen sei. Das Posting wurde sofort gelöscht, natürlich nicht ohne Sperre.

Linksextremismus stoppen, "Negerseuche"

Linksextremismus stoppen, „Negerseuche“

Verein Freunde der Tagespolitik, 14.7.’14, unter einem Posting, das eine Aussage von Bundesministerin Heinisch-Hosek mit einem Zitat eines gewissen Herrn Goebbels verglich, nach unserer Bemerkung, die sich garnicht auf den Vergleich bezog, sondern auf die rhetorische Schatzkiste, derer man sich dort bedient

"Genderwahn", "überwältigende Mehrheit", "abzocken" - hier spricht NICHT die FPÖ

„Genderwahn“, „überwältigende Mehrheit“, „abzocken“ – hier spricht NICHT die FPÖ

Und wenn man’s genau nimmt, wurde nicht einmal gegen die selbst auferlegten Hausregeln verstoßen – aber ist das nicht wurscht?

"Wir wollen nicht verglichen werden, auch wenn es für einige auf der Hand liegt."

„Wir wollen nicht verglichen werden, auch wenn es für einige auf der Hand liegt.“

FPÖ (Parteiseite), 24.8.’14. Nachdem die Administratorspaßvögel ZWEI Falschmeldungen gepostet haben, auf die wir sie freundlicherweise aufmerksam gemacht haben:

minirock fpö dl

Undank ist der Welt Lohn!

FPÖ Heidenreichstein, 11.9.’14, auf die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Flüchtlingen, Dublin 2, und Grenzkontrollen. (Posting mittlerweile gelöscht)

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Maximilian Krauss, 20.9.’14, beim Zitieren aus einem „Revolverblatt“, wie sein Chef, nämlich der gleich folgende, erwischt. Das muss natürlich gerächt werden.

Wahlen? Wir haben Zeitungsumfragen!

Wahlen? Wir haben Zeitungsumfragen!

HC Strache, 23.10.’14. Der Obereffe wieder mal im Argumentationsnotstand, weil HoH in News darstellen konnte, wie selektiv Kommentare auf seiner Seite gelöscht werden. Es folgt eine Nichterklärung in Form von

mimimi "Ein HOCH dem Aufdeckungsjournalismus" mimimi

mimimi „Ein HOCH dem Aufdeckungsjournalismus“ mimimi

und wir ließen uns zu dem bestätigenden, aber auch hinterfragenden, Kommentar hinreißen

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woraufhin wir der Möglichkeit beraubt wurden, jemals wieder dort zu kommentieren. Auch wenn es garnicht „schäbig“ oder „untragbar“ war.

Unsere Blaue Seite, 23.10.’14, wo man nicht weiß, was die eigenen Abgeordneten im Nationalrat von sich geben

wenn die Realität die Realität vermittelt...

wenn die Realität die Realität vermittelt…

JA!! zu: Österreich ohne Minarette, 1.11.’14, wenige Stunden, bevor sie auf Betreiben von HoH gelöscht wurde

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Siehe auch HoH:

FPÖ St. Pölten, 7.11.’14, die nicht einmal eine Einladung zur Wirtshausrunde fehlerfrei hinbekommen.

FPÖ St.Pölten, 7.11'14,

FPÖ St.Pölten, 7.11’14

Kann diese Klopapierrolle mehr Freunde haben als die Grünen in Österreich?, 18.11.’14, nach einem Verweis auf die glorreiche schwarzblaue Regierungsära, an die sich niemand mehr erinnern will

"schwarzblau waren marxisten? nöööö glaub ich nicht", 18.11.'14

„schwarzblau waren marxisten? nöööö glaub ich nicht“, 18.11.’14

Ring Freiheitlicher Studenten RFS, anstelle einer Stellungnahme zur Frauenquote im RFS

Ring Freiheitlicher Studenten RFS, 21.11.'14,

Ring Freiheitlicher Studenten RFS, 21.11.’14

Susanne Winter, NrAbg(F), 22.11.’14, selbst ernanntes Hetzpropagandaopfer, nur weil jemand Zeitungsartikel über ihren verurteilten Sohn postet.

(c)mimikama Checkliste

(c)mimikama Checkliste

Susanne Winter, 22.11.'14

Susanne Winter, 22.11.’14

Christian Hafenecker, NrAbg(F), 22.11.’14, auf die Frage, warum seine Postings denn so garstige Kommentare anziehen

Christian Hafenecker, 22.11.'14

Christian Hafenecker, 22.11.’14

Hier einige der angefragten Kommentare:

hafenecker.1

Kommentare bei Hafenecker: alles Agents provocateurs

Cannabis kommt uns nicht in die Tüte, ein Unternehmen des RFJ Steiermark, das mittlerweile eher verwaist scheint, 3.12.’14, auf die Frage nach der Quelle für abstruse Behauptungen. Belege brachte sie nicht, dafür eine Sperre.

Cannabis kommt uns nicht in die Tüte, 3.12.'14

Cannabis kommt uns nicht in die Tüte, 3.12.’14

FPÖ Wien, nach dem 10.12.’14, wiewohl uns garkein Kommentar erinnerlich ist, den wir dort hätten hinterlassen wollen. Wer weiß?

Pedigaga Österreich, 15.12.’14, weil uns nicht gleich offensichtlich war, was denn ein Einbruch mit der vorgeblich bekämpften Islamisierung zu tun haben könnte.

Pedigaga Tirol, 27.12.’14, wo bislang nicht tirolerisch-islamischen gepostet wurde, aber sich dafür jede Menge Deutsche rumtreiben, die sich wahrscheinlich auch auf den deutschen Pedigaga-Seiten rumtreiben, und ihren mutmaßlichen Nazi-Müll absondern:

Pedigaga Tirol, 27.12.'14

Pedigaga Tirol, 27.12.’14

PRO FPÖ, 28.12.’14, nach unserem Hinweis, dass der Kontext des Fotos

(1)_PRO_FPÖ_-_Handy-Uploads_-_2014-12-29_11.04.40.crophier schon einmal erläutert wurde

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Happy New Year! 😉

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Eine Antwort zu Über die Zensur: Gesperrt 2014

  1. Pingback: Vom Volk, das nicht Pedi-Gaga sein will | Dominik Lagushkin

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