Über Rattenfänger und Hunderetter

Wahlkampf ist! Eigentlich eh das ganze Jahr, und wenn nicht gerade ein so genanntes Superwahljahr ansteht, dann ist trotzdem Wahlkampf.

„Das sind Hassprediger, es sind Lügner, es sind Hetzer, es sind Rattenfänger“, polterte Voves beim Landesparteirat der Roten. „Und dann plakatieren die, mehr G’spür für die Steirer. Auf das G’spür à la Kärnten pfeif ma für die Steiermark.“

beschreibt kurier.at den spaßigen Wahlkampfauftakt der Roten. Und weiter

Denn die „FPÖler haben zumindest in einem Bereich Recht, dass wir mehr leistbare Wohnungen brauchen. Aber wir brauchen ihre Scheiß-Plakate dazu nicht.“

Auch die Presse hat den Sinn der Worte erfasst, und titelt folglich Zum Auftakt gegen die „Rattenfänger in der FPÖ“.

Nicht so aber ausgerechnet die Partei, die sich die überspitzt formulierte, weil in Anführungszeichen gesetzte, Anführungszeichennächstenliebe auf die Fahnen und vor allem auf die Plakate geschrieben hat.

Wer eine Bewegung im Herzen trägt, die sich für das Volk hält, wobei die Anzahl der Volksspaziersteher wohl nie und nimmer zur Anerkennung eines eigenen Volkes gereichen würde, der velwechsert womöglich gerne die Partei mit ihren Wählern, oder die Partei mit dem Land, oder die Wähler mit dem Land, oder alles zusammen.

Egal, erst wenn alles Eins ist, ist die Welt in Ordnung. Und das Eins ist Blau. Und die Umfärbung der Grünen in eine Blaue Mark ist ein nicht zu unterschätzendes Unterfangen, wenn man zuletzt nur 10% der Stimmen hatte, und jetzt die 20 anpeilt.

Jedenfalls, Ergebnis dieser fatalen Verwechslung von Partei und Funktionären mit den Bewohnern eines ganzen Bundeslandes – quasi 80% Mitgemeinte – ist der gesteuerte Protest

Wir Steirer sind KEINE Ratten, Herr Voves

der u.a. von der Seite FPÖ Steiermark oder von Super-Mario, der jüngsten Manifestation eines Blauen Superheldenkomplexes, falls das ein gültiger medizinischer Ausdruck ist, unters Volk gebracht wird, als ob der genannte Herr jemals behauptet hätte, die Steirer wären Ratten.

Gut, man könnte von den heimischen Kultur- und Sprachbewahrern erwarten, sie wüssten mit dem Bilde etwas anzufangen, und wenn nicht, griffen sie zum Grimm, oder zum Duden, wo sie fänden

Bedeutung: Volksverführer

oder zum Wiktionary

[2] übertragen, abwertend: Person, die Menschen durch rhetorisches Geschick zu verlocken vermag

aber mit Nachschlagewerken hat man’s in der Partei nicht so, wie der heutige Sprachunfalleinzelfall belegt. Gut, wer kann schon erwarten, dass eine einmalige Deutschstunde die muttersprachlichen Schwächen einer gesamten Partei behebt. Ob der Belehrung war man sichtlich not amused.

Stattdessen begnügt man sich damit, gesagte Worte zu verdrehen, und die verdrehten Worte unters Volk zu bringen, auf dass sich dieses errege.

Wir können es kaum erwarten, wie mit den Termini Hassprediger, Lügner, Hetzer, oder Scheiß-Plakate verfahren wird. Diese auch aufs Volk umzumünzen, als Behasspredigte, Belogene, Gehetzte, oder Scheißplakatelesenmüssende, wird wohl eher schwierig.

Aber lassen wir die bösen Unterstellungen. Sehen wir uns lieber an, wie die einzigste wählbarste Partei des Landes, die noch wirklich zu uns Österreichern steht, ihre Kraft für Österreich einsetzt:

Steirische Asylheime: Jede Woche ein Einsatz

Nur die sonst sehr geschätzte Blutgruppe mag darin FPÖ-Hetze erkennen. Oder die Junge Generation Steiermark. Oder der Bürgermeister des Ortes, samt allen Parteien, mit Ausnahme der heimatsozialen natürlich. Und auf Twitter tratscht man schon wieder.

  • Die FPÖ Steiermark wiederum fordert „Neue Wohnungen statt neuer Moscheen“.

Immerhin, man erkennt, dass das Volk Wohnungen braucht. Schade, dass diese Erkenntnis nur vor Wahlen einsetzt. Wenn der Wiener Bürgermeister mit dem Wohnungsbau wirbt, wird ihm das aber auch wieder vorgeworfen. Einerseits andererseits – der Argumentationsslalom ohne Inhalt verfehlt hoffentlich seine Wirkung nicht.

Dass Leute, die von der Materie eine Ahnung haben, nicht sonderlich begeistert sind, weil die Darstellung angeblich wenig mit der Realität zu tun haben soll, stört hier kaum. Das Plakat ist ja schon gedruckt.

  • Der RFJ Donaustadt zeigt ein Foto von der Donauinsel, das zu viele Auslendas zeigt, die dort am 26.4.2015 gegrillt haben sollen, und so die vorbeibrausenden Radfahrer in ihrer Radfahrtätigkeit behindert haben sollen. Aber, die Lösung wäre so einfach:

Es wird Zeit, dass es zu einer Neuerung in Wien kommt. Daher am 11.10. X bei der FPÖ.

Dummerweise erkannte ein Kommentator auf dem Foto seine Familie, und konnte so das Alter des Fotos auf ca. 5 Jahre datieren. Das peinliche Gespräch wurde dankenswerterweise von der BGHCNeg verewigt, denn kurz darauf war das Foto wieder gelöscht.

Und dann war es wieder da

Wir waren zwar da, aber das "Foto war nur übernommen"

Wir waren zwar da, aber das „Foto war nur übernommen“

Und dann war es wieder weg.

Und unsere Nachfrage

Wie neuert die FPÖ?

Wie neuert die FPÖ?

wurde mit einer unter Blauen üblichen Sperre belohnt. Und alle anderen auch, die mit ihren Kommentaren nicht die Erwartungshaltung erfüllten. Behandelt man so das Volk? Behandelt man so die Wähler?

Und damit das nicht in Vergessenheit gerät: Der RFJ Donaustadt veranstaltete am 4.4. ein Fussballturnier, bei dem sämtliche rechten und blauen Mannschaften gegen eine selbst ernannte Multikultitruppe verloren. Bericht und Bilder wurden zwar angekündigt, aber bis heute nicht geliefert.

Wirr ist das Volk.. Auch jenes, das auf der Anti-Rauchverbot-Demo heute anzutreffen war. Mir ist heute alles passiert: ich wurde beleidigt, mir wurde die Kamera vom Gesicht gerissen, ich wurde wegen meinem Presseausweis für einen Zivilpolizisten gehalten und anschließend ausgiebig fotografiert. Aus der „überparteilichen Demo“ wurde dann schlussendlich eine Veranstaltung, die einem FPÖ-Freibier Fest sehr ähnelte. Die (zwar sehr makabre) Krönung des Ganzen war der Herzinfarkt eines älteren Herren – ausgerechnet auf einer Anti-Rauchverbot-Demo. Ich hoffe allerdings, trotz aller politischer Differenzen, dass es ihm gut geht und er aufhört zu rauchen.

fasst Nathan Spasic das Ereignis zusammen, und weiter

Ich fand das Häufchen von ca. 150 (hauptsächlich betrunkenen) FPÖ-Anhänger*innen dann aber doch etwas peinlich – deshalb der Post

Ein längerer Artikel zur Demo wird angekündigt.

150? Ok, laut eigener Darstellung waren es 2.500, die eine machtvolle Demonstration gegen Blabla ablieferten, aber wer kann das schon beurteilen. heute.at hat 500 gezählt, und titelt: „Demo gescheitert“. Als ob die das beurteilen könnten 😀

Aber wo blieben die 300.000 Unterschreiber? Wo blieben die Tausenden Wirte? Wo blieben die Parteiübergreifenden Mitdemonstranten? Hat jemand Herrn Graf mitgeteilt, dass es eine Demonstration gibt?

Vielleicht sollten wir noch anmerken, dass der Starredner in seiner jüngsten Pressestunde eingestand, dass Raucher weniger lang leben. Immerhin: der erste Politiker, soweit uns das erinnerlich ist, der sich darum bemüht, dass seine Wähler und Wählerinnen früher sterben.

  • Die FPÖ ist nicht per se für einen EU-Austritt. Sonst hätte sie sich ja den EU-Wahlkampf sparen können, dem zufolge jetzt 4 Autochthone nun ihre Zeit im Ausland absitzen müssen, das sie ja eigentlich nicht so gern haben.

Nicht einmal die anderen EU-Nichtgernhaber haben sie gern, weshalb sie bislang auch keine gemeinsame Fraktion im EP zusammengebracht haben. Am Wahlabend baten sie ja noch um 2 Wochen Zeit, und dann wieder, aber das ist auch schon länger her.

Aber wenn man schon selbst nicht für den EU, so sollte man doch dem Volk die Möglichkeit geben, aus der EU auszutreten. Und so wird dieser Tage massiv ein EU-Austrittsvolksbegehren beworben, das aber wohl eher bescheiden ausfallen wird, wenn man den verfügbaren Daten glaubt:

Telefonumfragen 1995-2014, (c) ÖGfE

Telefonumfragen 1995-2014, (c) ÖGfE

Graphik beim Generalsekretär gefunden.

Man stelle sich vor, die Geisteskranken des IS Würden (sic!) keine Menschen – sondern Straßenhunde Köpfen (sic!)

Gutmenschen und andere Versager würden zum Spendenmarathon aufrufen, Sie (sic!) würden die NATO verklagen, Und (sic!) Sie (sic!) würden Konvois in die Region organisieren um Hunde zu Retten (sic!).

Gutmenschen
der verblödete Abschaum einer untergehenden Gesellschaft

Das ist sooo fies. Knapp zwei Tage, nachdem unser „Mitmirals“-Bürgermeister-Kandidat-derherzen einem verlassenen Hündchen selbstlos das Leben rettete, nur um tagsdarauf von den Titelseite zu grinsen, outet sich die Bewegungs- als Satireseite, beleidigt Hunderetter als Gutmenschen, Versager, und Abschaum, und stellt den vielleicht letzten Ritter des Abendlandes in ein Eck, wo er nicht hingehören will.

Unvergessen sein Einsatz, als er im Jahr 2011 alles daran setzte, um jeden einzelnen ukrainischen Straßenköter durchzufüttern. Auf Youtube, auf Facebook, beim ukrainischen Botschafter, im Nationalrat.

Und wozu das alles? Nur damit Kobuk ihm dann in die Hundesuppe spuckt, und die medial verbreiteten Armehuntzifotos als Fakes identifiziert? Und derstandard dahinter gleich eine Wahltaktik wittert? Und die Pedigaga Gutmenschen, Versager, und Abschaum schreibt?

Die Welt kann wirklich ungerecht sein.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter blocked by..., Facebook, FPÖ, Pegida, RFJ, Strache, Wahlkampf veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eigenen Gedanken verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s