Über den Neuwahl-Slalom

Dienstag, 24.3.’15: Das FBI, also das Freizeitliche Bureau of Investigation, hat Erstaunliches aufgedeckt, dass die SPÖ-Wien am nächsten Tag einen Neuwahlantrag einbringen würde.

SPÖ-Geheimplan

SPÖ-Geheimplan

„SPÖ-Geheimplan“ titelt es da, nicht gemachte „Räuberleiter“ titelt es dort.

"Gerüchte" und "Räuberleitern"

„Gerüchte“ und „Räuberleitern“

FPÖ-Obmann HC Strache kündigte an, dass die Wiener FPÖ einem Neuwahlantrag der SPÖ nicht zustimmen werde, sollte dieser in der morgigen Gemeinderatssitzung eingebracht werden. Gerüchte würden sich verdichten, dass die SPÖ die Flucht nach vorne antreten und schon im Juni statt im Oktober wählen lassen wolle.

oder auch

„Auf diese durchsichtige Trickserei der Genossen fallen wir nicht hinein. Sollte von der SPÖ ein Neuwahlantrag kommen, werden wir ihr bestimmt nicht die Räuberleiter machen“

So, und jetzt tun wir einmal ein wenig überrascht und verwirrt, denn seit Bestehen der rot-grünen Stadtregierung scheint die xFBÖ-Viyana unter ihrem Eiswürfelduscher mit der schicken roten Badehose kein anderes Ziel zu verfolgen, als durch vorzeitige Abwahl ebendieser (also der Regierung, nicht der Badehose) der autochthonen Bevölkerung zu einem Quäntchen mehr Freiheit, mehr Deutsch, weniger Islam, weniger Tiakn, weniger Auslenda, mehr Unsareleit zu verhelfen.

Weil nämlich (alles ots.at):

So weit, so unspektakulär. Mutmaßlich selbst in Umlauf gebrachte Gerüchte sollen das Klima für Neuwahlen aufbereiten, aber es will nicht so richtig klappen. Und während man sie zuerst garnicht erwarten kann, ist man dann plötzlich lauthals gegen vorgezogene Neuwahlen, trotz unveränderter Gerüchtelage?

HC Strache/Gudenus: FPÖ wird SPÖ in Sachen Wahlrecht nicht die Räuberleiter machen

„Auf diese durchsichtige Trickserei der Genossen fallen wir nicht hinein. Sollte von der SPÖ ein Neuwahlantrag kommen, werden wir ihr bestimmt nicht die Räuberleiter machen“

Nun ja, wir sollten uns auch noch erinnern, dass besagte Wiener Wahlrechtsreform, für deren Scheitern die Blauen den Grünen gerne die Schuld in die Schuhe schieben wollen, ein gemeinsames Projekt von GrünBlauSchwarz ist, notariell beglaubigt sogar.

Das Verdrängen dieser Tatsache mag zwar bei der eigenen Wählerschaft durchgehn, aber den schlaueren unter uns ist auch klar, dass ein Scheitern der Grünen in diesem Punkt natürlich auch ein Scheitern von Blau und ein Scheitern von Schwarz ist.

Wo wir grade bei Scheitern sind, die geflügelte Frage: Wos woa mei Leistung?

Welche Anstrengungen hat bspw. ein Herr Bonne-noix oder irgendein anderer blauer Badehosenträger unternommen, um die Wahlrechtsreform voranzutreiben?

Eben.

Tja, und unser geliebter Bürgermeister denkt natürlich im Traum nicht daran, gerade jetzt Neuwahlen anzusetzen, die ihm auch garnichts brächten.

Stattdessen stibitzt er dem Koalitionspartner einen Abgeordneten, der in der nächsten Leg.per. keiner mehr gewesen wäre, und sichert ihm so sein politisches Weiterleben zu. (Nur dass hier keine Missverständnisse entstehen: dieser Vorgang ist rechtlich einwandfrei, da das Mandat der Person zusteht, und nicht der Partei). Als Dank für die Einwilligung in dieses selbstlose Handeln verfügt die SPÖ nun über 50% der Abg. im GR/LT, und schon geht nichts mehr ohne sie.

Wenn die alten Griechen das gewusst hätten, hätten sie wohl nicht extra das Wort Δημοκρατία erfunden.

Und DAS geht natürlich überhaupt nicht: ROT! und GRÜN!! und dann noch ein TÜRKE!!! machen den eigenen langjährigen Neuwahltraum, gegen den man noch 3 Tage zuvor gewettert hat, nun zunichte!

Das bedeutet Krieg! Oder zumindest

Neuwahlen!

29.1.’15

Gudenus: Schluss mit dem rot-grünen Kasperltheater

Sofortige Neuwahlen, um die Politposse zu beenden

Und bei so viel Hinundher, also eigentlich schon beim ersten Hin, mussten wir unweigerlich an eine Szene aus 1984 denken, die, dem kanadischen Copyright sei Dank, öffentlich einsehbar ist.

Teil 2, Kapitel 9

On the sixth day of Hate Week, after the processions, the speeches, the shouting, the singing, the banners, the posters, the films, the waxworks, the rolling of drums and squealing of trumpets, the tramp of marching feet, the grinding of the caterpillars of tanks, the roar of massed planes, the booming of guns–after six days of this, when the great orgasm was quivering to its climax and the general hatred of Eurasia had boiled up into such delirium that if the crowd could have got their hands on the 2,000 Eurasian war-criminals who were to be publicly hanged on the last day of the proceedings, they would unquestionably have torn them to pieces–at just this moment it had been announced that Oceania was not after all at war with Eurasia. Oceania was at war with Eastasia. Eurasia was an ally.

There was, of course, no admission that any change had taken place. Merely it became known, with extreme suddenness and everywhere at once, that Eastasia and not Eurasia was the enemy. Winston was taking part in a demonstration in one of the central London squares at the moment when it happened. It was night, and the white faces and the scarlet banners were luridly floodlit. The square was packed with several thousand people, including a block of about a thousand schoolchildren in the uniform of the Spies. On a scarlet-draped platform an orator of the Inner Party, a small lean man with disproportionately long arms and a large bald skull over which a few lank locks straggled, was haranguing the crowd. A little Rumpelstiltskin figure, contorted with hatred, he gripped the neck of the microphone with one hand while the other, enormous at the end of a bony arm, clawed the air menacingly above his head. His voice, made metallic by the amplifiers, boomed forth an endless catalogue of atrocities, massacres, deportations, lootings, rapings, torture of prisoners, bombing of civilians, lying propaganda, unjust aggressions, broken treaties. It was almost impossible to listen to him without being first convinced and then maddened. At every few moments the fury of the crowd boiled over and the voice of the speaker was drowned by a wild beast-like roaring that rose uncontrollably from thousands of throats. The most savage yells of all came from the schoolchildren. The speech had been proceeding for perhaps twenty minutes when a messenger hurried on to the platform and a scrap of paper was slipped into the speaker’s hand. He unrolled and read it without pausing in his speech. Nothing altered in his voice or manner, or in the content of what he was saying, but suddenly the names were different. Without words said, a wave of understanding rippled through the crowd. Oceania was at war with Eastasia! The next moment there was a tremendous commotion. The banners and posters with which the square was decorated were all wrong! Quite half of them had the wrong faces on them. It was sabotage! The agents of Goldstein had been at work! There was a riotous interlude while posters were ripped from the walls, banners torn to shreds and trampled underfoot. The Spies performed prodigies of activity in clambering over the rooftops and cutting the streamers that fluttered from the chimneys. But within two or three minutes it was all over. The orator, still gripping the neck of the microphone, his shoulders hunched forward, his free hand clawing at the air, had gone straight on with his speech. One minute more, and the feral roars of rage were again bursting from the crowd. The Hate continued exactly as before, except that the target had been changed.

Keine Ahnung, warum uns das ausgerechnet jetzt einfällt.

Nachtrag: Die Neuwahlankündigung wurde mittlerweile wieder entfernt:

Down the Memory Hole - warum das Foto wohl wieder entfernt wurde?

Down the Memory Hole – warum das Foto wohl wieder entfernt wurde?

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Über Surenhohn und Tötungsaufträge

Der Islam ist gerade in aller Munde, und zwar weil, hmmmm, na weil er eben der Islam ist, und nicht das heimelig-nächstenliebende Christentum, mit oder ohne überspitzt formulierenden Anführungszeichen drumherum, wie sie die an-FührungszeichenPartei so gerne plakativ einsetzt.

Im gerade aufflammenden, weil einschlägig angeheizten, Religionskrieg zwischen vermeintlich guter und vermeintlich böser Religion werden Heerscharen an mutmaßlich besorgten Bürgern und mutmaßlich blauem Stimmvieh über Nacht zu Religionsexperten, wenn sie nicht eh schon anerkannte Islamkritiker waren – egal ob vor Gericht oder nur in der Paddei.

Man zitiert Sure um Sure, um zu belegen, dass die anderen die Bösen sind, als ob die anderen nicht umgekehrt eh auch genau so verfahren täten, wenn sie denn wollten. Und wenn sie wirklich tun, bestätigt sich für die Bösen der Anderen, d.h. die Guten der unsrigen, dass die Anderen eben genau deshalb die Bösen sind.

Als Beispiel für den solcherart praktizierten Surenhohn sei ein Kommentar in der öffentlichen Gruppe zitiert, die sich rein zufällig nach einer Partei benannt hat, in der dort niemand Mitglied sein will, bis auf eine Administratorin, die aber anscheinend nicht administrieren mag, denn sonst täts dort nicht so zugehen, wie es eben zugeht.

"Tötungsaufträge", Gruppe FPÖ, 20.3.'15

„Tötungsaufträge“, Gruppe FPÖ, 20.3.’15

Kernthesen:

  • das Alte Testament ist irrelevant
  • das Alte Testament enthält keine Tötungsaufträge
  • nur die 10 Verbote, fälschlicherweise gerne 10 Gebote genannt, sind als Befehle zu verstehen, und nicht gänzlich unsinnig
  • das Neue Testament reformiert
  • das Neue Testament ermöglicht Freiheit und Humanismus

Einem wahren Christen, der sich schon einmal die so genannte Heilige Schrift vorgenommen hat, wird sich einiges auf Anhieb als grober Unfug darstellen.

1. Das Alte Testament ist irrelevant

Matthäus 5:17-18

17 Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen.

18 Denn ich sage euch wahrlich: Bis daß Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz, bis daß es alles geschehe.

Nicht nur, dass dieser Jesus sich explizit auf das AT bezieht, nein, auch aus theologischer Sicht ist das AT nicht irrelevant: Wozu den Menschensohn zur Erlösung der Menschheit ans Kreuz nageln lassen, wenn die alttestamentarisch verursachte Erbsünde irrelevant sein soll? Geht nicht.

2. Reform, Freiheit, Humanismus

Man möge doch – mutmaßlichst in Ermangelung eines profunden Geschichtewissens – die Allwissende Müllhalde zum Thema Humanismus befragen. Und dann die spannende Frage erörtern, warum das Neue Testament geschätzte 1.500 Jahre gebraucht hat, um ein antikes (ist gleich prä-christliches!) Konzept wie den Humanismus auszugraben und einer Umsetzung zuzuführen. Und vielleicht auch noch, wie es der neutestamentarische Humanismus verantworten konnte, kontinenteweise indigene Völker zu versklaven oder in christlich-kolonialer Manier auszubeuten.

3. 10 Verbote

Die 10 Gebote wollten wir in anderem Zusammenhang schon einmal behandeln – wird scho wern. Bis dahin sei einfach mal gefragt: Welche dürfens denn sein?

Die Tötungsaufträge

Kommen wir zum lustigsten Teil: Hat schon einmal jemand das Alte Testament gelesen? Von vorne bis hinten? Nein? 😀

Wir nehmen zum Zwecke der Bibelrecherche gern die Skeptic’s Annotated Bible zur Hand, und im Zuge der Klärung der Tötungsauftragsfrage deren Listen Intolerance in the Bible und Cruelty and Violence in the Bible.

Die dort angegebenen Verse suchen wir auf BibleGateway in der Version Luther Bibel 1545 heraus – wir bestehen auf die göttlichen Worte nämlich im Original, und nicht in irgendeiner politicalcorrectness-linkslinker-mainstream-geschönten Hochglanzfassung.

Und schon gehts los:

2 Mose 22

18 Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen. 19 Wer bei einem Vieh liegt, der soll des Todes sterben.

2 Mose 35

Sechs Tage sollt ihr arbeiten; den siebenten Tag aber sollt ihr heilig halten als einen Sabbat der Ruhe des HERRN. Wer an dem arbeitet, soll sterben.

5 Mose 17

Wenn unter dir in der Tore einem, die dir der HERR, geben wird, jemand gefunden wird, Mann oder Weib, der da übel tut vor den Augen des HERRN, deines Gottes, daß er seinen Bund übertritt und hingeht und dient andern Göttern und betet sie an, es sei Sonne oder Mond oder allerlei Heer des Himmels, was ich nicht geboten habe, und es wird dir angesagt, und du hörst es, so sollst du wohl darnach fragen. Und wenn du findest, das es gewiß wahr ist, daß solcher Greuel in Israel geschehen ist, so sollst du den Mann oder das Weib ausführen, die solches Übel getan haben, zu deinem Tor und sollst sie zu Tode steinigen. Auf zweier oder dreier Zeugen Mund soll sterben, wer des Todes wert ist; aber auf eines Zeugen soll er nicht sterben. Die Hand der Zeugen soll die erste sein, ihn zu töten, und darnach die Hand alles Volks, daß du das Böse von dir tust.

12 Und wo jemand vermessen handeln würde, daß er dem Priester nicht gehorchte, der daselbst in des HERRN, deines Gottes, Amt steht, oder dem Richter, der soll sterben, und sollst das Böse aus Israel tun, 13 daß es alles Volk höre und sich fürchte und nicht mehr vermessen sei.

5 Mose 21

18 Wenn jemand einen eigenwilligen und ungehorsamen Sohn hat, der seines Vaters und seiner Mutter Stimme nicht gehorcht und, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, 19 so sollen ihn Vater und Mutter greifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Orts, 20 und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist eigenwillig und ungehorsam und gehorcht unsrer Stimme nicht und ist ein Schlemmer und ein Trunkenbold. 21 So sollen ihn steinigen alle Leute der Stadt, daß er sterbe, und sollst also das Böse von dir tun, daß es ganz Israel höre und sich fürchte.

5 Mose 22

20 Ist’s aber Wahrheit, daß die Dirne nicht ist Jungfrau gefunden, 21 so soll man sie heraus vor die Tür ihres Vaters Hauses führen, und die Leute der Stadt sollen sie zu Tode steinigen, darum daß sie eine Torheit in Israel begangen und in ihres Vaters Hause gehurt hat; und sollst das Böse von dir tun.

22 Wenn jemand gefunden wird, der bei einem Weibe schläft, die einen Ehemann hat, so sollen sie beide sterben, der Mann und das Weib, bei dem er geschlafen hat; und sollst das Böse von Israel tun.

23 Wenn eine Dirne jemand verlobt ist, und ein Mann kriegt sie in der Stadt und schläft bei ihr, 24 so sollt ihr sie alle beide zu der Stadt Tor ausführen und sollt sie steinigen, daß sie sterben; die Dirne darum, daß sie nicht geschrieen hat, da sie doch in der Stadt war; den Mann darum, daß er seines Nächsten Weib geschändet hat; und sollst das Böse von dir tun.

25 Wenn aber jemand eine verlobte Dirne auf dem Felde kriegt und ergreift sie und schläft bei ihr, so soll der Mann allein sterben, der bei ihr geschlafen hat,

3 Mose 20

Und haltet meine Satzungen und tut sie; denn ich bin der HERR, der euch heiligt.

Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, der soll des Todes sterben. Sein Blut sei auf ihm, daß er seinem Vater oder seiner Mutter geflucht hat.

10 Wer die Ehe bricht mit jemandes Weibe, der soll des Todes sterben, beide, Ehebrecher und Ehebrecherin, darum daß er mit seines Nächsten Weibe die Ehe gebrochen hat.

11 Wenn jemand bei seines Vaters Weibe schläft, daß er seines Vater Blöße aufgedeckt hat, die sollen beide des Todes sterben; ihr Blut sei auf ihnen.

12 Wenn jemand bei seiner Schwiegertochter schläft, so sollen sie beide des Todes sterben; ihr Blut sei auf ihnen.

13 Wenn jemand beim Knaben schläft wie beim Weibe, die haben einen Greuel getan und sollen beide des Todes sterben; ihr Blut sei auf ihnen.

14 Wenn jemand ein Weib nimmt und ihre Mutter dazu, der hat einen Frevel verwirkt; man soll ihn mit Feuer verbrennen und sie beide auch, daß kein Frevel sei unter euch.

15 Wenn jemand beim Vieh liegt, der soll des Todes sterben, und das Vieh soll man erwürgen.

16 Wenn ein Weib sich irgend zu einem Vieh tut, daß sie mit ihm zu schaffen hat, die sollst du töten und das Vieh auch; des Todes sollen sie sterben; ihr Blut sei auf ihnen.

17 Wenn jemand seine Schwester nimmt, seines Vaters Tochter oder seiner Mutter Tochter, und ihre Blöße schaut und sie wieder seine Blöße, das ist Blutschande. Die sollen ausgerottet werden vor den Leuten ihres Volks; denn er hat seiner Schwester Blöße aufgedeckt; er soll seine Missetat tragen.

18 Wenn ein Mann beim Weibe schläft zur Zeit ihrer Krankheit und entblößt ihre Scham und deckt ihren Brunnen auf, und entblößt den Brunnen ihres Bluts, die sollen beide aus ihrem Volk ausgerottet werden.

27 Wenn ein Mann oder Weib ein Wahrsager oder Zeichendeuter sein wird, die sollen des Todes sterben. Man soll sie steinigen; ihr Blut sei auf ihnen.

3 Mose 24

Führe den Flucher hinaus vor das Lager und laß alle, die es gehört haben, ihre Hände auf sein Haupt legen und laß ihn die ganze Gemeinde steinigen.

15 Und sage den Kindern Israel: Welcher seinem Gott flucht, der soll seine Sünde tragen. 16 Welcher des HERRN Namen lästert, der soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen. Wie der Fremdling, so soll auch der Einheimische sein; wenn er den Namen lästert, so soll er sterben.

17 Wer irgend einen Menschen erschlägt, der soll des Todes sterben.

Es würde ja noch weiter gehen im Alten Testament, aber zur Illustration sollten die Beispiele einmal reichen. Auch das Neue kann’s:

Römer 1

26 Darum hat sie auch Gott dahingegeben in schändliche Lüste: denn ihre Weiber haben verwandelt den natürlichen Brauch in den unnatürlichen; 27 desgleichen auch die Männer haben verlassen den natürlichen Brauch des Weibes und sind aneinander erhitzt in ihren Lüsten und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihres Irrtums (wie es denn sein sollte) an sich selbst empfangen. 28 Und gleichwie sie nicht geachtet haben, daß sie Gott erkenneten, hat sie Gott auch dahingegeben in verkehrten Sinn, zu tun, was nicht taugt, 29 voll alles Ungerechten, Hurerei, Schalkheit, Geizes, Bosheit, voll Neides, Mordes, Haders, List, giftig, Ohrenbläser, 30 Verleumder, Gottesverächter, Frevler, hoffärtig, ruhmredig, Schädliche, den Eltern ungehorsam, 31 Unvernünftige, Treulose, Lieblose, unversöhnlich, unbarmherzig. 32 Sie wissen Gottes Gerechtigkeit, daß, die solches tun, des Todes würdig sind, und tun es nicht allein, sondern haben auch Gefallen an denen, die es tun.

Widmen wir uns noch der Fähigkeit zum interreligiösen Dialog, die den einen Schriften unterstellt, den anderen aber abgesprochen wird:

2 Mose 23

24 so sollst du ihre Götter nicht anbeten noch ihnen dienen und nicht tun, wie sie tun, sondern du sollst ihre Götzen umreißen und zerbrechen.

5 Mose 7

16 Du wirst alle Völker verzehren, die der HERR, dein Gott, dir geben wird. Du sollst ihrer nicht schonen und ihren Göttern nicht dienen; denn das würde dir ein Strick sein.

22 Er, der HERR, dein Gott, wird diese Leute ausrotten vor dir, einzeln nacheinander.

Titus 1

10 Denn es sind viel freche und unnütze Schwätzer und Verführer, sonderlich die aus den Juden,

11 welchen man muß das Maul stopfen, die da ganze Häuser verkehren und lehren, was nicht taugt, um schändlichen Gewinns willen.

Doch aufgepasst, liebe Taufscheinchristen, wenn ihr aus dem obzitierten irgendwelche Fremdenfeindlichkeit herauslesen wollt:

Exodus 22

21 Die Fremdlinge sollst du nicht schinden noch unterdrücken; denn ihr seid auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen.

25 Wenn du Geld leihst einem aus meinem Volk, der arm ist bei dir, sollst du ihn nicht zu Schaden bringen und keinen Wucher an ihm treiben.

Leviticus 19

33 Wenn ein Fremdling bei dir in eurem Lande wohnen wird, den sollt ihr nicht schinden.

34 Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. Ich bin der HERR, euer Gott.

Und überhaupt!

1 Johannes 2

15 Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. So jemand die Welt liebhat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters.

16 Denn alles, was in der Welt ist: des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt.

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Über die Tiervergleiche

Der selbsternannte Experte für Höhlen- und Erdmenschen hatte ja eigentlich neben dem NRAbg. und dem LPO noch ein drittes Amt im Auge, nämlich das des VBgm., um so endlich zu beweisen, dass der Traum vom freiheitlichen Kampf gegen die Ämterkumulierung tatsächlich einer der Doktahaida-Effbeöh war, und die gegenwärtige Effbeöh nichts mit ihrer Vorgängerin und Abspalterin zu tun hat, auch wenn ebenjene durch die feierliche Vereinigung der freiheitlichen Familie doch nicht mehr eine andere ist, außer man braucht es gerade so, wie zB beim Schönreden von Wahlverlusten.

Ebenjenem Mann ist also eine Unterstützung abhanden gekommen, die in einschlägigen Kreisen gerne Steigbügelhalter genannt wird, weil man dort draufgekommen ist, dass Blau so richtig goanet geht – nicht sofort, aber letztendlich.

Da darf man einmal auch so richtig stinkig sein, oder?

Und das drückt sich dann so aus.

Vorsicht: "Karikatur" screenshot höbart

Vorsicht: „Karikatur“, screenshot facebook/höbart

Und weil in der gewählten Ausdrucksform nicht nur Tiere vorkommen, sondern auch so böse Wörter wie rückgratlos, charakterlos und wortbrechend, die eventuell klagsfähig wären, wenn nicht alle immer so zimperlich wären, muss man halt noch das Wörtchen Karikatur dazuschreiben, denn dann darf man anscheinend alles. (Sonst ist auch das Joker-Wort mutmaßlich sehr beliebt, aber in diesem Falle eher unpassend).

Aber cool, endlich wieder Tiervergleiche!

Moment, war da nicht was?

Jaaa, quer durchs politische Spektrum ist sowas verpönt! Ein No-Go, wie man heute zu sagen pflegt, außer man ist allergisch auf Fremdsprachen.

Links und Rechts sagen Nein zu Tiervergleichen

Links und Rechts sagen Nein zu Tiervergleichen

(Quellen: derstandard, gipfelsolipi-news)

Punkrockliberal_on_Twitter_Martialische_Tiervergleiche_zur_moralischen_Entwertung_Andersdenkender._NS-Propaganda._Hierzulande_wieder_très_chic._t.co_LhlzbLqKU1_-_2015-03-17_20.56.54

 

Parlamentarische_Materialien_-_2015-03-17_20.45.31

 

Über das Vokabular des Mannes wurde ja schon öfter berichtet. Er soll Asylwerber Bestien genannt haben, die uns Armut und Krankheiten importieren. Und Linke sollten mit Schlagstöcken massiert werden. Was wiederum zum Parteifreund passt, der gerne vom Knüppel aus dem Sack visioniert.

Aber der politische Mitbewerb im Tiervergleich? Dieses Schicksal teilen sie nun mit den Moslems

HoH: Höbart und die Tiere

HoH: Höbart und die Tiere

Höbart: Moslems, Tiere, Anführungszeichen, "überspitzt formuliert" (@HoH)

Höbart: Moslems, Tiere, Anführungszeichen, „überspitzt formuliert“ (@HoH)

Und wir fragen uns schön langsam:

Was ist los mit diesem Kerl? Was ist los mit einer Landespartei, die auf solche Politiker setzt? Was ist los mit einer Bundespartei, die solche Leute in den Nationalrat befördert?

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Über die Mär vom Dschihadisten

Dschihadisten stehen zur Zeit hoch im Kurs.

Das mögen zwar nicht alle so sehen. Als Lieblingsnachbarn scheiden sie wohl im nichtdschihadistischen Umfeld aus, und im selben Flugzeug mag man vielleicht auch nicht sitzen.

Aber

Medienmacher scheinen total begeistert von ihnen zu sein, solange sie zielgruppengerechte Stories liefern. Da werden Dsch. auf Facebook ausgeforscht, mit ihren Frauen SMS-Interviews geführt, fabuliert und gerätselt, die besten Henkervideos auf Youtube empfohlen, etc etc.

Stimmt die Quote, stimmt die Story. Sie muss nur schön schaurig sein.

Politiker scheinen total begeistert von ihnen zu sein, lässt sich ihre bloße Existenz doch dazu gebrauchen, permanent eine vage Bedrohung aufrechtzuerhalten, die es zu bekämpfen gilt. Und wer böte sich besser als wahrer Bekämpfer an, als jemand, der ohnehin schon unter seinen Anhängerleins als Heilsbringer gilt. Wer nicht über diese gottähnliche Auszeichnung verfügt, der kann nur mehr Geld oder mehr Gesetze verlangen, um so die Ziele der Dsch., nämlich die Einschränkung der sogenannten westlichen Werte und Freiheiten, selbst durch passende Gesetzgebung voranzutreiben.

Dass wir einmal Charlie waren, ist ja auch wirklich schon Ewigkeiten her.

Und wenn sich dann zielgruppenkongruente M. und P. treffen, dann ergibt das gelegentlich schöne Synergieeffekte.

Zum Glück hat diese Einleitung aber nichts mit den nun dokumentierten tatsächlichen Ereignissen zu tun – sie ist versehentlich reingerutscht, untergeschoben, und aus dem Zusammenhang gerissen.

Am 18.2. schockierte heute die zivilisierte Welt

heute.at: Dschihadisten im Gemeindebau

heute.at: Dschihadisten im Gemeindebau

Und jeder, der einmal einen Dsch. persönlich treffen wollte, konnte dies anhand des Fotos des Gemeindebaus und der angegebenen Adresse auch sofort tun.

19.2.’15 06:31 Letztes Update

19.2.’15 09:43 Der Autor bewirbt den Artikel auf Twitter

"Waffen, IS-Fahnen, etc. - Wo?"

„Waffen, IS-Fahnen, etc. – Wo?“

19.2.’15 13:03 wirtschaftsblatt.at bringt eine APA-Meldung, die die Falschmeldung aufdeckt:

Aus offener Handyrechnung wird falscher „Jihadisten-Alarm“ in Wien

WEGA und Verfassungsschutz durchsuchten die Wohnung, fanden aber keine Hinweise auf terroristische Aktivitäten. Die Bewohner waren nicht anwesend.

Die Eingangstür zu der Wohngemeinschaft war wegen einer nicht bezahlten Handyrechnung geöffnet worden. Der Gerichtsvollzieher erblickte im Vorraum die Fahne und trat sofort den Rückzug an, berichtete ein Polizeisprecher am Donnerstag. Bei der Aufschrift dürfte es sich zwar um einen Text mit religiösem Inhalt handeln, allerdings nicht um islamistische Botschaften, wie sich später herausstellte. Außerdem wurden weder Schwerter oder Maschinenpistolen noch sonstige Waffen entdeckt, sagte der Sprecher zu einem Bericht der Gratiszeitung „Heute“ (Donnerstagausgabe).

19.2.’15 (ohne Zeitangabe) contra-magazin.com berichtet über die Falschmeldung:

Österreich: Gratisblatt “Heute” erfindet Jihadisten-Story

Das österreichische Gratisblatt „Heute“ übte sich hinsichtlich eines kleinen Aufmachers offenbar in einer Phantasiegeschichte. Joachim Lielacher, der Autor der Geschichte, verließ sich dabei offenbar auf die Gerüchteküche, anstatt den Polizeibericht abzuwarten. Die Jihadisten-Story erwies sich als unwahr.

Die aufgebauschte und an den Haaren herbeigezogene Geschichte erwies sich als Mücke die zum Elefanten gemacht wurde.

19.2.’15 13:21 Der Autor korrigiert die Meldung, aber nicht den Artikel

"Bestätigung" für den Einsatz, aber sonst nichts

„Bestätigung“ für den Einsatz, aber sonst nichts

19.2.’15 13:59 vienna.at

Gerichtsvollzieher schlägt Alarm: Vermeintliche „Terroristen-Wohnung“ gestürmt

19.2.’15 17:04 FPÖ Fails berichtet

FAKT ist, dass man diesen Burschen keine Nähe zur IS nachweisen konnte, und weder IS-Fahnen noch Maschinengewehre gefunden wurden, zudem auch niemand verhaftet wurde.

FAKT ist nun aber auch, dass auf den Seiten von FPÖ-Politikern Hetze betrieben wird, Güterwagons und Abschiebungen empfohlen werden. Dass massiver Rufmord gegen junge arbeitende Burschen betrieben wird!

19.2.’15 18:09 kobuk berichtet

"Eins muss man den Gratisblättern lassen: Sie sind jeden Cent wert."

„Eins muss man den Gratisblättern lassen: Sie sind jeden Cent wert.“

und weist darauf hin, dass der Artikel um 18:26 noch immer unverändert auf heute.at steht. Das tut er übrigens noch immer.

Man kann also davon ausgehen, dass Nachrichtenkonsumenten, die sich tagsüber auf dem Laufenden halten, irgendwann zwischen 12:00 und 13:30 Uhr davon erfahren haben, dass die heute-Story die Wirklichkeit womöglich nicht korrekt wiedergibt.

Das stört aber die selektiven Nachrichtenfilterer wenig, die sofort eine blaue Propagandawelle durch das Fäßbuck schwappen lassen.

19.2.’15 10:11 Pegida Wien (139 Likes, 44 Shares, ca. 50 lesenswerte Comments)

19.2.’15 10:26 FPÖ-Lichtenwörth teilt von Pegida Wien

19.2.’15 13:31 Seite FPÖ Wien

"Wieder so ein Einzelfall - bärtige Männer!"

„Wieder so ein Einzelfall – bärtige Männer!“

Wiewohl die Seite „FPÖ-Wien“ heißt, behauptet sie trotzdem, nur die „Facebook-Seite (Fanseite, KEINE Offizielle) der Freiheitlichen Partei Österreich (FPÖ) – Landesorganisation Wien“ zu sein.

19.2.’15 13:31 Seite FPÖ teilt den Link von FPÖ Wien (50 Likes, 3 Shares, einige Kommentare)

Wiewohl die Seite „fpoebund“ heißt, behauptet sie trotzdem, nur die „Facebook-Seite (Fanseite, KEINE Offizielle) der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ)“ zu sein. Heißt das, dass die FPÖ keine eigene Parteiseite hat?

19.2.’15 13:32 Heinz-Christian Strache (151 Likes, 12 Shares, zahlreiche Kommentare, die über die Falschmeldung aufklären)

"Irre! Mitten unter uns!

„Irre! Mitten unter uns!

Das Posting (14:17) auf der Seite HC Strache wurde mittlerweile wieder gelöscht.

19.2.’15 13:50 FPÖ Lanzenkirchen teilt von der FPÖ-Seite

19.2.’15 13:52 Johann Gudenus (273 Likes, 44 Shares, ca. 80 Comments)

"Der islamistische Terror ist längst in Wien angekommen!"

„Der islamistische Terror ist längst in Wien angekommen!“

Freunden einer derberen Ausdrucksweise seien übrigens die Kommentare, die bei Herrn Gudenus üblicherweise hinterlassen werden, zur Lektüre empfohlen. Wir wissen auch nicht, warum manche Leute meinen, dort diverseste Grausigkeiten abzusetzen

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Unter den Teilenden befindet sich die FPÖ Bärnbach und anständige Bürger

Flieger, Meer, der Rest ergibt sich schon

Flieger, Meer, der Rest ergibt sich schon

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FB Graph API Abfrage

 

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FB Graph API Abfrage

 

Am Ende des Tages bleibt also ein unkorrigierter Artikel, sowie viele viele Teilungen, und nirgendwo (mit 1 bekannten Ausnahme) hat anscheinend einer der Teilenden die korrigierenden Kommentare gelesen und/oder verstanden und/oder Konsequenzen daraus gezogen.

Und so bricht ein neuer Tag an, und das Werkl ist unaufhaltbar am Laufen. Wozu auf die reale Wirklichkeit eingehen, wenn die eigene doch grad so passt?

Und so wird per OTS, damit es schön amtlich klingt, die Behauptung, die tags zuvor widerlegt wurde, erneut aufgestellt und als Faktum zementiert. Wer erinnert sich schon daran, was gestern war? Gut angelegtes Steuergeld also.

20.2.’15 12:18 ots.at: Guggenberger: Stadtregierung muss Islamismus-Gefahr endlich ernst nehmen!

Nachdem IS-Nest am Margaretengürtel ausgehoben wurde, muss Alarmstufe Rot herrschen

IS-Fahnen, Maschinenpistolen, Chemikalien und Drogen – was die Spezialisten der Polizei in einer Wohnung in einem Margaretener Gemeindebau entdeckten, lässt nur einen Schluss zu: Es handelt sich um ein Terror-Nest. […]

Rückfragen & Kontakt:

Klub der Freiheitlichen, Pressestelle

Die Kampagne ließe sich sogar noch ausbauen. Wer weiß, man könnte ein Flugblatt produzieren, das die arme bedrohte Bevölkerung auf die Gefahr in der Nachbarschaft hinweist! Aber wer soll denn das machen?

Herausgeber: FPÖ Wien: "Gegen Terror in Margareten"

Herausgeber: FPÖ Wien: „Gegen Terror in Margareten“

27.2.’15 08:42:08 Erstellungsdatum des Flugblattes laut Metadaten in der Bilddatei.

Also: Über eine Woche, nachdem eine Falschmeldung als solche entlarvt wurde, stellt die FPÖ Wien ein Flugblatt her, das beispielsweise auf der Startseite der FPÖ Margareten stolz präsentiert wird, das sich auf dem Inhalt besagter Falschmeldung aufbaut.

Und zwar nicht nur elektronisch: wie man hört, wurde dieses Flugblatt auch ausgedruckt und in Wien Margareten verteilt. Was das den Steuerzahler wieder gekostet hat?

Und weil Leute Leute kennen, die wem kennen, und mit Leuten reden, wurde zwischenzeitlich ein Interview mit dem Leidernein-Dsch. geführt, das die Ereignisse des Dsch.-Alarm-Tages im Detail schildert.

Aber diese nette Home Story hätte doch das ganze Kampagnisieren nur gestört…

Und weil die Einleitung schon nichts mit dem Artikel zu tun hat, soll der Schluss gefälligst auch zusammenhangslos sein.

jusline.at: § 276 StGB Verbreitung falscher, beunruhigender Gerüchte

(1) Wer ein Gerücht, von dem er weiß (§ 5 Abs. 3), daß es falsch ist, und das geeignet ist, einen großen Personenkreis zu beunruhigen und dadurch die öffentliche Ordnung zu gefährden, absichtlich verbreitet, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.

(2) Hat die Tat

  1. eine schwere oder längere Zeit anhaltende Störung des öffentlichen Lebens,
  2. eine schwere Schädigung des Wirtschaftslebens oder
  3. den Tod eines Menschen oder die schwere Körperverletzung (§ 84 Abs. 1) einer größeren Zahl von Menschen zur Folge oder sind durch die Tat viele Menschen in Not versetzt worden,

so ist der Täter mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen.

Jetzt sollte man halt wissen, ob das tägliche Bombardement mit antimuslimischen Inhalten eine anhaltende Störung verursacht.

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Über die selbstzerstörenden Diskussionen

Ab 27.2.’14 ergab sich eine interessante Diskussion mit der FPÖ Eggenburg, die – ganz in blauer Tradition – ein Sätzchen in einem Artikelchen in einer ihrer Lieblingszeitungchens falsch verstand, und sich in Folge nicht darüber erregte, dass ein Asylwerber 3 Jahre lang auf sein Verfahren muss, sondern darüber, dass die Beherbergung von Asylanten fallweise 77€ am Tag kostet.

3 Jahre Wartezeit - egal. Es geht immer um die Kohle, weil Auslenda böse sind

3 Jahre Wartezeit – egal. Es geht immer um die Kohle, weil Auslenda böse sind

Die sachlichen Argumente, die wir auch entsprechend untermauern konnten, führten schließlich zu einer milieubedingt üblichen Sperre. Man will sich ja nicht stören lassen.

Noch viel ungewöhnlicher als die Sperre war aber, dass kurze Zeit später die Seite der FPÖ Eggenburg garnicht mehr existierte – und mittlerweile auf die Facebook-Startseite weiterleitet.

Eine Unterhaltung mit derart großen Selbstzerstörungscharakter hatten wir hier noch nie 😀

Sollten Sie oder einer ihrer Mitarbeiter gefasst oder getötet werden, müssen wir leugnen sie zu kennen. Dieses Material vernichtet sich in wenigen Sekunden selbsttätig. Kobra, übernehmen Sie!

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Über die Zahltage

Wahltag ist Zahltag„, oder auch „Tag der Abrechnung„, oder auch „Duell um [beliebige Stadt/beliebiges Land einsetzen]“, poltert es gerne von blauer Seite aus, wenn es wieder darum geht, um die Stimme des Souveräns zu buhlen, auf dass er dieselbe abgebe, und zwar an den richtigen natürlich, an den einzigen, der seit gefühlten 20 Jahren mit dem ewiggleichen Gesicht vom Plakat runtergrinst, und immer das werden will, was gerade zur Vergabe ansteht. Oder mit der Gesichtsvorlage für den wirbt, der werden will, aber nicht ohne visuelle Merkhilfe werden würde, weil ihn niemand (er)kennen täte.

Und seit diese sozialmedialen Dingsn in aller Munde und aller Tastaturen sind, wird auch dort geworben. „Bitte unterstützt die Seite mit einem Gefällt mir“, scheint es dann aus den Aftervasallenseiten heraus, die – freiwilligst natürlich, ohne dass das irgendjemand im Hintergrunde koordinieren würde – just vor einer Wahl den braven Staatsbürger über den geographischen Reichtum unserer Heimat aufklären, und uns selbst vom kleinsten Oaschkaff die sozialmediale Seite irgendeiner Ortspartei andrehen wollen.

So wurde im Falle GRW Niederösterreich verfahren, und all der Aufwand brachte den Blauen schließlich 7,74% der Stimmen (ja, weniger als 8%!), was dort als großer Erfolg gefeiert wurde.

Böswillige würden nun darauf hinweisen, dass einst der Erfolg von 8,21% bei der ebendortigen Landtagswahl zum Rücktritt der Landeschefin führte, an den ebendieselbe zuerst nicht dachte, dann ausschloss, ehe sie dann in den Nationalrat zurückgetreten wurde. Aber wer sind wir schon, dass wir fordern, nur mit einerlei Maß zu messen.

Ähnlich wird gerade die Steiermark beworben, da auch dort in Kürze Gemeinderatswahlen anstehen. Und angesichts der Vorgabe aus der letzten Wahl wird auch hier ein Stimmengewinn nicht auszuschließen sein.

Doch was war mit Kärnten? Niiiichts! Funkstille!! Keine Bewerbung, keine Ankündigung, kein Gaarnichts! Als wäre Kärnten nicht existent, oder auf einem andern Planeten. (In Erinnerung an die Tatsache, dass dort ein Toter eine Wahl gewonnen hat, könnte man das auch wirklich annehmen.) Kein Wahlumfräglein, kein Piepschen.

Selbst am Wahltag erinnerte der beste Bäpäoh der Landes seine Anhängerleins nicht daran, doch bitteschön das Kreuzerl an der ihm genehmen Stelle zu machen.

Hat HC Strache auf den Wahltag in Kärnten vergessen?

„Das kann ja mal vorkommen“, wenn man mehrmals wöchentlich Selfies von Bällen machen muss, um seinen Einsatz im Dienste und zum Wohle des Bürgers zu illustrieren. Immerhin war er gerade nicht auf Skiurlaub.

Und so erfahren wir eigentlich rein zufällig im gerne als Rotfunk gescholtenen Rundfunk die Nachricht, wie auf dem Planeten Kärnten die Wahlen ausgegangen sind.

Gemeinderats  und Bürgermeisterwahlen 2015 Kärnten vom 01.03.2015 um 17.05 Uhr   ORF TVthek.oberdrauburg

Oberdrauburg; screenshot: tvthek.orf.at

Gemeinderats  und Bürgermeisterwahlen 2015 Kärnten vom 01.03.2015 um 17.05 Uhr   ORF TVthek.kötschach-mauthen

Mauthen; screenshot: tvthek.orf.at

Gemeinderats  und Bürgermeisterwahlen 2015 Kärnten vom 01.03.2015 um 17.05 Uhr   ORF TVthek.zell

Zell; screenshot: tvthek.orf.at

Gemeinderats  und Bürgermeisterwahlen 2015 Kärnten vom 01.03.2015 um 17.05 Uhr   ORF TVthek.lesachtal

Lesachtal; screenshot: tvthek.orf.at

Gemeinderats  und Bürgermeisterwahlen 2015 Kärnten vom 01.03.2015 um 17.05 Uhr   ORF TVthek.teilergebnis

Kärnten; screenshot: tvthek.orf.at

Gemeinderatswahlen Kärnten 2015   news.ORF.at

Gemeinderatswahlen Kärnten 2015; screenshot: news.ORF.at

Und so titelte der (ehschowissn, linkslinke) Standard mit „Starke Verluste für FPÖ in ganz Kärnten“ und die – im Zweifelsfall ebenfalls linkslinke – krone.at „Kärnten-Wahlen: SPÖ als klarer Sieger“ und legte mit „Große Sieger und große Verlierer im ganzen Land“ nach.

Ausgerechnet in Himmelberg, der Heimatgemeinde von Haiders Nachfolger als Landeschef, Altlandeshauptmann Gerhard Dörfler, stürzte die FPÖ etwa von 28,84 auf 14,77 Prozent ab, heißt es hier, was den Schöpfer des Satzes „ich stelle in der Bevölkerung auch eine Dörfler-Sehnsucht fest“ wohl einigermaßen erschüttern dürfte – viel mehr noch, wenn er denn einst denselben Bundesrat verlassen muss, in den er entsorgt wurde, den er einst abschaffen wollte.

Die FPÖ erreichte knapp 18 Prozent ein landesweiter Trend nach unten hatte sich abgezeichnet, heißt es dort.

Jetzt müssen wir noch auf ein Detail bei der Wahlberichterstattung hinweisen: Es gibt einen Wahlschluss, das ist der Zeitpunkt, zu dem die letzten Wahllokale schließen (manche schließen schon früher). Vor dem Wahlschluss darf kein Wahlergebnis an die geschätzte Öffentlichkeit dringen, um diese nicht zu beeinflussen. Allerdings erhalten Parteien und Lügenpresse (so werden neuerdings alle traditionellen Medien genannt, die nicht so berichten, wie es das Volk gerne hätte) vorab Informationen über ausgezählte Sprengel, und können so den Wahlausgang grob vorhersehen.

Und in Anbetracht dieses Umstands, und in Anbetracht des Wahlschlusses um 16 Uhr (glauben wir uns erinnern zu können), ist doch doch erstaunlich, dass die Medialbetreuer der Bäpäoh-Seiten es erst um 20:51 bzw. 20:53 schafften, seine Anhängerleins über seinen Wahlsieg zu berichten.

"Gratulation allen gewählten Freiheitlichen Bürgermeistern"

„Gratulation allen gewählten Freiheitlichen Bürgermeistern“

- same -

– same –

und um 21:57 legt man noch nach

"das beste FPÖ-Ergebnis bei GR-Wahlen in Kärnten..... 19 FPÖ-Bürgermeister wurden auf Anhieb gewählt"

„das beste FPÖ-Ergebnis bei GR-Wahlen in Kärnten….. 19 FPÖ-Bürgermeister wurden auf Anhieb gewählt“

Puh!

Lesen wir nämlich bei der allwissenden Müllhalde nach, so finden wir dort geschrieben

Die FPÖ hatte [2003] stark verloren und war mit Verlusten von 6,9 Prozentpunkten nur noch auf 19,1% der Stimmen gekommen. Die 21 Bürgermeister der FPÖ wechselten im Zuge der Parteispaltung zum BZÖ

und anderswo

Etwas komplizierter stellt sich der Vergleich bei der FPÖ dar, die 2009 noch unter FPK/BZÖ antrat und 28 Gemeindechefs stellt. […] FPK/BZÖ mit 30,94 Prozent […]

Die FPÖ erreichte [2015] 17,96 Prozent der Stimmen – 2009 erreichte das BZÖ 30,94 Prozent.

Uff. Nicht nur, dass künftige Generationen von Historikern die Partei wegen ihres Slaloms FPÖ – FiK – BZÖ – FPK – FPÖ bis in alle Ewigkeit hassen werden, nein, auch dem Durchschnittswähler kann man erfolgreich einreden, dass keine einzige davon mit irgendeiner anderen jemals zu tun hatte! Nur so ist erklärbar, dass ein heutiges Wahlergebnis, das unter einem vergangenen Wahlergebnis liegt, bei dem schon verloren worden war, das beste Wahlergebnis aller Zeiten ist.

Voilà, die Prophezeiung vom Jahr der Partei hat sich soeben erfüllt! Und wer will sich schon auf die Richtung des Steilfluges streiten, den man gerade erfolgreich bewältigt hat? Na eben.

Dass ein gewisser Herr Kampl, erst kürzlich wegen ungenügender Vergangenheitsbewältigungsfähigkeit aus der FPÖ ausgeschlossen, in seinem Heimatort die absolute Mehrheit gewonnen hat, ist dann nur noch das Zuckerl obendrauf.

Und gemäß dem Spruch, Wer das eine hat, braucht für das andere nicht zu sorgen, freuen sich auch andere mit

"... beweisen von einer Wahl zur nächsten, dass wir Wahlen gewinnen" BGHCneg

„… beweisen von einer Wahl zur nächsten, dass wir Wahlen gewinnen“ BGHCneg

BGHCneg

Minuszugewinne, BGHCneg

Und um zu vermeiden, dass der Timeline-Abend so hässlich ausklingt, schiebt man noch eine Umfragegraphik nach, die aber angesichts der Absenz von Nationalratswahlen in absehbarer Zeit kaum Relevanz hat. Trösten mag sie vielleicht trotzdem. Ein bisserl halt.

Umfrageplatzeins!

Umfrageplatzeins! (hcstrache)

Als ob es auf den Kampf um einzelne Umfrageprozentpunkte ankäme. Viel interessanter wäre doch, wie realistisch die Erreichung des nächsten angekündigten Wahlziels wäre. Übrigens von derselben Zeitung veranstaltet, hihi:

neuwal.com: Wahlumfrage Wien

neuwal.com: Wahlumfrage Wien

Auch alles nicht so, wie man sich das einschlägig wünschen würde.

 

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Über die Wahrnehmungs- und Erinnerungslücken

Die Zerbröselung der österreichischen Variante von Pedigaga war schon absehbar, als die deutschen Patriotenvorreiter begannen, sich zu kannibalisieren. Unserem Hellseherehrenkodex verpflichtet haben wir die Weissagung auch brav kundgetan. Mit dem Kassandraschicksal müssen wir noch zurechtkommen.

Denn der Spaziergang der vorgeblichen Islamisierungsbekämpfer, in Fachkreisen gerne bürgerliche Manifestation genannt, entpuppte sich als reinstes Fiasko:

Von Hitlergrüßen und „Sieg Heil“-Rufen berichteten Twitteranten und Presse; Fotos von Hitler- und Kühnengrußpraktikanten wurden rumgereicht; die deutsche Fahne wurde von (österreichischen?) Patrioten geschwenkt; und man berichtete von Besuchern aus den Kronländern, die sich unsere schöne Hauptstadt einmal ansehen wollten.

Rechter Demotourismus: Liste der islamismusbedrohten Länder, möglicherweise unvollständig

Rechter Demotourismus: Liste der islamismusbedrohten Länder, möglicherweise unvollständig

Und wer wollte davon nichts mitbekommen haben? Am Abend wurden die Ereignisse im TV „diskutiert“, und weder Sprecher noch Polit-Spaziergänger wollten etwas Anstößiges gesehen oder gehört haben. Auch auf einem vorgelegten Hitlergrußfoto konnte der Veranstalter beim besten Willen keinen Hitlergruß erkennen. Sehr zum Gaudium des Publikums, übrigens. Alles nachzusehen bei Pro und Contra, oder in einer Duhtub-Raubmordkopie. Mittlerweile hat derstandard ein Verbotsgesetz-FAQ zusammengestellt.

Immerhin schien sich in den darauffolgenden Stunden die Erkenntnis durchzusetzen, dass sich Leugnen des Dokumentierten und Anzweifeln des Bezeugten nicht lange durchhalten lassen. Also schnell noch ein paar Linksextremisten und Provokateuragenten die Schuld zuschieben, und natürlich der Lügenpresse.

Die "totalitäre Fratze" haben immer die anderen

Die „totalitäre Fratze“ haben immer die anderen

"jedweder Extremismus"

„jedweder Extremismus“ – Distanzierung vom eigenen Publikum?

"Provokateure - von links oder rechts"

„Provokateure – von links oder rechts“

Auch jene Partei, die vorgibt, „Pegida im Herzen“ zu tragen, sucht langsam den Notausgang. Während das „Wir sind das Volk“-Volk auf der Straße friert, genießt die Parteispitze ihren Skiurlaub – was man eben so Volksnähe nennt. diepresse hat trotzdem bei allen nachgefragt, und berichtet:

„Der Hitlergruß hat da nichts verloren“, meinte Kickl.

Harald Vilimsky, der zweite Generalsekretär, glaubt nicht, dass sich Pegida Österreich zu einer breiten Bewegung entwickeln werde. Erstens, weil es mit der FPÖ – anders als in Deutschland – bereits eine Partei mit ähnlichen Anliegen gebe. Und zweitens, „weil viele Menschen zwar im Herzen dabei sind, sich das aber nicht antun wollen“

Heute morgen trudelten schließlich die für alle erlösenden Worte ein:

Pegida-Wien-Sprecher hängt Job an den Nagel

titelte wortspielerisch derstandard, und wetzte gleich die feine Klinge

„Auch einige Volldeppen, die sich eingeschlichen hatten, können den Erfolg nicht schmälern“, sagte Nagel offenbar in Anspielung auf Rechtsradikale, die bei der Demo in Wien mit Hitlergruß und „Sieg Heil“-Rufen aufgetreten waren.

"patscherter" Medienumgang, das beste 1848 seit Menschengedenken

„patscherter“ Medienumgang, das beste 1848 seit Menschengedenken

Gut.

Aber eigentlich waren ja die Aussagen des anderen Patriotenverstehers der Anlass dafür, diesmal zur Elektrofeder zu greifen.

1:50 (Zeitstempel des Videos)

Erstens, am Freitag hat die Freiheitliche Partei keine Demonstration gehabt, sondern einen Ball in einem Ballsaal, das ist schon etwas anderes.

Das ist schon einmal eine originelle Ansage, denn erstens waren FPÖ-Demonstrationen an dem Tag geplant, aber verboten worden

und zweitens schritt die Polizei bei eben jener Demonstration im Sperrgebiet, die nicht stattgefunden hat, ein:

POLIZEI_WIEN_on_Twitter_Ballbesucher_missbrauchten_Berechtigung,_nach_Provokation_wurden_die_Transparente_abgenommen._-_2015-01-30_18.48.50.cropGut, hat der Mann also keine Demonstration gesehen, die von seiner Partei am Balltag direkt vor der Hofburg abgehalten wurde.

Gut, hat er also bei Pödigaga 2000 Leute gezählt, von denen er 400 die Hand geschüttelt hat. Und das, obwohl die Polizei von 250 sprach, die Zahl aber zwischenzeitlich offiziell auf 500 angehoben wurde.

Gut, kann er sich auch an keine Demonstration erinnern, die die FPÖ jemals veranstaltet hätte. Woran er sich erinnern kann, das sind die Linksextremisten. Allerorten! Sogar im Fernsehstudio war er von Linksextremisten umzingelt!!

36:40

Also ausgenommen von Wahlzeiten kann ich mich an keine einzige Demonstration erinnern – und ich bin jetzt 30 Jahre bei der Freiheitlichen Partei und 25 Jahre in einem politischen Amt gewesen, ja – kann ich mich an keine Demonstration der Freiheitlichen Partei auf der Straße überhaupt erinnern.

Es gab nur Wahlkundgebungen, die werden allesamt von den Linksextremisten gestört.

38:10

Welche Demonstration hat die Freiheitliche Partei auf der Straße je gemacht?

Das ist sicher eine Fangfrage.

Einerseits die feine Unterscheidung zwischen (Wahl-)Kundgebung (gut) und Demonstration (böse).

Andererseits die Einschränkung „auf der Straße“. Bedeutet „auf der Straße“ nun nicht in geschlossenen Räumen – ein Kontext, den der vorangegangene Wortgefecht ääääähm Dialog mit Herrn Öllinger zuließe? Oder heißt „auf der Straße“ eben „Straße“? Also Fahrbahn. Dort wo die Autos nicht fahren dürfen, wenn grad Demo ist? Und gälte dann auch ein Platz als „Straße“?

Weitererseits die Unspezifität des Ausdrucks „Freiheitliche Partei“: ist damit die Bundespartei gemeint, die Landesparteien mitgemeint? Und die Bezirks- und Ortsparteien?

Und gelten Oktoberfeste als Demonstration? Wenn sie auf der Straße abgehalten werden?

Wir sehen uns vor einer kombinatorischen Explosion des Ausreden und -flüchte. Wirklich fies!

Und so befragen wir gespanntest(!) die Weltnetzsuchmaschine, ob es jemals eine FPÖ-Demonstration oder eine FPÖ-Kundgebung oder einen FPÖ-Protestmarsch unter freiem Himmel gegeben hat.

Tataaaaaa

30.1.’15 WKR-Ball

10.1.’15 Kundgebung zum Erhalt unserer Kultur in Groß-Enzersdorf

13.11.’14 Traiskirchen

Der Strache hats dann aber doch zeitlich nicht geschafft, soweit wir uns erinnern können.

6.11.’14 Simmering

31.10.’14 Drogenzentrum Alsergrund

4.10.’14 Oktoberfest am Viktor-Adler-Markt

11.6.’14 Beamtendemonstration

fpoe.at: Zahlreiche freiheitliche Vertreter der Exekutive, des Bundesheers und der Justizwache demonstrierten heute um 11:55 Uhr – gemäß dem Motto: „Es ist fünf vor 12“ – gegen die Kahlschläge der Bundesregierung. Österreichs Sicherheitsapparate würden regelrecht ausgehungert.

24.1.’14 WKR-Ball

Wir erinnern uns dunkel an reservierte Kundgebungsstände, an denen sich dann aber kein Kundgeber fand, um seine Kundgebung kundzugeben. Kann aber auch ein anderes Jahr gewesen sein.

6.9.’13 Mariahilferstraße

11.12.’12 Kundgebung Entscheidung für Österreich

27.6.’12 ESM-Demo

20.3.’12 Feuerwache Brigittenau

28.10.’11 Protestkundgebung am Stephansplatz

26.05.’11 „Unser Geld für unsere Leut‘!“

Beim morgigen Aktionstag zum Thema „Unser Geld für unsere Leut‘!“ seien wienweite Verteilaktionen und eine Kundgebung am Viktor-Adler-Markt geplant.

27.10.10 Ankündigung von Demonstrationen

18.6.’10 Demo gegen Islamzentrum

15.1.’10 FPÖ-Kundgebung in Eberau

14.5.’09 Anti-Moschee-Demo

Doch mit der Unterstützung durch die FPÖ – Heinz-Christian Strache persönlich tritt als vehementer Unterstützer dieser Initiatve auf – hat das ganze längst, wenn nicht von Anfang an, einen sehr rechten, ausländerfeindlichen Anstrich bekommen

4.4.08 Vertrag von Lissabon

Gerade deshalb dürfe man die Vorkommnisse vergangener Woche in der Brigittenau nicht verharmlosen, an denen an die 100 Neo-Nazis teilgenommen hätten. Das Verhalten der FPÖ und ihres Chefs wären keine Überraschung gewesen, sie verurteile dies zutiefst und bezeichnete es als „verabscheuungswürdig“.

Irgendwann muss genug sein.

Kommen wir zurück zum Statement

Also ausgenommen von Wahlzeiten kann ich mich an keine einzige Demonstration […] der Freiheitlichen Partei auf der Straße überhaupt erinnern.

Klingelts langsam, Herr Graf?

Kommt die Erinnerung wieder? Erinnern Sie sich? Erinnern Sie sich an irgendetwas?

Und müssen Sie die Leute unbedingt so offensichtlich für Deppen halten?

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