Über den Neuwahl-Slalom

Dienstag, 24.3.’15: Das FBI, also das Freizeitliche Bureau of Investigation, hat Erstaunliches aufgedeckt, dass die SPÖ-Wien am nächsten Tag einen Neuwahlantrag einbringen würde.

SPÖ-Geheimplan

SPÖ-Geheimplan

„SPÖ-Geheimplan“ titelt es da, nicht gemachte „Räuberleiter“ titelt es dort.

"Gerüchte" und "Räuberleitern"

„Gerüchte“ und „Räuberleitern“

FPÖ-Obmann HC Strache kündigte an, dass die Wiener FPÖ einem Neuwahlantrag der SPÖ nicht zustimmen werde, sollte dieser in der morgigen Gemeinderatssitzung eingebracht werden. Gerüchte würden sich verdichten, dass die SPÖ die Flucht nach vorne antreten und schon im Juni statt im Oktober wählen lassen wolle.

oder auch

„Auf diese durchsichtige Trickserei der Genossen fallen wir nicht hinein. Sollte von der SPÖ ein Neuwahlantrag kommen, werden wir ihr bestimmt nicht die Räuberleiter machen“

So, und jetzt tun wir einmal ein wenig überrascht und verwirrt, denn seit Bestehen der rot-grünen Stadtregierung scheint die xFBÖ-Viyana unter ihrem Eiswürfelduscher mit der schicken roten Badehose kein anderes Ziel zu verfolgen, als durch vorzeitige Abwahl ebendieser (also der Regierung, nicht der Badehose) der autochthonen Bevölkerung zu einem Quäntchen mehr Freiheit, mehr Deutsch, weniger Islam, weniger Tiakn, weniger Auslenda, mehr Unsareleit zu verhelfen.

Weil nämlich (alles ots.at):

So weit, so unspektakulär. Mutmaßlich selbst in Umlauf gebrachte Gerüchte sollen das Klima für Neuwahlen aufbereiten, aber es will nicht so richtig klappen. Und während man sie zuerst garnicht erwarten kann, ist man dann plötzlich lauthals gegen vorgezogene Neuwahlen, trotz unveränderter Gerüchtelage?

HC Strache/Gudenus: FPÖ wird SPÖ in Sachen Wahlrecht nicht die Räuberleiter machen

„Auf diese durchsichtige Trickserei der Genossen fallen wir nicht hinein. Sollte von der SPÖ ein Neuwahlantrag kommen, werden wir ihr bestimmt nicht die Räuberleiter machen“

Nun ja, wir sollten uns auch noch erinnern, dass besagte Wiener Wahlrechtsreform, für deren Scheitern die Blauen den Grünen gerne die Schuld in die Schuhe schieben wollen, ein gemeinsames Projekt von GrünBlauSchwarz ist, notariell beglaubigt sogar.

Das Verdrängen dieser Tatsache mag zwar bei der eigenen Wählerschaft durchgehn, aber den schlaueren unter uns ist auch klar, dass ein Scheitern der Grünen in diesem Punkt natürlich auch ein Scheitern von Blau und ein Scheitern von Schwarz ist.

Wo wir grade bei Scheitern sind, die geflügelte Frage: Wos woa mei Leistung?

Welche Anstrengungen hat bspw. ein Herr Bonne-noix oder irgendein anderer blauer Badehosenträger unternommen, um die Wahlrechtsreform voranzutreiben?

Eben.

Tja, und unser geliebter Bürgermeister denkt natürlich im Traum nicht daran, gerade jetzt Neuwahlen anzusetzen, die ihm auch garnichts brächten.

Stattdessen stibitzt er dem Koalitionspartner einen Abgeordneten, der in der nächsten Leg.per. keiner mehr gewesen wäre, und sichert ihm so sein politisches Weiterleben zu. (Nur dass hier keine Missverständnisse entstehen: dieser Vorgang ist rechtlich einwandfrei, da das Mandat der Person zusteht, und nicht der Partei). Als Dank für die Einwilligung in dieses selbstlose Handeln verfügt die SPÖ nun über 50% der Abg. im GR/LT, und schon geht nichts mehr ohne sie.

Wenn die alten Griechen das gewusst hätten, hätten sie wohl nicht extra das Wort Δημοκρατία erfunden.

Und DAS geht natürlich überhaupt nicht: ROT! und GRÜN!! und dann noch ein TÜRKE!!! machen den eigenen langjährigen Neuwahltraum, gegen den man noch 3 Tage zuvor gewettert hat, nun zunichte!

Das bedeutet Krieg! Oder zumindest

Neuwahlen!

29.1.’15

Gudenus: Schluss mit dem rot-grünen Kasperltheater

Sofortige Neuwahlen, um die Politposse zu beenden

Und bei so viel Hinundher, also eigentlich schon beim ersten Hin, mussten wir unweigerlich an eine Szene aus 1984 denken, die, dem kanadischen Copyright sei Dank, öffentlich einsehbar ist.

Teil 2, Kapitel 9

On the sixth day of Hate Week, after the processions, the speeches, the shouting, the singing, the banners, the posters, the films, the waxworks, the rolling of drums and squealing of trumpets, the tramp of marching feet, the grinding of the caterpillars of tanks, the roar of massed planes, the booming of guns–after six days of this, when the great orgasm was quivering to its climax and the general hatred of Eurasia had boiled up into such delirium that if the crowd could have got their hands on the 2,000 Eurasian war-criminals who were to be publicly hanged on the last day of the proceedings, they would unquestionably have torn them to pieces–at just this moment it had been announced that Oceania was not after all at war with Eurasia. Oceania was at war with Eastasia. Eurasia was an ally.

There was, of course, no admission that any change had taken place. Merely it became known, with extreme suddenness and everywhere at once, that Eastasia and not Eurasia was the enemy. Winston was taking part in a demonstration in one of the central London squares at the moment when it happened. It was night, and the white faces and the scarlet banners were luridly floodlit. The square was packed with several thousand people, including a block of about a thousand schoolchildren in the uniform of the Spies. On a scarlet-draped platform an orator of the Inner Party, a small lean man with disproportionately long arms and a large bald skull over which a few lank locks straggled, was haranguing the crowd. A little Rumpelstiltskin figure, contorted with hatred, he gripped the neck of the microphone with one hand while the other, enormous at the end of a bony arm, clawed the air menacingly above his head. His voice, made metallic by the amplifiers, boomed forth an endless catalogue of atrocities, massacres, deportations, lootings, rapings, torture of prisoners, bombing of civilians, lying propaganda, unjust aggressions, broken treaties. It was almost impossible to listen to him without being first convinced and then maddened. At every few moments the fury of the crowd boiled over and the voice of the speaker was drowned by a wild beast-like roaring that rose uncontrollably from thousands of throats. The most savage yells of all came from the schoolchildren. The speech had been proceeding for perhaps twenty minutes when a messenger hurried on to the platform and a scrap of paper was slipped into the speaker’s hand. He unrolled and read it without pausing in his speech. Nothing altered in his voice or manner, or in the content of what he was saying, but suddenly the names were different. Without words said, a wave of understanding rippled through the crowd. Oceania was at war with Eastasia! The next moment there was a tremendous commotion. The banners and posters with which the square was decorated were all wrong! Quite half of them had the wrong faces on them. It was sabotage! The agents of Goldstein had been at work! There was a riotous interlude while posters were ripped from the walls, banners torn to shreds and trampled underfoot. The Spies performed prodigies of activity in clambering over the rooftops and cutting the streamers that fluttered from the chimneys. But within two or three minutes it was all over. The orator, still gripping the neck of the microphone, his shoulders hunched forward, his free hand clawing at the air, had gone straight on with his speech. One minute more, and the feral roars of rage were again bursting from the crowd. The Hate continued exactly as before, except that the target had been changed.

Keine Ahnung, warum uns das ausgerechnet jetzt einfällt.

Nachtrag: Die Neuwahlankündigung wurde mittlerweile wieder entfernt:

Down the Memory Hole - warum das Foto wohl wieder entfernt wurde?

Down the Memory Hole – warum das Foto wohl wieder entfernt wurde?

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Eine Antwort zu Über den Neuwahl-Slalom

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