Über den Sozialen Wohnbau

Das rechte Spektrum des Internetzes ist ganz aus dem Häuschen, weil es eine bekannte Facebook-Satireseite gewagt hat, die Erstbesteigung des Grossklockners ((c) Mario Kunasek)

kunasek krossklockner

durch den beliebtesten Bundesbürgermeisterkanzlerkandidaten und Neu-Extrembergsteiger kritisch zu hinterfragen.

Rechte Aufdeckerseiten decken auf, und alle spielen empört, und rufen „Fake“ und „armselig“ und „linksextreme“ und „linke Zecken“ wie gehabt.

Soll sein.

Aber wie steht’s um die Fakes in der echten Welt, die den rechten Wählerleins so präsentiert werden, ohne dass sie gleich aufschreien, weil sie’s doch für die Wahrheit halten?

17.8.’15

„Es wurden zu wenig sozial leistbare Wohnungen geschaffen. Wir brauchen pro Jahr 5.000 bis 10.000 neue Wohnungen. Wird nicht gemacht!“

fasst der Kurier eine von Stra-Chés Aussagen in den ORF Sommergesprächen zusammen, dankenswerterweise von neuwal.com zur Gänze abgetippt.

In Wien müssten jährlich 5.000 bis 10.000 Wohnungen gebaut werden, so Strache.

textet dazu die eponyme Heimseite.

Das lässt die regierende Stadtpartei natürlich nicht auf sich sitzen, und kontert

Strache hat keine Konzepte, wie man Arbeitsplätze schafft und offensichtlich hat er auch keine Ahnung vom Wiener kommunalen Wohnbau. Wir bauen jährlich 10.000 Wohnungen, davon 7.500 geförderte und wir bauen neue Gemeindewohnungen.

und lässt einen Mann sprechen, den nur wenige kennen.

Schon im Februar hatte der amtierende Bürgermeister, wohl wahlkampfvorbereitend, gefordert, endliche wieder Gemeindewohnungen errichten zu dürfen. Von 2.000 war damals die Rede. Aber Sozialer Wohnbau umfasst eben mehr als nur Gemeindewohnungen, da drücken wir ein Äuglein zu.

21.8.’15

Im Kurier-Interview antwortet der echte Bürgermeister

Neue Wohnungen würde Strache als Bürgermeister vermutlich auch bauen.

Er sagt, er will 10.000 Wohnungen bauen. Ich sage ihm, dass wir bereits 14.000 Wohnungen bauen. Also will er 4000 Wohnungen weniger? Der hat keine Ahnung, was sich in Wien abspielt.

25.8.’15

Der rechten Leseschwäche ist es zu verdanken, dass der Adelige mit Migrationshintergrund aus einem Bericht über tatsächliches Bauen ein Versprechen über künftiges Bauen macht

der vollmundig die Errichtung von 14.000 Wohnungen verspricht

einzig der zuständige SPÖ-Wohnbaustadtrat Ludwig weiß weder von 14.000 Wohnungen

30.8.’15

  • 5.000
  • 10.000
  • 14.000

Das kann man doch sicher toppen? Na klar! 15.000! (Man beachte die Formulierung „bis zu“, das umfasst auch den Neubau einer einzigen Wohnung)

hc strache bis zu 15.000 wohnungen

Wir ärläbän also Fake-Kandidaten, die keine Ahnung von den Themen haben, die sie beackern, und in Unwissenheit Phantasiezahlen in die Höhe treiben, in der Hoffnung, sie würden der nächste Irgendwas von Irgendwo.

Und kein Rechter hat bisher Fake gerufen.

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2 Antworten zu Über den Sozialen Wohnbau

  1. Franz Gstättner schreibt:

    „Allein 2014 und 2015 werden 14.000 Wohneinheiten fertiggestellt. […] Die Stadt Wien setzt aktuell Projekte mit rund 20.000 Wohneinheiten um. Direkt in Bau sind derzeit Projekte mit rund 14.000 Wohneinheiten. […] Wir stellen damit sicher, dass heuer sowie auch im kommenden Jahr jeweils rund 7.000 neue erschwingliche Wohneinheiten den zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohnern übergeben werden können. Das sind jede Woche durchschnittlich mehr als 130 Wohnungen, deren Errichtung von der Stadt Wien initiiert und gefördert wurde.“
    https://www.wien.gv.at/bauen-wohnen/wohnneubau.html

    2014-03-11 (APA)
    „20.000 neue Wohnungen sind derzeit projektiert, allein 14.000 davon sollen bis Ende 2015 fertig sein, kündigte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) am Dienstag in der Bürgermeister-Pressekonferenz an. […] Der Ressortchef betonte, dass 7.000 Wohnungen pro Jahr den Bedarf in Wien durchaus decken würden. Man müsse in Sachen Bautätigkeit zudem „mit Umsicht und moderat“ vorgehen. Ansonsten werde der Markt „überhitzt“, was zu höheren Preisen führe, argumentierte er.“
    http://derstandard.at/1392687845140/Wien-erhaelt-14000-neue-Wohnungen-bis-Ende-2015

  2. Pingback: Über die Ungenauigkeiten in Wahlkampfreden | Dominik Lagushkin

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