Über die Ungenauigkeiten in Wahlkampfreden

Eigentlich hat uns das noch nie gereizt, auf irgendeine dieser Wahlveranstaltungen zu gehen, die situationselastisch gerade so in Mode sind.

Vielleicht wäre es ja informativ, oder unterhaltsam, vielleicht sogar spaßig.

Gut, sicher nicht so spaßig, wie einst die unbekannterweise geschätzte Frau Sargnagel berichtete, was geradezu zwingend die Anhängerleins der Partei erregte, die diese Veranstaltung veranstaltete, weshalb es dann auch einen audiovisuellen Nachschlag ihrerseits gab.

Zum Glück können wir uns diese Herausforderungen ersparen, weil es ja immer wieder Leute gibt, die tatsächlich dorthin gehen und dann auch noch begeistert ihre Handyvideodokumente hochladen. Schau ma sich das halt einmal an.

Anmerkungen zur Transkription: Die Rede schwankt zwischen Hochösterreichisch und dann schon eher wieder dialektal gefärbt, und wir haben versucht, diesen – oft stufenlosen – Übergang auch in der Transkription ein wenig widerzuspiegeln. In der gesprochenen Rede ist das Ende oder der Anfang eines Satzes nicht immer erkennbar, weshalb wir die Punkte und Beistriche je nach Redefluss, Wahrnehmung, grammatikalischen Notwendigkeiten oder einfach willkürlich gesetzt haben. Verdrehte Satzstellungen und schiefe Metaphern aus dem Original blieben erhalten.

Das Video wurde am 20.9.’15 hochgeladen, und zeigt die Rede des Herrn Strache in der Großfeldsiedlung.

Ich freu mich, dass ich hier bei euch in der Großfeldsiedlung sein kann und dass ma mal auch die Gelegenheit hot – ich sags ganz offen – a poa Worte im Klartext zu sprechen, weil des wos wir do erleben müssen zum Teil an Entwicklungen, da ballt man im wahrsten Sinne des Wortes, ja, die Faust im Hosensack.

Wir erleben heute eine Entwicklung, wo wir die höchste Staatsverschuldung der Zweiten Republik haben, mit unverantwortlichen Politikern, die permanent gleichzeitig höchste Steuerbelastungen, Gebühren von uns Bürgern einzieht, wo wir belastet sind auf olle Eckn und Endn, und gleichzeitig eine Rekordarbeitslosigkeit erleben müssen, wo ma österreichweit bei 500.000 Orbeitslose angekommen sind, wenn man die gefärbtn und geschöntn Statistikn amol bereinigt.

Dass wir den jüngsten Anstieg der Staatsverschuldung der Bewältigung des Hypo-Desasters zu verdanken haben, hat sich wahrscheinlich schon herumgesprochen. Unter welchen Umständen das wirtschaftliche Schlusslicht des Landes dem gesamten Land etwas 20 Milliarden umgehängt hat, ist zum Teil beleuchtet, zum Teil noch im Dunkeln, wie die Notwendigkeit eines Hypo-Untersuchungsausschusses zeigt.

Dass durch diese Maßnahmen die Abgabenquote erst 2014 die Höhe der Abgaben unter Schwarz-Blau wieder erreicht hat, lässt uns erahnen, dass die Zeit der höchsten Steuerbelastung noch garnicht so lange her ist.

Weu in Woaheit waunst heite no nie gorweit host, scheinst goaned auf in da Oaweitslosnstatistik. Wennst beim AMS bist, scheinst goaned auf in da Oaweitslosnstatistik. Und wennst in Frühpension gschickt wirst, dann scheinst a ned auf,
obwohl in Woaheit des eine Zwangsfrühpensionierung woa. Und do wird getrickst aun ollen Eckn und Endn.

Und wir haben es wirklich mit einer Entwicklung zu tun, wo die Leut immer stärker belastet werden auf der einen Seite, und ma sie auf der anderen Seite im Stich lässt. Wennst heite oaweitn gehst, a Vollzeitbeschäftigung host, mit tausend, tausendeinhundert, tausendzweihundert Euro im Monat, und Überstundn a volle Besteuerung kriegst, und mit deinem Gehoit bei den gestiegenen Mietn, Lebensmittlkostn, Gas-, Strompreis, nicht mehr über die Rundn kommst, um am Zwanzigstn des Monats in Woaheit scho wieda in die Verschuldung gerätst, und an Kontokurrentkredit überziehn musst, ja dann passts afoch nimma. Daun is irgendwos foisch in dem System, wemma merkt doss (Jubel)

Tatsächlich schreibt die Arbeiterkammer zum Thema Überstundenbesteuerung:

„Für Überstundenzuschläge müssen Sie nur zum Teil Lohnsteuer zahlen: Bei Überstunden mit maximal 50 Prozent Zuschlag werden die ersten zehn Überstunden-Zuschläge im Monat steuerfrei belassen – wobei maximal 86 € steuerfrei sind.

Zusätzlich zu den zehn 50-prozentigen Überstunden-Zuschlägen können Überstunden-Zuschläge für Arbeit an Sonn-, Feiertagen und im Nachtarbeitszeitraum steuerbegünstigt ausbezahlt werden. Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit sind bis 360 € im Monat steuerfrei, Zuschläge bei überwiegender Nachtarbeit bis 540 € im Monat.“

Wamma merkt, dass ma heute, obwohl ma fleißig is und wos tuat, afoch nicht mehr zu Rande kommt.

Und i sog, waunst heute oaweitslos wirst – des kann jedem von uns heute passieren, jedem, da muass ma si ned scheniern dafia, ja – aba i sog waunst in die Richtung Laungzeitoaweitslosigkeit heit gehst, na, dann is scho wichtig dass man schaut dass ma eigentlich a System entwicklt, wo ma dann irgendwas auch für die Gemeinschaft auch tun sollte, damit ma dann a volle Mindestsicherung auch kriegt, ja, und ned danebm pfuschn geht und am Ende mehr verdient ois wia ana der Vollzeit beschäftigt is. Des passt ned zaum. (Jubel)

Tatsächlich ließ ein Herr Kickl am 25.7.’15 verlauten, die Mindestsicherung wäre zu hoch angesetzt: „Nicht das Arbeitslosengeld ist in Österreich zu hoch, sondern die Mindestsicherung, die von der ÖVP gemeinsam mit der SPÖ beschlossen worden ist, bietet die falschen Anreize“

Und im Jahr 2011 war die FPÖ überhaupt gegen die Mindestsicherung.

Und waun i daun merk, wie ma immer mehr hert, für die eigenen Leit da gibts ka Göd, do hot ma ka Göd! Jo, für die Bankn und Spekulantn bei da Griechenlandhilfe, do homs a erstes, a zweites, a drittes Hilfspaket ghobt, wo sofurt Milliardn unserer österreichischn Steuergelda überwiesen worden sind. (Jubel)

Bei unsare Leut, do sport ma, da gibts ka Göd. (Jubel)

Tatsächlich behauptet der betreffende Wikipedia-Artikel, dass es erst zwei Hilfspakete gegeben hat, bei gleichzeitig sechs Sparpaketen. Wie die Reaktionen einer FPÖ aussehen würden, wenn uns ausländische Mächte zu Sparpaketen zwängen, kann man nur ansatzweise erahnen, wenn man ihre Kommentare zu den Folgen des Hypo-Desasters verfolgt.

Unsare Leut miassn mitkriagn, dass in alln Eckn und Endn gsport wird. Schulsanierung gibts ned, jo, die Schülerklassenzohln wern ned auf unter 25 heruntergefohrn, die Familienbeihilfe kann nicht inflationsangepasst werdn, die Pensionistn lasst ma im Stich indems kan Pensionistenpreisindex gibt.

Die Stadt Wien berichtet auf ihrer Homepage von einem Schulsanierungspaket in der Höhe von 570 Millionen Euro bis 2017.

Dass die Familienbeihilfe 13 Jahre lang nicht inflationsangepasst wurde, ist wirklich schändlich. Aber auch hier reichen die Altlasten wieder in die schwarz-blaue Regierungszeit, als man dem Fetisch des eh nie erreichten Nulldefizits nachrannte – unter einem Finanzminister mit blauer Vergangenheit. 2014 gab es jedenfalls eine Erhöhung, und für 2016 und 2018 sind Erhöhungen geplant.

Tatsächlich berichtet die Stadt Wien, dass es seit 2006 einen Preisindex für Pensionistenhaushalte gibt. Tatsächlich stammt das älteste Suchergebnis zu Pensionistenpreisindex auf OTS aus 2001.

Tatsächlich versendete ein gewisser Herr Strache ebendort im Jahr 2006 eine Aussendung mit den Worten: „Die Statistik Austria berechnet im Auftrag des Österreichischen Seniorenrates einen eigenen Pensionisten-Preisindex, der ganz speziell auf die Bedürfnisse der Pensionisten Rücksicht nimmt.“

Oiso, überall wird gsport bei die eigenen Leit, bis hin zur Pflegestufe 1 und 2, die sie gekürzt hom, für jene, die unsere Pflege und Hilfe brauchn, ois behinderte Menschn, ned. Do san meistns die Familienangehörign die, die ihre Vawaundtn pflegn,
und am Ende überbleiben bei diesen Kürzungen.

Tatsächlich liest man auf dem österreichischen Amtswege-Portal:

„Diese [höheren] Stundenwerte gelten allerdings nicht für Personen, denen bereits vor dem 1. Jänner 2015 rechtskräftig ein Pflegegeld der Stufen 1 oder 2 zuerkannt wurde oder die vor dem 1. Jänner 2015 einen Antrag auf Pflegegeld gestellt haben.

Ab 1. Jänner 2016 wird das Pflegegeld in allen Pflegestufen um 2 Prozent erhöht. Das Sozialministerium gibt an, dass Pflegegeldbezieherinnen/Pflegegeldbezieher durch diese Erhöhung jährlich durchschnittlich 111 Euro mehr Pflegegeld erhalten werden.“

Tatsächlich liest man im Stenographischen Protokoll zur Abstimmung der Pflegegeldreform, dass die FPÖ geschlossen gegen die Gesetzesänderung gestimmt hat, die zur Erhöhung des Pflegegelds geführt hat.

Tatsächlich liest man auf der Website des politischen Mitbewerbers, dass die FPÖ nicht so sozial abstimmt, wie sie sich gerne dem Volke gegenüber präsentiert.

Des heißt bei unsere Leit wird gsport, bei unsare Leit da gibts ka Entwicklung, wo ma sogt, jetz nemma amoi unsare Sorgen und Nöte der Menschn ernst und schauma amol, dass die zuerst drankommen, und ned des Göd irgendwo in der Europäischen Union, Griechenland, oder Bankn- und Spekulantnhilfe eingesetzt wird. (Jubel)

Do miassn wir wos ändan.

Und liebe Freunde, genau darum gehts: Es braucht eine Zeitenwende, wo wieder die Wienerinnen und Wiener an erster Stelle stehn, und wenn i ma anschau (Jubel)

Wenn i ma anschau, wos do so an Entwicklungen in unterschiedlichn Bereichn foisch glaufn is, jo, i man, wannst heute oabeitn gehst und Überstunden mochst, do wirst bestroft waunst fleißig bist. Da gibts a Überstundenbesteuerung da bleibt da nix mehr über, ja, da bleibt da nix über.

Das hatten wir irgendwie schon.

Und oite Muattaln mit Mindestpensionen miassn ihr Lebm fristn, obwohls ihr Lebm laung brav woan, und jeda der den Asylstatus erhält und ka Stund gorweit hot kriagt genauso vü. (Applaus)

Die Mindestsicherung ist der FPÖ nicht nur generell ein Dorn im Auge, sondern ganz besonders, wenn Asylberechtigte sie bekommen. Immerhin sagt er diesmal „Asylstatus“, während sein Parteifreund-oder-nicht in Kärnten noch immer zum verpönten Asylanten greift.

Und deshalb muss in jedem Wahlkampf der Mindestsicherungsneid geschürt werden:

Tatsache ist auch, dass die FPÖ Asylwerber garnicht arbeiten lassen will, genauso wenig wie sie gegen die so genannte Ostöffnung war, schon 2010, auch 2013, und jetzt noch immer. Die plakativ befürchtete 1 Million Ostblockler lässt aber noch immer auf sich warten, genauso wie die Überschwemmung durch portugiesische Gastarbeiter des Doktahaidaselig.

Und i sog, da gehts um Gerechtigkeit. und genauso seh ma in unterschiedlichsten Bereichn wos do vaursocht wurde. Sicherheitspolitik zum beispü, na. Do homs seit Joahn tausende Polizistenplanstellen eingspoat, in Wien fehln 1.500 Polizeidienststelln, und daun gengans her, der Herr Häupl mit der Mikl-Leitner und sogn, na jetz sperrma die Wochzimma
ah no, weu daun wirds angeblich sichara wauma die Wochzimma sperrn, na.

Tatsächlich berichtet die Parlamentskorrespondenz vom 16.5.’14

„Wie Innenministerin Johanna Mikl-Leitner bekannt gab, schlüsseln sich die 1.000 neuen Planstellen für das Innenressort auf 500 Planstellen für die Polizei, 200 Ausbildungsplanstellen und 300 Planstellen aus dem „Mobilitätsmanagement“, also insbesondere der Übernahme von ehemaligen Postbediensteten, auf.“

Tatsächlich berichtet die APA am 22.5.’15:

„So gibt es, wie schon angekündigt, von 2016 bis 2018 jedes Jahr 250 zusätzliche Polizei-Planstellen, macht also insgesamt 750. Da der Personalstand dort bereits heuer erhöht wird, beträgt das Plus insgesamt 1.000 Planstellen, wird in den Erläuterungen vorgerechnet.“

Jo, oiso hallo. Die glaum wirklich, sie könnan uns fia dumm vakaufn. Es nächste mal redns uns ein, sperrma die Schuln, dann werma gscheiter. Sperrma die Spitäla, dann werma gsünder, ja. Also, so dumm halten sie uns, zum Teil, wo i sog, des is in Woaheit eine Zumutung, und diese Zumutung muaß ma überwindn, also gemeinsam (Applaus)

Und wann i ma dann anschau, was die letzten Wochn und Monate do an Entwicklung passiert is. Also ich halte ausdrücklich fest, ausdrücklich: Anstand und Charakter sind keine Frage von Herkunft und Kultur. Es gibt genügend Menschn, die zu uns gekommen sind, die sich hochanständig hier integriern, die hier die Staatssprache Deutsch erlernen, die fleißig arbeiten und Steuern zahln, die nicht Gesetzesbrecher sind und kane Kriminelln sind, und auch zu dieser neuen Heimat stehn. (Jubel)

Und da hat kein vernünftiger Österreicha ein Problem damit, jo. Was wir nicht wolln, das ist die zweite Seite, die’s leider gibt, wo Menschn zu uns kommen und sich nicht integriern, nicht arbeiten, ned bereit sind a Leistung zu bringen und Steuern zu zohln, sondern dem Sozialsystem auf der Tasche liegen, und am Ende sogoa noch Gesetze brechn, oder radikale Islamisten sind.

Gut, dass wir die radikalen Islamisten noch untergebracht haben. Eine Tatsache, die hier vielleicht ein wenig untergeht, ist, dass besagte radikale Islamisten nicht frisch Zugewanderte sind: die jüngsten Attentate in Deutschland, in Madrid, in London, in Midi-Pyrénées, auf Charlie Hebdo, wurden durchwegs von Männern verübt, die entweder schon Jahrzehnte lang in einem europäischen Land gelebt haben, oder sogar in Europa geboren wurden, und somit die hiesige Staatsbürgerschaft besitzen. Somit wären sie auch nicht einmal präventiv abschiebbar gewesen:

Die wolln wir nicht in unserer Gesellschaft ham. Denen wolln wir die Tür hinaus aus Österreich zeign. weil sowas hat bei uns nichts verloren.

Und genau darum gehts. Diese Differenzierung ist wichtig. weil was wir auch aktuell im Rahmen der Modernen Völkerwanderung erleben, das ist ungeheuerlich. Da wird uns jeden Tag in den Medien, i sog scho fost, der Begriff unter Anführungszeichen, Lügenpresse, jo der hot schon in vielen Bereichen leidergottes eine wirkliche Qualität erreicht, weil Manipulation gelebt wird. Da werdn alle, die do in der Modernen Völkerwanderung nach Europa aufbrechen, Millionen, als Flüchtlinge bezeichnet, die sie garnicht sind.

Die Differenzierung wäre tatsächlich wichtig, wird aber unterlassen: Kriegsflüchtlinge sind keine radikalen Islamisten, sondern flüchten vor ihnen.

Die Verneigung vor den Verschwörungstheoretikern und Pedigagas mit dem Wort Lügenpresse ist auch wohl platziert, ebenso wie die Anführungszeichen, die wir von der Anführungszeichennächstenliebe und der Anführungszeichenoktoberrevolution kennen, die der FPÖ dann doch ein wenig peinlich war. Aber da waren die Plakate schon gedruckt.

I sog, jemand der wirklich verfolgt is, im Sinne der Genfer Konvention (Zwischenruf 7:40: „Des san nua Kanakn“), ja dem helfen wir, den schützn wir, owa wir ham heute über 80%, die do noch Europa und noch Österreich drängen, das sind
keine Flüchtlinge im Sinne der Genfer Konvention. das sind Wirtschaftsflüchtlinge (Applaus).

Tatsächlich meinte der Herr Strache im Jahr 2011 noch auf die Frage, ob er die Genfer Konvention ändern wolle:

„Ich glaube, man muss sie international neu definieren. Was sind heute die Herausforderungen? Es haben sich die Gegebenheiten geändert. Der Asylbegriff gehört neu definiert. Die Genfer Flüchtlingskonvention ist veraltet, nicht zeitgemäß.“

Insofern ist diese regelmäßige Berufung auf die Genfer Konvention sehr beachtlich. Aber gut, diese Leute wollen ja sogar die Menschenrechtskonvention ändern, nur weil ihnen etwas nicht passt.

Da ist es auch nur konsequent, dass man in der FPÖ garnicht versteht, warum die armen Menschen überhaupt fliehen:

Strache: Krieg kein Grund für Asyl

Der Ausredenslalom hat also eine neue Wendung genommen, die die Argumentation nicht ganz widerspruchslos erscheinen lässt: Die angeblichen Wirtschaftsflüchtlinge, die ruhig im Mittelmeer ersaufen können, werden urplötzlich auf einmal doch Kriegsflüchtlinge, die aber kein Recht auf Asyl haben, nur weil irgendwo irgendwer ein bisserl rumballert.

Und diese mysteriösen 80% hören wir auch schon ziemlich lange. Zumindest seit dem EU-Wahlkampf, und der ist schon wieder eine Ewigkeit her. Damals mag das aufgrund der Herkunftsländer auch wirklich so gewesen sein. Aber man bedenke: Seit 5 Jahren herrscht in Syrien Bürgerkrieg. Erst bombt der eine, dann bombt der andere, und alle bomben mit:

Wikipedia: Konfliktparteien im syrischen Bürgerkrieg

Wikipedia: Konfliktparteien im syrischen Bürgerkrieg

Der Zwischenstand lautet 250.000 Tote, 4 Millionen Flüchtlinge in Ausland, 8 Millionen Flüchtlinge im Inland. Und des is ned nix! Vor diesem Hintergrund hat nämlich Deutschland für sich das Dublin-Verfahren für Syrer ausgesetzt, während hierzulande hinter jedem Flüchtling ein Islamist befürchtet wird:

Das sind zum Teil auch eingeschleuste radikale Islamisten. Das hat sogar der Islamische Staat in Videos vor über einem Jahr angekündigt. Da hams nämlich angekündigt, dass sie 100.000e nach Europa schicken wolln, um Europa zu destabilisieren und terroristische Anschläge zu verstärkn, und auf Dauer das Uiel einer Islamisierung Europas zu erreichn.

Tatsächlich helfen die Rechten, die Propaganda des IS und somit Angst und Schrecken in Europa zu verbreiten. Würden diese Facebook-Idioten nicht jedes Gewaltvideo teilen, das ihnen im Internetz über den Weg läuft, dann hätten die Rechten gar keine Mittel, um unter ihren Anhängern so richtig schön die Panik zu verbreiten. Eine klassische Win-Win-Situation also, für beide Seiten: die einen gewinnen an Bedrohungspotential, die anderen an Wählerpotential. Ganz nebenbei werden Flüchtlinge, Asylwerber, und Terroristen in den Topf der Leute geworfen, die rechts außen eh keiner mag.

Und ich soge: Genau das ist es, was man auch im Blickfeld haben muss, und wir haben eine Verantwortung. unsere österreichische Bevölkerung zu schützn und die Grenzn endlich wirklich sicher zu stelln und nicht olle hereinzulassn. (Jubel)

Die kommen aus sicheren Ländern, die kreisen über unzählige sichere Länder wo sie überhaupt keine Verfolgung mehr habm, wo sie überall die Möglichkeit ham, ja, den Schutz zu erhaltn und den Asylantrag zu stelln, wie’s in den EU-Gesetzn vorgesehn ist.

hc 10 sichere staaten

Es interessiert sie nur nicht. Es wern olle Gesetze gebrochn. Die EU, olle Institutionen ham versagt, bis hin zu unseren Regierungspolitikern, wo wir die unfähigsten der Geschichte hobm, vom Faymann angefangen, die olle rücktrittsreif sind, liebe Freunde. (Applaus)

Weil was hier momentan sich abspielt ist eine unverantwortliche, ja geradezu gemeingefährliche Politik, wo alle Gesetze außer Kraft gesetzt werden, wo ma das Bundesheer zum Grenzeinsatz zwar befiehlt, aber nicht zum Grenzschutz, nicht zur Sicherung unserer Grenzn, sondern ja, als Willkommensbegrüßung für alle illegalen Einwanderer.

Tatsächlich besagt das Schengener Übereinkommen im Artikel 5:

„(2) […], es sei denn, eine Vertragspartei hält es aus humanitären Gründen oder Gründen des nationalen Interesses oder auf Grund internationaler Verpflichtungen für erforderlich, von diesem Grundsatz abzuweichen.“

Tatsächlich war es ein gewisser Herr Orbán, der die syrischen Flüchtlinge vom Budapester Bahnhof aus zugweise Richtung Deutschland schickte, als er vom bundesdeutschen Aussetzen erfahren hat.

Tatsächlich wurden in Ungarn diese Flüchtlinge nicht registriert, bevor sie an die österreichische Grenze verfrachtet wurden.

Tatsächlich gibt Ungarn vor, mit seinem Zaun an der serbischen Grenze „seine Grenze zu sichern“, aber tatsächlich kommen täglich 7.000 Flüchtlinge durch Ungarn. Trotz Grenzzaun und Stacheldraht und allem.

Was ist denn das für ein System? Da wird nicht einmal registriert. Die wern nicht einmal registriert. Ma waß garnet wieviel hereingekommen sind bereits, und wieviele sich illegal aufhalten

Ja, einfach mal den Orbán anrufen, wieviele er durchlässt. Bei all dem Respekt für Orbán sollte die Beauskunftung doch kein Problem sein.

Da muaß ma doch, so wie der Orban, und ich habe größten Respekt vor Orban, der schützt seine Bürger, seine Grenzen (Jubel, dadurch unverständlich)

Und jeder Bürger weiß, dass ein jedes Haus, das irgendwo in der grünen Wiesn steht, an Goatnzaun hot, damit ned jeder afoch als Fremder in den Goatn einekummt.

Vorsicht, hier beginnt der Spannungsbogen der Land-gleich-Haus-Metapher.

Und ganz ohne Schadenfreude: ein gewisser Höhlenmenschexperte kann aufgrund eigener Erfahrung berichten, wie hilfreich ein Gartenzaun für den Schutz eines Hauses im Grünen ist.

Und jeda Büaga waaß, dass ma sei Wohnung und sei Häusl mit Fenstern und mit Türen versehn hat und die ned aushängt, damit a jeda Fremda, der Lust und Laune hot, in da Wohnung oder im Haus steht. Das ist doch das normalste auf der Welt.

Owa uns wird eingeredet, das sei nicht normal, und das sei nicht das Gebot unserer Stunde, weil wir es mit Politikern zu tun habm, die in Woaheit garnicht mehr dran interessiert sind, für uns da zu sein, für uns Österreicher da zu sein, und unsere
Freiheit, Sicherheit zu schützn, und genau in dem Bereich davor aufzupassen, dass wir nicht im Sinne einer modernen neuen Völkerwanderung und Invasion überrannt werden und Probleme bekommen, die wir garnicht mehr bewältigen können, weil ma so unverantwortlich umgeht. (Jubel)

Humanitäre Hilfe für Kriegsflüchtlinge ist für die FPÖ also unverantwortlich, dass Leute aus Kriegsgebieten fliehen stellt den Tatbestand der Invasion dar. Und dann laut raunzen, wenn Hetzerei unterstellt wird. Blöd nur, dass sogar Gerichte diese Sichtweise bestätigen:

„Wir leben in einer Zeit, in der öffentlich junge Menschen Flammenwerfer statt Wasser für Flüchtlingskinder fordern. Und dieses Klima hat Herr Strache maßgeblich mitgeprägt!“

Der Volkshetzer „sei aber praktisch notorisch, um nicht zu sagen: Herr Strache liefert dafür laufend ein Tatsachensubstrat“, stellt der Richter fest.

Invasions-Kollaborateure

Invasions-Kollaborateure

Ich sage, was wir da erleben, des is teilweise wirklich bezeichnend, na. Aba das spricht ja auch bis hinein in die Wiener Stadtpolitik unter Rotgrün, weu den Häupl hat ma die letztn Jahr eh nirgendwo gsehn, ja. (Publikum: beim Fressn und Saufn, beim Wirtn, etc) Den gibts goanimma.

Und i sog, es Zeit am 11. Oktober Häupl und Vassilakou in Pension zu schickn, liebe Freunde. (Jubel)

Und ob die dann in Griechenland bei an Ouzo ihre Pension genießen, is mir wurscht, oda auf da Mariahilfastroßn auf an Parkbankerl, Hauptsache sie können keinen Schaden mehr anrichten in unserer Wiener Heimatstadt. (Jubel)

Aiso was wir da erleben an Entwicklung: in Wien hat ma jetzt a Kindergartenpädagogin gekündigt, weil diese Kindergartenpädagogin das Christfest näher gebracht hat.

Tatsächlich hat die Kronenzeitung am 21.8.’15 darüber berichtet, dass eine Pädagogin gefeuert wurde, weil sie über die Bedeutung des Weihnachtsfestes aufgeklärt haben soll. Und wer den Teil des Befragungsprotokolls, den die Kronenzeitung damals abgebildet hat, genau liest,

"Ich bin Christin"

„Ich bin Christin“

dem wird sich vielleicht das eine oder andere Ohrwaschl aufstellen. Wer mit „ich bin Christin“ argumentiert, sollte vielleicht nicht in einer Stadt, in der Menschen aus 16 Konfessionen leben, in öffentlichen Kindergärten arbeiten.

Nicht nur, dass der Artikel damals durch das gesamte rechte und blaue Facebook geteilt worden ist, nein, Herr Strache musste damit auch in der Elephantenrunde genannten Diskussionsrunde der Wiener Spitzenkandidaten hausieren gehn. Und ihm wurde sofort vom Bürgermeister höchstselbst widersprochen.

Sicherheitshalber hat Herr Strache die besagten Artikel noch einmal gepostet, und bspw. die FPÖ Frohnleiten, und bspw. die unzensurierte Wahrheitspresse, die alle haben aber nicht mit dem kurz darauf folgenden Faktencheck gerechnet:

Tatsächlich belegt der ZiB2-Faktencheck, dass nicht die harmlose Erläuterung des Weihnachtsfests Grund für die letztendliche Kündigung war.

Tatsächlich hat nicht nur „Rot-Grün“, sondern auch die Fraktion Christlicher Gewerkschafter/innen der Darstellung in der Kronenzeitung widersprochen.

Tatsächlich kann man auf kobuk anonymisierte Teile des Befragungsprotokolls nachlesen, und dort kommt man zu dem Schluss:

„Das Protokoll zeichnet das Bild einer Kindergärtnerin, die Kolleginnen zu religiösen und politischen Themen und mit Broschüren der Kaiser-Karl-Gebetsliga zu missionieren versuchte, das praktizierte Konzept gendersensibler Pädagogik oder auch Aktivitäten wie das „Gespensterfest“ nicht mit ihrer Rolle als Christin vereinbaren konnte und sich allgemein unkooperativ verhielt.“

Viel schlimmer als eine tatsächliche Christenverfolgung, die nicht stattfindet, ist nur die behauptete Christenverfolgung, die in der Parallel- und Gegengesellschaft der Wahrheitspresse tagtäglich leidergottes eine wirkliche Qualität erreicht. Und wir können es kaum erwarten, bis auch dieses Jahr wieder die Nikololüge aufgewärmt wird.

Jo scheniern und schämen solln sich die rotgrünen Politiker! Das ist unsere Kultur! Unsere Identität! Die lassen wir uns nicht rauben. Und so agiern sie in allen Bereichn. Sie wolln unsare eigene Kultur, unsare eigenen Leit obschoffn, hot ma den Eindruck.

Und i sog des gaunz offen, da muaß ma gegensteuern. Wemma heite scho erlebt, dass seit Jahren debattiert wird, die Kreuze aus den Schulklassen zu entfernen: ja wems ned passt, der soll bessa heit als murgn unsa Laund valossn. (Jubel)

Unsere Kultur! Unsere Kultur!

Tatsächlich geht das Bestreben, Kreuze aus den Schulklassen zu entfernen, auf die Initiative Religion ist Privatsache zurück, die sich dem seit 2010 widmet. Die Vertreter scheinen, wenn es nach den in einem Österreich-Artikel genannten Namen geht, allesamt tüchtige, fleißige, brav arbeitende und steuerzahlende, indigen-autochthone Österreicher zu sein.

Tatsächlich gelang es nach anfänglichem Scheitern, 2013 die Entfernung der Kreuze an einer Wiener Schule durchzusetzen (kurier, vol.at, Wiener Zeitung), und zwar auf Betreiben einer konfessionslosen Mutter, nicht wegen radikaler Islamisten.

Tatsächlich sieht §42 des Wiener Schulgesetzes vor: „(7) In den allgemeinbildenden Pflichtschulen, an denen die Mehrzahl der Schüler einem christlichen Religionsbekenntnis angehört, ist in allen Klassenräumen ein Kreuz anzubringen.“

Tatsächlich sollte deshalb 2014 der Anteil „christlicher“ Schüler an den einzelnen Schulen erhoben werden, aber es scheiterte schon an der Definition, wer als Christ gelten sollte.

Tatsächlich hat die Initiative gegen Kirchen-Privilegien bei ihrem Volksbegehren 2013 56.660 Unterschriften sammeln können. Bei einem Volksbegehren können nur Stimmberechtigte und somit österreichische Staatsbürger unterschreiben.

Tatsächlich gibt es also in Österreich viele ÖsterreicherInnen, die das Kreuz aus den Schulklassen entfernen wollen. Wohin will Herr Strache diese Leute abschieben? Haben diese Menschen kein Recht auf Heimat?

Und do wird sogoa, in den Volksschuln und Kindagärtn wird heite ka Schweinsschnitzl mehr serviert, kane Frankfurta Wiaschtln, ka Lebakassemmal mehr, weil man könnte ja damit irgendwelche muslemischen zugewanderten Kinder beleidigen. Ja was soll denn das? ( Zwischenruf 13:05: Scheiß auf de Kanakn)

Das ist ja eine Selbstverachtung. Wir wolln unsare Kultur, unsare Sittn und Gebräuche auch für unsare Kinda bewahrn, liebe Freunde, und da brauch ma andare Politiker als die. (Jubel)

Und i sog daher bewusst, tauschen wir die Politiker aus, bevor sie uns als Bevölkerung austauschen. Es is an dea Zeit. (Jubel)

Die Identitären werden sich freuen, dass nach dem Schlüsselwort Identität oben nun auch der Austausch endlich Eingang in das FPÖ-Vokabular gefunden hat. Klingt auch nicht so belastet die die klassische Umvolkung.

Und, wenn i ma anschau, wie ma da agiert, in der Frage da radikalen Islamistn, ja bitte, was hat die SPÖ und was ham die Grünen da jahrzehntelang in Wien gemacht? 100e Millionen Euro unserer Steuergelder hom sie für Erdogan-Vereine ausgegeben, damit Parallel- und Gegengesellschaften entstanden sind. Jetzt kandidiert sogar a türkische Liste in Wien, eine Erdogan-Liste, ja. Des is subventioniert wordn mit unsare Steuergelda, weu ma ned gschaut hat, dass Integration stattfindet.

Tja, nicht nur dass die Türkei viel eher und viel mehr Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen hat, als wir hierzulande, nein, soll dieser Herr Erdogan nun auch noch der EU helfen, den Flüchtlingsstrom in den Griff zu bekommen – gegen EU-Geld natürlich. Sollte dieses Vorhaben tatsächlich funktionieren, hätte der angefeindete Herr Erdogan mehr für Flüchtlinge und gegen die Islamisteninvasion getan, als die gesamte FPÖ zusammen.

Ja bitte, was is denn des fia a Politik? Radikale Islamisten, also Österreicher mit Migrationshintergrund, san von Österreich nach Syrien gereist, um dort sich dem Islamischen Staat für die Terrorarmee anzuschließn, habm dort leute bestialisch umgebracht, andersgläubige Menschen, andersdenkende Menschen, Christen brutal ermordet und ihnen die Köpfe abgeschnittn.

Und wenn jemand sowos mocht, sog i, der von Österreich da runta geht, sog i, ein Wonweh-Ticket ohne Rückkehrrecht. (Jubel)

Da ghört die Staatsbürgerschoft entzogen.

Also wie jetzt, kommen die radikalen Islamisten jetzt per Flüchtlingsboot zu uns, oder fliegen sie im Flugzeug nach Syrien?

Tatsächlich ist die Entziehung der Staatsbürgerschaft im Staatsbürgerschaftsgesetz §33-§36 geregelt.

Tatsächlich wurde am 10.12.’14 vom Nationalrat eine Änderung dieses Gesetzes beschlossen: „Darüber hinaus kann ÖsterreicherInnen, die im Ausland freiwillig an Kampfhandlungen teilgenommen haben, die Staatsbürgerschaft entzogen werden, wenn sie eine weitere Staatsbürgerschaft besitzen.“ Hat jemand nur eine Staatsbürgerschaft, kann sie eben nicht aberkannt werden.

Aber vielleicht will die FPÖ ja auch noch das Völkerrecht ändern, wer weiß? Denn selbst wenn die Staatsbürgerschaft entzogen würde, dürften die solcherart zu Staatenlosen gewordenen nicht ausgewiesen werden.

Solche leut ghörn aus Östarreich hinaus, ja. Owa wos mochn die Rotn, die Schwoazn und die Grünan? Sie haben über 70 nach Östarreich zurückgelassn! Über 70 solcher radikaln islamistischn Kämpfer hat ma zurückgelassn, weil die rotschwarzgrünen Gutmenschn sogn, na die oaman Haschaln, die oaman Haschaln, die san jo vom Schädlobschneidn gaunz fertig. die miaß ma resozialisiern. Ja, verdammt nochamal, was haben wir hier für unverantwortliche Politiker? Die ghern eigsperrt, a Leben lang hinter Schloss und Gitter gesperrt, damit sie diese Gesellschaft nicht gefährden (Jubel)

Dass ein Politiker, dessen Partei – entgegen jede Erkenntnis der Sinnlosigkeit – mit dem Motto „Lebenslang muss Lebenslang bleiben“ wirbt, Resozialisierungsmaßnahmen ablehnt, überrascht nicht wirklich.

Oba wos is los? Die laufn frei bei uns herum, die waundln ois tickende Zeitbomben unta uns, weil diese rotn, schwoazn und grünan Politika wegschaun, und keine Verantwortung tragen in dieser Frage (Zwischenruf: Scheiß Kanakn)

Unfassbar! Und sowos kamma afoch nimma länga zulassn. Und ich sage, hier haben wir eine Verantwortung, für unsere Kinder, Kindeskinder, für unsere Enklkinda, damit die ebm nicht eine Entwicklung erleben, wie wir sie heute in Syrien habm.

Tatsächlich findet in Syrien ein Bürgerkrieg statt, in dem Regierungstruppen gegen die Opposition vorgehen, ein Drittel der Bevölkerung innerhalb des Landes auf der Flucht ist, auf der anderen Seite der IS angreift, und nun auch noch russische Flugzeuge die Opposition angreift, statt wie vorgesehen die IS-Truppen. Ja, so eine Entwicklung wollen wir wirklich nicht, nicht einmal wenn sie von Rotschwarzgrün kommt.

Und vielleicht in a poa Joah bei uns in Österreich oda andaswo in Europa. Da müss ma mit allen Mitteln gegensteuern. (Jubel)

Es is daher an der Zeit, wenn i ma anschau, wie arrogant der Häupl agiert. I bin ja kein Kabarettist, ja oba sei Lieblingsstellung is in etwa so (unkenntlich, Gelächter)

Tatsächlich hat Herr Strache Kabarettist als möglichen zukünftigen Beruf angegeben. Bemerkenswert ist allerdings die Behauptung, er kenne die Lieblingsstellung des Bürgermeisters.

Strache, der Kabarettist

Strache, der Kabarettist

Seine arrogante flapsige Oat, seine arrogante flapsige Oat, die kemma a, ned. Do hata si hingstellt und gsagt, do hota gsogt: Wauni a Lehra warat daun warat i am Dienstog zmittog fertig (nachahmend)

Tatsächlich hat sich Herr Häupl nicht mit einem Lehrer verglichen, sondern die angepeilte Lehrverpflichtung von 22 Stunden mit seiner eigenen Wochenarbeitszeit verglichen: „Wenn ich 22 Stunden in der Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig. Dann kann ich heimgehen.“

Tatsächlich hat er diesen Sager später erläutert mit den Worten: „Liebe Lehrer, ich habe nicht euch gemeint“ und weiter: Die Kritik habe Häupl an jene Spezies Lehrervertreter gerichtet, „die zu allem, was man vorschlägt, Nein sagen“. Seine Aussagen zur Unterrichtszeit seien keineswegs gegen den gesamten Berufsstand gerichtet gewesen, beteuerte er in seiner Rede.

Tatsächlich hat auch einst Herr Strache mit seinem Arbeitstag geprahlt: „Aber ich schone mich nicht, ich arbeite 20 Stunden am Tag, schlafe nur vier Stunden, geh zusätzlich jeden Tag ins Fitness-Studio, um mich für die Wien-Wahl fit zu machen.“

Interessanterweise wurde damals nie öffentlich erörtert, 20 Stunden Arbeit plus 4 Stunden Schlaf plus zusätzlich Fitness-Studio auf Dauer in einem irdischen Sonnentag unterbringen lassen, und wieviele Leute diese Aussage als schäbig empfunden haben.

I muss scho sogn, ein Stadtoberhaupt, das eine ganze Berufsgruppe so abqualifiziert, so schäbig behandelt, des is wirklich des Letztklassigste.

Tatsächlich hat auch Herr Strache einst eine Berufsgruppe abqualifiziert, als deren Vertreter im Falle des mystifizierten Nikoloverbots nicht spurten: „In einer Zeit, die durch Hedonismus, Sinnentleerung und Werteverweigerung geprägt ist, sei es ein Zeichen von Dummheit und Gleichgültigkeit, wenn irgendwelche dahergelaufenen Pädagogen meinen, sie müßten das Rad neu erfinden.“ War das etwa nicht letztklassigst?

Die Lehra sind selbst Opfa des Systems, die leiden selbst unta diesem System.

Dieser Satz könnte doch glatt von Herrn Bezirkowitsch stammen.

Man kann die Lehra nicht darauf reduziern, auf die Stundnzoi dies mit den Kindan vabringen. Sie hom Vorbereitungsarbeitn, sie ham Nachbereitungsarbeitn, die Tests, die Schularbeitn etcetera, oiso so flapsig eine ganze Berufsgruppe abzuqualifiziern, ist einfach schäbig, ned.

I sog, wir miassn insgesaumt endlich wieder mit Wertschätzung allen Berufsgruppen begegnen. Alle Berufsgruppen. Jeden einzeln brauchn wir, ob Maurer, ob Installateur, ob Mechaniker, ob Oazt, ob Kraunknpflega, Jeda Einzelne leistet Großoatiges und hat sich Wertschätzung, aber auch eine gerechte Bezahlung verdient und hots ned notwendig dass sich ein Herr Häupl hinstöht und daun so abqualifizierend spricht.

Tatsächlich kann empfand die Ärzteschaft wenig Wertschätzung, als Herr Strache sie im Juni dieses Jahres für seine Propaganda einspannen wollte: „Kein Wunder, dass wir auf einen Ärztenotstand hinsteuern, immer mehr Jungärzte gehen in das Ausland, wo sie wesentlich bessere Rahmenbedingungen vorfinden.“, schrieb er da in sein Facebook.

Tatsächlich antwortete ihm eine angehende Ärztin: „Wagen Sie es ja nicht, hier ungebeten für meinesgleichen zu sprechen […] Vielmehr sind Ihre menschenverachtende Politik und täglichen Hasstiraden der Grund, warum ein Abwandern in Länder (…) sehr reizvoll erscheint.“ Der freche Kommentar wurde alsbald gelöscht, woraufhin sich 800 weitere Kollegen dem Online-Protest anschlossen. Der vollständige Text ist auf kurier.at nachzulesen, eine öffentliche Reaktion auf die Widerrede blieb – wie so oft – aus.

Tatsächlich lässt sich die Wertschätzung einer Berufsgruppe an einem weiteren Einzelfall festmachen, nämlich an der unzensuriert erfundenen Story des Buben, der nicht zur Therapie durfte, weil 500 Flüchtlinge zur Erstversorgung kamen, selbstverständlich auch von Herrn Strache geteilt. Im Gegensatz zur dortigen Darstellung antwortete der Arzt per E-Mail noch am selben Tag: „Der Inhalt des Artikels ist substanzlos“, und auch eine entsprechende Stellungnahme des Wiener Krankenanstaltenverbunds liegt vor.

I sog des gaunz offn: I vasteh eam jo scho. Waun er Saumstog zmittog zum Heirign geht und die Zeit vagisst, issa Dienstog zmittog ordntlich fertig, liebe Freunde, jo (Jubel) des vasteh i, jo.

Und i sog eich wirklich eins: Alles, wos ma do in Wien erleben die letzten Jahre, sie baun keine sozialen Gemeindewohnungen mehr.  Ja, er liagt uns jo aun von vurn bis hintn. Do sogta jetz mecht er wieda baun.

Tatsächlich wurden in den letzten Jahren zahlreiche Wohnbauprojekte, die im Endausbau mehrere 10.000 Wohnungen umfassen werden, begonnen. Allein im Vorzeigeprojekt Seestadt wurden 2.600 leistbare Wohnungen errichtet.

Seit dem Jahr 2007 wird in der Regel keine soziale oder kaum mehr soziale Gemeindewohnungen gebaut. Wir brauchen 10.000, 15.000 neue Wohnungen pro Joah, und wir brauchn endlich soziale Wohnungen, die ma si wieda leistn kaun, die ned 6-900 Euro Monatsmiete kostn, (Jubel) sondern 350-400 (?). Wir brauchn wieder Entwicklungen, wo die Leute, die Menschn in dea Stodt ned Bittstella sind.

Über den Wettlauf unter den Wohnbauankündigern haben wir hierorts schon berichtet. Sagt der eine eine Zahl, muss der andere überbieten. So wird Sozialer Wohnbau gemacht.

Tatsächlich sagte Herr Strache im Standard-Interview vom 25.9.’15: „Wir sollten schauen, dass wir über 10.000 Gemeindewohnungen pro Jahr schaffen, um der Mietpreisexplosion am privaten Sektor gegenzusteuern.“ Vor 2 Jahren hat die FPÖ allerdings gegen Wohnbaudarlehen zum Erhalt der Gemeindewohnungen gestimmt.

Tatsächlich änderte die Partei innerhalb weniger Stunden ihre Meinung, und will jetzt nur mehr 5.000 Gemeindewohnungen bauen. 10.000 Wohnungen sollen 1,5 Milliarden Euro kosten, und wir alle fragen uns, woher das Geld kommen soll, wenn doch die Stadt so arg verschuldet sein soll.

Ich will mit euch gemeinsam, wenn wir es schoffn dass ma den Bürgermeista auch gemeinsam erringen, will ich das Rathaus 365 Tage für die Bürger öffnen. Nämlich ned aan Tog der Offanen Tür, 365 Tage hat das Rathaus eine Servicestelle für euch zu sein. Für alle Sorgn, (Jubel) für alle Leute die wir abstelln wolln. Euch ernst nehman, und ned als Bittstella behandln (Jubel). Waunst heute anrufst weus a Wohnungsproblem gibt, do wiast obgschaslt, kana heat di, jo.

Und wenn wir Wohnungsvergabm habm, dann muaß es so sein dass natürlich österreichische Staatsbürga zuerst diese Sozialwohnungen bekommen (Jubel). Daun muaß es so sein, doss jene, die die Staatsbürgerschoft hobm, natürlich bevorzugt werdn, und olle aundan solln amoi Integrationsleistungen vollbringen, zeign, dass sie hier entsprechend auch in der Gesellschaft wos beitrogn.

Und wemma daun siecht, wos die SPÖ und die Grünen in den letztn Johren aufgfiaht hom, jo. Do wern jo Wohnungen vagebm gaunz noch dem Motto „Willst du eine Wohnung habm, musst du nur ein Kopftuch tragn“ (uralt, trotzdem Gelächter und Applaus)

Tatsächlich ist ein getragenes Kopftuch nicht als Vorbedingung für ein Wohn-Ticket angeführt.

Und do muaß ma scho sogn, wemma daun heat dass sich do Sochn entwickln und passiern in Gemeindebautn, wo Schächtn in da Woschkuchl stottfindt, Lärmbelästigungen, sogst wos wiast mitn Tod bedroht und wiast beschimpft. Wenn Familien sich im Gemeindebau nicht benehmen können, werde ich als Bürgermeista sie delogiern! Do wea ma ordnung schoffn (Jubel)

Tatsächlich ist die einzige Quelle für Schächtungen in Waschküchen ein gewisser Herr Strache, der dies bereits im Wien-Wahlkampf 2010 behauptete. Wie viele andere Behauptungen in dem Interview blieb auch diese unbewiesen. Die Behauptung muss reichen: „Das ist keine Legende. Es findet leider statt. Ich lade Sie gerne ein, dass wir uns vor Ort die Missstände ansehen.“

Kann sich irgendjemand vorstellen, dass nach Erstarken der FPÖ in Wien bei der letzten Wahl, in Verbindung mit der symbiotischen Wahrheitspresse, und der intensiven Bearbeitung der Zielgruppe auf Facebook, irgendein Fall von tatsächlicher Schächtung nicht an die Öffentlichkeit gezerrt wurde? Zusammen mit Herkunftsland, Religionszugehörigkeit und Kinderzahl natürlich. Und ist das vorgekommen?

Tatsächlich werden Leute auch heute schon aus Gemeindebauten delogiert. Man setzt aber lieber auf Streitschlichtung und Mediation. Aber ein Bürgermeister Strache, der täglich von Gemeindebau zu Gemeindebau fährt, und dort unliebige Personen delogiert, ist vielleicht für einige ein erstrebenswertes Bild. Vor allem, wenn er gleichzeitig jeden Tag im Rathaus Tag der offenen Tür halten will.

Daun wea ma Ordnung schoffn, damit diese Zustände abgeschafft wern. damit ma sich wieda wohl fühlt im Gemeindebau. Damit ma sich wieda sicha fühln kann. Und wenn die Innenministarin gemeinsam mit dem Häupl seit über 5 Joah kane tausend zusätzliche Polizistn zambringan, ja dann mache ich als Wiener Bürgermeista eine Sicherheitswacht,
mit 1.500 Beamtn, die ma von da Polizei ausbildn lossn, und die präventiv in den öffentlichen Verkehrsmittln, auf den Stroßn, auf den Plätzn und in den Gemeindebauten für Sicherheit und Ordnung sorgn (Jubel)

Tatsächlich wurde trotz Einsparungsprogrammen 2014 im bombastisch klingenden Sicherheitspakt für Österreich 1000 zusätzliche Posten bei der Polizei veranschlagt. Und diese Ankündigung wird auch umgesetzt, wie die heurigen Zahlen belegen. Dass trotz sinkender Kriminalität weiterhin phantastisch viele Polizisten zusätzlich gefordert werden, ist gerechtfertigt: „Aber nur, weil man täglich die Statistiken ändert. Nein, wir haben als Bürgermeister einen großen Blender“, wusste Herr Strache schon vor fünf Jahren.

Tatsächlich gibt es ja bereits Erfahrungswerte aus Städten, in denen die FPÖ stark genug geworden ist, um endlich eine Stadtwache zu installieren, wie zB Linz. Das Ergebnis: Kritik an Linzer Stadtwache 2013, Kritik an Linzer Stadtwache 2014. Eineinhalb Millionen Euro im Jahr lassen es sich die Linzer kosten, ein paar Stadtwachler spazieren zu gehn, um Müllkontrollen durchzuführen und Hundebesitzer zu nerven: „Die Überwachten würden „ihre Aufgaben in keinster Weise so erledigen, wie es ihnen in unzähligen Gesprächen dargelegt wird“. Die öffentlichen Verkehrsmittel würden nicht zur Fortbewegung genützt, sondern bloß, „um Arbeitszeit darin zu verbringen“.“ Mangels Kompetenzen dürfen sie auch garnichts anderes tun, denn das wäre dann Aufgabe der Polizei, und das ist auch gut so.

Tatsächlich kosten die 30 Mitarbeiter der Linzer Stadtwache 1 bis 1,5 Millionen Euro, die Wiener dürfen sich bei 50facher Mitarbeiterzahl also auf Mehrkosten von 50 bis 70 Millionen Euro freuen, ohne dass sie irgendetwas davon hätten.

Und do rennt jo die SPÖ herum und verbreitet ja über mich seit geraumer Zeit viele Unwoaheitn. Do wiad gelogn wos geht.

Tatsächlich verbreiten auch die blauen Funktionäre im Zuge des Ganzjahreswahlkampfs viele Unwoaheitn. Die gesammelten Unwoaheitn haben einige zusammengetragen, und in dieses Internetz gestellt, wie @fpoeticker (aktuell 49 Einzelfälle), sowie als elektronische Abschritt Blutgruppe HC Negativ und rechtsdrall.

Unabhängig vom Wahlkampf hat die Online-Initiative Heimat ohne Hass schon zuvor die Sammlungen 2014 – das rechte Lügenjahr (28 Einzelfälle) und 90 Tage, 30 Unwahrheiten veröffentlicht. Unabhängig davon sammelt die Facebook-Seite FPÖ Fails Erfundenes, das gern von FPÖlern verbreitet wird, und liefert die tatsächlichen Hintergründe – ein blaues Mimikama sozusagen.

Und selbst heute berichet von einer Leserin, die sich die Mühe machte, eine blaue Wahlkampfzeitschrift auf Wahrheitsgehalt zu überprüfen, und zu dem Schluss kommt: „Stimmt ja gar nicht“. (16 Einzelfälle)

Do wiad gsogt, no wenn i kumm do werd i die Beamtn der Stadt Wien kündign. A Bledsinn! Ich brauche die Beamtn und Vatrogsbedienstetn, jo. Und ich will auch die Hausmeista nicht obschoffn.

Tatsächlich wurde der Beruf des Hausmeisters unter der Schwarzblauen Regierung durch das Hausbesorgergesetz 2000 de facto abgeschafft.

Tatsächlich hat die Wiener SPÖ auch schon anlässlich der Wien-Wahl 2010 für die Wiedereinführung der Hausbesorger eingesetzt. Von einer Unterstützung durch die FPÖ ist nichts zu lesen.

Tatsächlich wirbt die Wiener SPÖ auch dieses Jahr damit, dass man die Hausmeister wieder zurückwill.

Ich will, dass do wieda eine gscheite Ordnung da Foll ist, und dass die Hausmeista auch dafür sorge trogn, dass im Bau olles guat oblauft, und wenn ned, dass ma informiert wird ois Bürgameista, ois Magistrat, damit ma wos ändan kaun.

Da brauchn wir alle. und ich will ebm genau das auch sichastelln, doss ma eine Service-Einrichtung als Bürga-Rathaus auch einführt.

Tatsächlich muss ein Bürger auch jetzt schon nicht ins Rathaus pilgern, um eine Service-Einrichtung aufzusuchen, sondern kann sich in jedem Bezirk an die jeweilige Bürgerdienst-Bezirksstelle wenden. Dank des Internetz-Neulands geht das sogar elektronisch.

Und i sog des is genau mein Vaständnis. mein Vaständnis ist es, dass ich mich als Diena an den Wienerinnen und Wienern seh. Ich habe euch zu dienen. I hob ned ois Großkopfata von obm euch zu sogn, wos gscheit is und wos ned.

Ihr seid das Volk, und von euch hat das Recht auszugehn, und ich habe euch zu dienen und für euch da zu sein, wenn ihr Hilfe braucht. Und des is wichtig. ma wird nicht alles sofort bessa mochn kennan, aba ma wird vieles rasch gerechter gestalten können.

Tatsächlich stehen die nächsten Nationalratswahlen spätestens im Herbst 2018 an.

Tatsächlich will Herr Strache dann Bundeskanzler werden, auch wenn er schon Wiener Bürgermeister ist. Rechnen wir 1 Jahr Wahlkampf mit ein, bleiben also 2 Jahre effektive Amtszeit. Was wird man da alles verbessern können?

Tatsächlich ist Herr Strache nebenbei auch noch Klubobmann des Freiheitlichen Parlamentsklubs, Landesparteiobmann der FPÖ Wien, Bundesparteiobmann der FPÖ und Mitglied des Bundesparteivorstandes der FPÖ und Obmann Stellvertreter
des Vereins SOS Abendland.

Tatsächlich berichtet oe24, dass „niemand geringerer als Strache selbst im Frühling 2016 als Präsidentschaftskandidat in die Wahl gehen“ könnte.

Wann soll sich das bitte alles ausgehen? Mit 4 Parteifunktionen, als Bürgerservicestelle fungieren, und als persönlicher Delogierungsdienst, und in 2 Wahlkämpfen engagiert? Wie kann er da für uns da sein?

Und i sog, es is notwendig dass ma endlich hier auch sichastellt, Rotgrün zu überwindn. Und liebe Freunde, i sogs eich, die Schaus is do, die Chance ist da, wir liegn heute Kopf an Kopf mit der SPÖ. Mia kennans schoffn (Jubel)

Wir können in den Bezirksvertretungen von Simmering bis Donaustodt bis Floridsdorf bis Favoritn auch in den Bezirksvertretungen zur stärkstn Partei wern, und den Bezirksvorsteher stelln, und wir können wienweit zur stärkstn Kroft wern, und den kommenden Bürgameista stelln, liebe Freunde (Jubel). Es ist möglich.

Wia liegn Kopf an Kopf nurmehr 2 Prozentpunkte hinta da SPÖ, und wir werns die nächstn 3 Wochn schoffn, dass wir vor der SPÖ liegn. (Jubel)

Und nua dann, nua dann, wenn wir zur stärkstn Kraft in Wien wern, nur dann hot Rotgrün keine Meaheit mea. Nua dann werdn wir Rotgrün übawindn, sonst gehn die am öftn Oktoba her und mochn die nächstn fünf Joah weita wie bisher.

Wir müssn Rotgrün übawindn, und des wird nur gehn, wenn wir zur stärkstn Kroft wern.

Und nur dann wenn wir zur stärkstn Kroft wern, dann wird in der SPÖ-Wien kein Stein auf dem andan bleim, und diese undemokratische Ausgrenzung auch gegenüber der FPÖ zu beenden sein.

Tatsächlich wurde das Wort Ausgrenzung vom Doktorhaiderselig in Umlauf gebracht, weil der damalige Bundeskanzler Vranitzky es für notwendig erachtete, eine gewisse Distanz zu wahren: „Ausgrenzung war das Lieblingswort des wehleidigen Haiders. Strache übernahm es. Abgrenzung ist notwendig für jede Partei, die ihr Gewissen nicht aufgibt.“ Dort hat man den Ausgrenzungstatbestand so oft vorgeworfen, dass die Abgrenzer schließlich selbst schon den Terminus Ausgrenzung verwenden. Man sollte sich dessen bewusst sein, und nicht in die Spin-Vokabular-Falle tappen.

Nur dann, wenn wir Stärkste werdn, werde ich auf die SPÖ zugehn und wer sogn, kommts zur Vernunft, heats auf mit dea Ausgrenzung, redts mit uns, vahandl ma, und tua ma endlich für die Wiena Bevölkerung wos gscheids weitabringan. (Jubel)

Tatsächlich kann man jetzt schon einen Vorgeschmack davon bekommen, was die FPÖ unter Vernunft und Anführungszeichennächstenliebe versteht, wenn man ihr aktuelles Wahlkampf-Comic Wiener Spaziergänger durchblättert. Häupl als kugelrunder abgehalfterter Superman, der nicht rechnen kann und sichs auf türkische Fahnen steht, Vassilakou als grünes Alien mit 4 Augen und Brüsten, die an Ellbogen erinnern. Zum Schluss jammern sie wegen Straches TRIUMPF (sic!).

Wie schon der Comic aus dem Jahr 2010, wurde auch der diesjährige hier und dort einer ausführlichen Kritik unterzogen. Conclusio: „Auf neun Doppelseiten hagelt es Vorwürfe und Beleidigungen gegen die rot-grüne Stadtregierung“ und „Alles in allem fehlt es dem Comic an Substanz und Argumenten. Stattdessen hagelt es unbegründete Kritik, die verbal und zeichnerisch anhand unterschwelliger Hetze die Leser beeinflusst.“

Das ist dann die Kraft, die wir auch habm (Publikum: ned nua redn, aa mochn)

Jo, die Grünen in Wien, na. I man, wir wissn olle, wia kennan uns ka Haus im Grünan leistn.

Tatsächlich dürfte Herr Strache sich von seinem Salär als Nationalratsabgeordneter und Klubobmann („brutto knapp unter 14.000, netto über 6000„, aber „nicht zu viel“) schon ein Häuschen finanzieren können.

Tatsächlich wurde auch vor 2 Jahren darüber berichtet, er würde „in eine der teuersten Villengegenden nur wenige Kilometer von Wien entfernt – nach Klosterneuburg“ übersiedeln.

Owa i hob lieba a Haus im Grünan ois an Grünan im Haus (uralt, aber trotzdem Gelächter und Applaus)

Diese ganzn Supagutmenschn die auch so tolerantn, die übahaupt keine Toleranz hanm gegenüba aundare Meinungan, na. Kaum host a aundare Meinung, na pfah, da wiast beschimpft, da wiast diffamiert, dann stöht ma di in a Winkal.

Heute hast überhaupt schon eine Situation, wo Rot und Grün alles tun, damit du dich garnicht mehr traun kannst, deine Meinung zu sogn,

Tatsächlich lässt es die Rotgrüne Stadtregierung offensichtlich zu, dass Herr Strache in seiner Wahlkampfrede seine Meinung sagt. Außer natürlich, das was er hier sagt, ist garnicht seine Meinung.

Weilst Nachteile kriegst, kriegst ka Gemeindewohnung, host ka Aufstiegsschaus im Tschob, bei da Magistratsabteilung sowieso ned, da kündigens di wennst dei Meinung zu laut sogst.

Jo, wo lebm wir, das is ja keine Demokratie mehr, ja, wo ma Angst ham muaß seine Meinung zu sagn. Und liebe freunde und deshoib sog i, krempl ma die Ärml auf, am Öftn schreibm wir die Geschichte in Wien. Aus Liebe zu unsara Wiena heimat (Jubel)

Aus Liebe zu unserer Wiener Heimat, weil wir nicht untergehn wolln, und weil der echte Wiener nicht untergehn wird, liebe Freunde. Und weil wir mit alln gut integriertn Menschen in dieser Stadt, die auch keine radikale Islamisierung wolln, das verhindern werdn. Wenn ich Bürgermeister bin, gibts keine Koran-Verteilungen quer durch Wien, liebe Freunde (Jubel)

Wir wolln ein christliches Europa der Vaterlända, wo alle unsere Partner sind, die mit uns gemeinsam unsere europäische Kultur auch gemeinsam erholtn woin. Darum gehts.

Und i sog, ich vertraue auf euch. Wenn ich heute hier bin, seh wieviele gekommen sind, die Kroft do is, liebe Freunde. Seid euch bewusst, gemeinsam können wir das schaffn. jeder von euch, jeder von euch, jeder Einzelne (Jubel)

Jede Stimme jedes Einzelnen ist so stark wie meine Stimme. Meine Stimme ist genauso stoak wie die von jedem von euch. Nicht nur am Wahltag das Kreuz, auch akustisch. Wir alle habm die gleiche Kraft. Seid euch eurer Kraft bewusst. Ich alleine kann goanix ändan. Aba wir alle können ollas ändan gemeinsam. (Jubel)

Und wir gemeinsam sind da Motor der Vaändarung. Ich bin nur der, der die Verantwortung hot, vorne stehn zu dürfn. Und stöhvatretend für euch die Meinung laut zu sogn, die Menschn woch zu rüttln, Bewusstsein zu schaffn, ja, und mir dafür oftmals die Diffamierungen und die Beschimpfungen meiner politischn Mitbewerber einzuholn. Aba die soin mi schimpfn, die soin mi diffamiern, die solln pfeifn, die Pfeifaln, die pfeifn eh scho ausn letztn Loch (auch ausgelutscht, trotzdem Jubel)

Und i sog, ihr gebts ma die Kroft, und i sog, seids euch eura Kraft bewusst, wir kennans gemeinsaum schoffn und höfts mit bis zum Wahltag am elftn Oktoba, und jedn zu übazeugn, wann a jeda von eich no amoi 10 übazeugt, na du, do is olles möglich.

Laut aktuellen Umfragen liegt die FPÖ bei 30% und womöglich darüber. Wenn also jeder dieser potentiellen Wähler 10 weitere überzeugt, würde die FPÖ bei traumhaften 300% der Stimmen landen! Da kann man die Euphorie des Nationalratsabgeordneten schon verstehn:

deimek überzahl lügenpresse

Und genau darum gehts: Freundeskreis, Familienmitglieder, Bekannte, am Oaweitsplotz, wachzurütteln. Wenn wir das nicht schaffen und nicht drehn.

Es is schon fünf noch zwöf zum Teil.

Wir komman in eine Entwicklung, wo wir kaum den Wahnsinn mehr wendn könnan, und deshajb isses so wichtig dass ma jetzt olle gemeinsam unsern Beitrag dazu leisten, wei olle die zaus bleim, und nicht wähln gehn, die lassn sich fremdbestimmen. Die hom übahaupt kein Recht mehr sich irgendwo aufzuregn, weil sie sich garnicht beteiligt habm an einer möglichn Vaänderung. (Applaus)

Wir wojn selbstbestimmt sein. Selbstbestimmte Menschn nehmen ihre Gegenwart und Zukunft auch in die Hand. Die lassn sich nicht von anderen fremdbestimmen, die höfn mit, und wia miaßn olle mithöfn, dass mas schoffn. Owa es ist möglich.

Ich soge: heute solln die poa Gegna pfeifm, am elftn Oktoba kann unsare Stunde anbrechn und dann werden wir diejenign sein, die das Lachn auf unsara Seite ham, liebe Freunde. (Jubel)

Ich danke euch, für Wien, für unsare Heimat, für unsare Kinda und Enklkinda. Aus volla Kroft und volla Liebe. I wer mich bemühn mit euch gemeinsam das zu schaffn. Danke. (Jubel Applaus Hazeh Hazeh)

Das wars. Nicht einmal 30 Minuten, lieblos zusammengeflickte Themen, die einander zusammenhangslos abwechseln. Die ewig gleichen FPÖ-Stichworte, umständlich zu mitunter verunglückten Sätzen aufgeblasen, auf dass das Volk juble. Und doch haben wir die eine oder andere Ungenauigkeit darin entdeckt, die mitunter auch schon alt genug ist, dass sie die Volksschule erfolgreich abschließen könnte.

Das Story-Telling ist ebenfalls nicht überraschend: Es werden jede Menge vermeintliche Probleme geschildert, und vermeintliche Problemverursacher. Es gibt Entwicklungen, es gibt neue Qualitäten, die erlebt und erreicht werden, und das wolln wir nicht. Die einzige Lösung all dieser Probleme ist, die FPÖ zu wählen. Nur ein Hazeh kann uns retten. Denn nur er ist fürs Volk, während alle anderen gegen das Volk arbeiten, die anti-blaue Einheitspartei. Bitte Hazeh rette uns. Und der Hazeh kann uns nur retten, wenn wir alle ihn wählen. Jeder einzelne. Und wer ihn nicht wählt, den hat er nicht lieb. Das ist die blaue Anführungszeichennächstenliebe, die im Rahmen der Anführungszeichenoktoberrevolution gäläbt wird. Nur gemeinsam sind wir stark, das wussten auch schon die Bionicles.

Der grüne Nationalratsabgeordnete Walser hat diese Argumentation schön illustriert:

FPÖ Storytelling

FPÖ Storytelling

Tatsächlich aber können wir den Wiener Bürgermeister garnicht wählen (das macht der Gemeinderat), genauso wie wir den Bundeskanzler nicht wählen können (den ernennt der Bundespräsident). Und welche Gemeinderäte bei klarem Verstand würden einen Bürgermeister wählen, der ihre Partei nicht nur im Wahlkampf permanent anpisst?

Die Publikumsrufe oben haben wir u.a. deshalb hervorgehoben, weil der Herr Strache gerne dementiert, wenn man ihn darauf hinweist, dass man solche Äußerungen bei seinen Veranstaltungen ärläbän muss.

Da überrascht es wenig, wenn die Person, die das Video von der Wahlkampfrede gepostet hat, sich auf ihrer Timeline auch zu bemerkenswerten (öffentlich einsehbaren!) Äußerungen hinreißen lässt:

musel

scheißislamische linksfaschisten

Und wahrscheinlich hat er auf seiner Wahlabschlusskundgebung auch nichts von Hitlergrüßen mitbekommen, die dort gäläbt wurden, oder von Slogans wie „Hier marschiert der Nationale Widerstand!“. „Wien, Wien, eisern Wien!“, „Zecke verrecke!“ und „HC, HC, HC!“.

Doch das alles, wir wissen es genau, ist nie passiert, ist reine Manipulation; gestellte Szenen von Lügenpresse und Rotfunk (zu dem neuerdings auch Puls4 gehört), und von linken Provokateuren, die ihn in ein Eck stellen wollen.

Doch der besorgte Bürger lässt sich davon nicht beeindrucken, und wählt die Partei, die vorgibt, seine Sorgen zu verstehn. So tolerant muss schon man sein. Denn die, die gegen IHN sind, sind auch gegen EUCH.

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Über den Sozialen Wohnbau

Das rechte Spektrum des Internetzes ist ganz aus dem Häuschen, weil es eine bekannte Facebook-Satireseite gewagt hat, die Erstbesteigung des Grossklockners ((c) Mario Kunasek)

kunasek krossklockner

durch den beliebtesten Bundesbürgermeisterkanzlerkandidaten und Neu-Extrembergsteiger kritisch zu hinterfragen.

Rechte Aufdeckerseiten decken auf, und alle spielen empört, und rufen „Fake“ und „armselig“ und „linksextreme“ und „linke Zecken“ wie gehabt.

Soll sein.

Aber wie steht’s um die Fakes in der echten Welt, die den rechten Wählerleins so präsentiert werden, ohne dass sie gleich aufschreien, weil sie’s doch für die Wahrheit halten?

17.8.’15

„Es wurden zu wenig sozial leistbare Wohnungen geschaffen. Wir brauchen pro Jahr 5.000 bis 10.000 neue Wohnungen. Wird nicht gemacht!“

fasst der Kurier eine von Stra-Chés Aussagen in den ORF Sommergesprächen zusammen, dankenswerterweise von neuwal.com zur Gänze abgetippt.

In Wien müssten jährlich 5.000 bis 10.000 Wohnungen gebaut werden, so Strache.

textet dazu die eponyme Heimseite.

Das lässt die regierende Stadtpartei natürlich nicht auf sich sitzen, und kontert

Strache hat keine Konzepte, wie man Arbeitsplätze schafft und offensichtlich hat er auch keine Ahnung vom Wiener kommunalen Wohnbau. Wir bauen jährlich 10.000 Wohnungen, davon 7.500 geförderte und wir bauen neue Gemeindewohnungen.

und lässt einen Mann sprechen, den nur wenige kennen.

Schon im Februar hatte der amtierende Bürgermeister, wohl wahlkampfvorbereitend, gefordert, endliche wieder Gemeindewohnungen errichten zu dürfen. Von 2.000 war damals die Rede. Aber Sozialer Wohnbau umfasst eben mehr als nur Gemeindewohnungen, da drücken wir ein Äuglein zu.

21.8.’15

Im Kurier-Interview antwortet der echte Bürgermeister

Neue Wohnungen würde Strache als Bürgermeister vermutlich auch bauen.

Er sagt, er will 10.000 Wohnungen bauen. Ich sage ihm, dass wir bereits 14.000 Wohnungen bauen. Also will er 4000 Wohnungen weniger? Der hat keine Ahnung, was sich in Wien abspielt.

25.8.’15

Der rechten Leseschwäche ist es zu verdanken, dass der Adelige mit Migrationshintergrund aus einem Bericht über tatsächliches Bauen ein Versprechen über künftiges Bauen macht

der vollmundig die Errichtung von 14.000 Wohnungen verspricht

einzig der zuständige SPÖ-Wohnbaustadtrat Ludwig weiß weder von 14.000 Wohnungen

30.8.’15

  • 5.000
  • 10.000
  • 14.000

Das kann man doch sicher toppen? Na klar! 15.000! (Man beachte die Formulierung „bis zu“, das umfasst auch den Neubau einer einzigen Wohnung)

hc strache bis zu 15.000 wohnungen

Wir ärläbän also Fake-Kandidaten, die keine Ahnung von den Themen haben, die sie beackern, und in Unwissenheit Phantasiezahlen in die Höhe treiben, in der Hoffnung, sie würden der nächste Irgendwas von Irgendwo.

Und kein Rechter hat bisher Fake gerufen.

Veröffentlicht unter Aufregung, Facebook, Fake, FPÖ, Gudenus, Strache | 2 Kommentare

Von schönen Trotteln

„Es gibt schon schöne Trotteln“

Mit diesen Worten schloss ZIB2-Moderator Armin Wolf einen Videobeitrag über Hasskommentare ab, der mit der Texteinblendung

An die wand stellen und ein kopfschuss verpassen

endete. Ein Screenshot der Webseite eaudestrache übrigens, wo aktuell 1.031 ähnliche Kommentare aus HC Straches Facebook-Seite gesammelt wurden.

Das hat wohl das feinsinnige Publikum irritiert, und mag solch böse Worte über wirklich böse Worte nicht hören.

Nun antwortet der Publikumsrat auf eine Beschwerde, und Herr Wolf lässt seine FB-Interessenten dran teilhaben:


 

Von: Publikumsrat – GRA
Gesendet: Mittwoch, 26. August 2015 10:50

Sehr geehrter Herr XY!

Zu Ihrer Mail im Zusammenhang mit der ZIB 2 vom 29. Juli 2015 habe ich die Stellungnahme des Moderators Armin Wolf eingeholt. Ich darf sie Ihnen im Folgenden zur Kenntnis bringen:

„Der Beitrag über Hass-Postings in der ZiB2 vom 29. Juli endete mit einem Facebook-Posting über Flüchtlinge, das auch wörtlich am Bildschirm zu lesen war: ‚An die Wand stellen und einen Kopfschuss verpassen‘.
Ich habe den Beitrag – wie alle ZiB2-Zuseher – erstmals live gesehen und habe auf dieses Ende spontan reagiert. Es erschiene mir – auch im Rückblick – geradezu absurd, auf dieses grauenvolle Forderung am Ende des Beitrags nicht zu reagieren, sondern kommentarlos zum Wetter überzuleiten.
Ich finde tatsächlich, dass es nicht die Aufgabe eines Moderators sein kann, die Zuseher mit derartigen Dingen ‚allein zu lassen‘. Mein spontaner Kommentar war: ‚Es gibt schon schöne Trotteln‘. Ich verstehe natürlich, dass das Wort ‚Trottel‘ in einer Nachrichtensendung Zuseher irritiert. Es ist auch nicht so, dass ich jeden Tag Schimpfwörter in der ZiB2 verwenden würde. Aber wir berichten glücklicherweise auch nicht jeden Tag über Menschen, die Flammenwerfer auf Flüchtlingskinder richten oder ihnen einen ‚Kopfschuss verpassen‘ möchten.
Wäre das Zitat mitten im Beitrag gefallen und hätte er ganz anders geendet, hätte ich ihn (wie die allermeisten anderen Beiträge) wohl nicht kommentiert. In Relation zum Zitat am Ende des Berichts scheint mir mein spontaner Kommentar aber nicht nur sachlich gerechtfertigt sondern vergleichsweise sogar sehr harmlos zu sein. Es überrascht mich, offen gesagt, dass es Menschen gibt, die sich über meinen Kommentar erregen, ohne den Anlass dafür auch nur zu erwähnen.
Würde ich es noch einmal sagen? Nein. Ich würde nicht ’schöne Trotteln‘ sondern ‚Es gibt schon feste Trotteln‚ sagen. ‚Schöne‘ war tatsächlich unpassend.
Mit freundlichen Grüßen,
Armin Wolf“

Auch ich halte diese Facebook-Postings über Flüchtlinge für unfassbare Entgleisungen. Darauf eine Antwort zu finden ist wirklich schwierig. Ich halte es aber dennoch für richtig, dass Moderator Armin Wolf diese Postings nicht kommentarlos stehen lässt.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ilse Brandner-Radinger
Vorsitzende des ORF-Publikumsrats


 

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Über die Lügenpresse

Am 30.7.’15 sah sich die FPÖ-Fanseite Unsere Blaue Seite veranlasst, ihre Anhängerleins mit folgender Nachricht zu schockieren

Unsere Blaue Seite und die Lügenpresse

So versuchen linke Medien punkto Flüchtlinge zu manipulieren 😦
So wurde beim deutschen ,,Westfalen Blatt“ aus Habtom Belane aus Eritrea, der weil er mit seinem 50 Euro Schein nicht zahlen durfte, von einem Busfahrer sehr schlecht behandelt wurde, plötzlich Hassan B.aus Syrien, der einen gefundenen 50er feierlich im Rathaus abgab.
Für beide Inhalte ist für Inhalt und Fotos der Redakteur Burhart Hoeltzenbein verantwortlich.

Endlich werden die Machenschaften der Medien aufgedeckt! Der linken, und der linkslinken, und der Linkslinkengesinnungsterrorgutmenschenmedien obendrein!

Ein Wahnsinn! Wir waren fassungslos!!

Flüchtling übergiebt (sic!) feierlich

Flüchtling übergiebt (sic!) feierlich

Zum linken Artikel wird freundlicherweise ein Link bereitgestellt, zum rechten leider nicht. Sicher nur ein Versehen, das aber auch trotz mehrfacher Nachfrage nicht behoben wurde.

Wo ist der Link?

Wo ist der Link?

Wir haben also keine Möglichkeit, die Quellen direkt zu vergleichen. Also müssen wir mit dem auskommen, was uns hier präsentiert wird.

Nehmen wir den linken Artikel im Screenshot, der sich auch online so präsentiert, wie abgebildet:

  • Datum, Anreißer, Schlagzeile, Foto, Bildunterschrift, Foto-Credits, alles linksbündig, Schriftart „Open Sans“ aus den Google Fonts.

Und nun zum Vergleich der rechte Artikel im Screenshot:

  • Kein Datum, kein Anreißer, Schlagzeile mittig und unterstrichen, Schriftart Arial 16 Punkt.

Auffällige Schreibweisen wie „übergiebt„, „nach dem“ statt „nachdem„, und fehlende Beistriche weisen deutlich auf jede Rechtschreibschwäche hin, wie wir sie von XFBÖ-Badrioten kennen, und wie sie in der FB-Gruppe AK DEUTSCH FÜR FPÖ-ANHÄNGER (und Rinnen) täglich dokumentiert werden. Auch die feierliche Übergabe ist nirgendwo im Netz erwähnt, ebensowenig, was das Rathaus mit der Kohle angestellt hat.

Kommen Redakteure seit neuestem ohne Rechtschreibprüfung aus? Temporäre Aphasie? Lektorat im Dauerkoma?

Diese oberflächlichen Belanglosigkeiten können natürlich aufrechte Badrioten nicht abhalten, in die Empörung einzustimmen, und ihrerseits weitere Lügenpressebelege vorzulegen:

Einkaufen wie Flüchtlinge mit Herz

Einkaufen wie Flüchtlinge mit Herz

Augenscheinlich zur Verwirrung des Publikums ist dieses mal der rechte Artikel der echte, und der linke frei erfunden.

Im echten finden wir wie gehabt die Elemente vor:

  • Titel der Serie, Überschrift, Unterüberschrift, Foto, Fotokommentar, Einleitung.

Im gefälschten wieder einmal unterstrichene Überschrift (das soll wohl die Seriosität steigern, wer weiß?), das ausgelutschte staunte nicht schlecht, und zahlreiche Rechtschreibfehler (falscher Beistrich, Fallfehler, Großkleinschreibung „schenken Obdachlosen deutschen Frau„, Zahlfehler „Afrikaner zukam„, und „Leberkranke“ wäre hier ein Eigenschaftswort und daher klein zu schreiben).

Und die Internetadresse? Es gibt weder ein bergheimertageblatt.de noch ein bergheimer-tageblatt.de.

Schön, wenn ihr eure eigenen Anhängerleins für blöd verkaufen wollt, aber wollt ihr uns alle für blöd verkaufen?

Zur Sicherheit frugen wir noch beim Westfalen-Blatt nach,

werte zeitung, das titelfotos Ihres artikels http://www.westfalen-blatt.de/OWL/Lokales/Kreis-Guetersloh/Versmold/2016410-Fluechtling-hat-dringenden-Termin-im-Jobcenter-und-wird-von-Busfahrer-rausgeworfen-weil-er-kein-Kleingeld-hat-Einfach-stehen-gelassen
wird gerade von rechter seite missbraucht, indem der eindruck erweckt werden soll, das foto wäre auch in einem anderen artikel verwendet worden.

ziemlich wahrscheinlich geht dieser vergleich von deutschland aus, denn ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ein fpö-anhänger deutsche regionalzeitungen auf der suche nach stories durchstöbert.
vielleicht haben Sie ja schon mehr infos zu diesem vorfall.
mfgDL

und die Antwort war keineswegs so erstaunlich, wie man befürchten könnte

Guten Tag, danke für Ihre Nachricht. Die Montage, die bei Facebook kursiert, haben uns aufmerksame Leser zukommen lassen. Danke! Wo sie Ihren Ursprung hat, ist bisher nicht bekannt. Über Hinweise freuen wir uns. Viele Grüße aus der Onlineredaktion

Lutz Bachmann andererseits, die Parodie-Seite des dank Hitlerpose in Ungnade gefallenen Pedigaga-Gründers, hat noch 2 weitere erstaunliche Stories gefunden, in denen traumatisierte Asylwerber eine – vermeintlich – positive Rolle spielen: der Fund des Bernsteinzimmers, und der Fund des heiligen Grals! 😀

Ein wenig fühlen wir uns an einen Artikel über den vermeintlichen Geldregen für Einwanderer erinnert, den die Seite Österreichische Freiheitliche Patrioten am 26.7.’15 postete, und mittlerweile gelöscht hat (warum wohl?)

Das Steuergeld anständiger österreichischer Patrioten kommt Einwanderern in Deutschland zugute! Oder so.

Es wird vielleicht nicht überraschen, dass wir nach diesem Kommentar auf der Seite gesperrt wurden.

mimikama berichtet übrigens von einem weiteren Vorfall, bei dem diese Fotos missbraucht wurden, fand aber auch dort die ursprüngliche Quelle nicht. Immerhin werden dort Fragen zusammengestellt, die den Bullshit-Detektor der Rezipienten kalibrieren sollten:

Man erkennt auf den Bildern südländische Kinder sowie Geld und Markenprodukte. Und schon scheint es zu reichen, diese als Asylbewerber zu identifizieren. Woran erkennt man, dass es sich hierbei um Fotos aus Deutschland handelt? Wer sagt, dass die gesamte Bilderreihe (inkl. dem Scheck-Foto) aus einer Serie von Bildern stammt? Sieht man sich diese an, dann merkt man, dass diese Familie sehr groß sein muss, denn auf jedem Foto erkennt man immer wieder andere Kinder.

Lying for Jesus ist eine beliebte Vorgehensweise, wenn es darum geht, die Vorzüge des Christentum unter die Leute zu bringen

Lying for Jesus is a form of pious fraud which happens when some Christians believe that falsifying information is acceptable if that brings people to Jesus or somehow supports his historicity, saintliness or supposed godliness.
The practice has a long and venerable history in the Christian religions.

Das österreichische Pendant dazu heißt augenscheinlich #LügenFürStrache. Eine bei den Haaren herbeiphantasierte Story kann garnicht zu abstrus sein, als dass sie den Anhängerleins nicht doch unter die Nase gerieben wird.

Wozu? Irgendwas wird schon hängen bleiben.

Wenn eine Partei kein anderes Programm hat, als den ewigen Wahlkampf, und der ewige Wahlkampf kein anderes Thema als Die Auslendas, seien es Türken, Osteuropäer, Albaner, Moslems, Tschetschenier, Afghanen, Asylwerber oder Flüchtlinge, dann folgt daraus beinahe zwingend, dass dieses eine Thema täglich neu befeuert werden muss. Und wenn es keine gefälligen Echt-Nachrichten gibt, dann muss man eben gefällige Falsch-Nachrichten produzieren.

Das ist übrigens die wahre Rechte Lügenpresse, die – im Gegensatz zur behaupteten Linken Lügenpresse – tatsächlich existiert und täglich ihren Output in unser Facebook scheißt.

Abschließend wollen wir der demokratisch legitimierten Partei FPÖ aber ein paar ernste Frage stellen:

  • Hat die FPÖ es wirklich notwendig, dass ihre Anhänger Falschmeldungen verbreiten?
  • Hat die FPÖ ihre Funktionäre darauf hingewiesen, dass Meldungen erst nach bestätigter Echtheit verbreitet werden dürfen?
  • Wird sich die FPÖ von dieser Verbreitung von Falschmeldungen distanzieren? Und zwar in einer Form, die auch ihre Anhänger erreicht? Also auf Facebook, und nicht in irgendeiner Ecke auf OTS?
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Über die gekreuzigte Katze

Am 1.6.’15 sah sich der Administrator der Wiener Pedigaga-Seite veranlasst, ein süßes Katzenfoto auf Facebook zu postenund dieses mit dem Text zu versehen

Aus einem Flüchtlingslager in Italien.

Anscheinend beherrschen die Gagas den Umgang mit einer Weltnetzbildsuchmaschine nicht. Oder sie beherrschen ihn, und wollen ihre Anhängerleins ein wenig anschummeln. Oder beides? Es dient ja offenbar einer höheren Sache.

Wir fanden das Foto beispielsweise bei Annettchen (30.4.’15, „Schule des Lebens“!, „Pegida for ever !!!“), einer Frau, die Marine Le Pen zum Verwechseln ähnlich sieht. Oder bei der Germanin (20.2.’15, „Denn diese Menschen ändern sich hier nicht. Und diese Menschen werden von unseren #Gutmenschen herzlichst Empfangen und in Schutz genommen #Asylanten #Lampadusa“).

Wir fanden das Foto auch bei Das Wahre Deutschland (5.7.’14, „Es kommt der Tag an dem wir uns zu wehr setzen müssen !“), obwohl es mit dem dürftigen Artikelchen nicht wirklich was zu tun hat.

Auf BeforeItsNews sind es afrikanische Christen, die eine Katze kreuzigen, um Jesus zu verehren (30.7.’14), aber die haben das nur von FreeNorthCarolina übernommen.

IlMattino berichtet am 28.1.’14, dass ein Lega Nord-Politiker mit diesem Foto vor den herannahenden afrikanischen Flüchtlingen warnen wollte.

Anscheinend war die Warnung auf Twitter vom 14.6.’13 schon wieder in Vergessenheit geraten

In Italien essen die Ausländer sie nicht nur, sondern kreuzigen auch noch unsere Tiere

Auf koptisch (21.4.’13) wurde die gekreuzigte Katze noch „Mohammedanisten in Nigeria“ in die Schuhe geschoben, und zwar nur durch Verwendung des Fotos zwischen Überschrift und Text, die aber nicht von Katzen handeln. Stattdessen wird dort zitiert: „Alle fünf Minuten ermorden Mohammedanisten einen Christen auf unserem Planeten“, Quelle PI-News.

Gut, das war auch nur der Aufguss vom September ’13, als die amerikanischen Rechtsaußens titelten

So berichtet LoonWatch (19.9.’12) und Spencer Watch und Islamophobia Today

Pamela Geller Spreads Loon Hoax: “Nigerian Muslims Crucify Cat Over Muhammad Film”

Und ja, das ist dieselbe Frau Geller, die schon durch ihre Behauptung, der Islam hätte in seiner Geschichte 270 Millionen Opfer gefordert, rechtsaußen berühmt wurde – von der Zahl ließ sich auch ein Herr Breivik inspirieren. Wir fanden das Foto auch ohne Hinweis auf die Herkunft in einem Forum, (6.2.’12), ebendort aber auch schon früher (7.9.’11). Modern Ghana illustriert mit dem Foto seinen Artikel Society for animal protection decries crucifixion of a cat (5.10.’11), und Cat Defender zitiert Modern Ghana. Im April ’11 behauptet Ser Vegetariano: „Diese Szene spielt in Südafrika, wo viele auf diese Weise Ostern feiern.“ (also wieder Christen?), während im März ’11 damit noch ein Artikel aus Kinshasa (Kongo) illustriert wurde. Hölle auf Erden, so hieß es schon im Februar ’11 („Afrika“). Am 26.1.’11 bloggte theroadsiderevolution: „This photo was sent to my friends over at Kitty and Puppy Haven in Johannesburg South Africa by a source who took it last month.“: It was thought by locals that this cat was a sangoma (a witch doctor) and that she was bewitching people. So the natural response was to torture and crucify her as though she were J.C??? Confused? Yeah me too… how does ‘traditional superstition’ meet the crucifiction?   Auf Snopes wurde das Foto schon am 31.12.’10 gepostet. Aber, zuguterletzt, haben wir höchstwahrscheinlich das Original gefunden, und zwar auf flickr, datiert mit 9.10.’10. Diese Annahme basiert darauf, dass flickr die EXIF-Daten anzeigt, die aber leider keine GPS-Koordinaten enthalten. Letztendlich ist es aber auch ganz egal, was genau auf dem Foto gezeigt wird:

Nigerianische Moslems, die in Südafrika Ostern feiern, weil der Tierschutzverein es in Ghana nicht zulässt.

Die Reaktionen sind wohl die, die man sich von der Zielgruppe erwarten kann. Und die enttäuscht den Administrator auch diesmal nicht:

Besorgte Katzenliebhaber gegen die Islamisierung

Besorgte Katzenliebhaber gegen die Islamisierung

Nachtrag: Die Identitäre Verblödung Österreichs, deren Pedigaga-Hinweis uns erst zur Recherche veranlasst hat, verweist uns auf das dänische Blog tosseanstalten, wo das Bild schon besprochen wurde (weltnetzmaschinenübersetzt). Laut dortiger Analyse wurde das Foto in Luanda (Angola) aufgenommen. Also in jenem Land, das erst vor kurzem von Rechtsaußen beklatscht wurde, weil es den Islam verboten hat.

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Über das Heinzenland

Wer kann, geht aus dem Burgenland weg, sagt Irrsigler, aber die meisten können nicht, sie sind zu lebenslänglichem Burgenland verurteilt, was wenigstens so fürchterlich ist, wie zu lebenslänglicher Kerkerhaft in Stein an der Donau. Die Bürgenländer sind Sträflinge, sagt Irrsigler, ihr Heimatland ist eine Strafanstalt. Sie selbst reden sich ein, sie hätten eine recht schöne Heimat, aber in Wirklichkeit ist das Burgenland fad und häßlich. Im Winter ersticken die Burgenländer im Schnee und im Sommer werden sie von den Gelsen aufgefressen. Und im Frühling und im Herbst waten die Burgenländer nur in ihrem eigenen Schmutz. In ganz Europa gibt es kein ärmeres und kein schmutzigeres Land, so Irrsigler. Die Wiener reden den Burgenländern immer ein, daß das Burgenland ein schönes Land sei, denn die Wiener sind in den burgenländischen Schmutz und in den burgenländischen Stumpfsinn, weil sie diesen burgenländischen Schmutz und diesen burgenländischen Stumpfsinn als romantisch empfinden, weil sie auf ihre wienerische Weise pervers sind, verliebt. Das Burgenland hat ja auch außer dem Herrn Haydn, wie Herr Reger sagt, nichts hervorgebracht, so Irrsigler. Ich komme aus dem Burgenland, heißt ja doch nichts anderes, als ich komme aus der Strafanstalt Österreichs. Oder aus dem Irrenhaus Österreichs, so Irrsigler. Die Burgenländer gehen nach Wien wie in die Kirche, sagte er. Der größte Wunsch des Burgenländers ist, in die Wiener Polizei einzutreten, sagte er vor ein paar Tagen, mir ist es nicht geglück, weil ich zu schwach gewesen war, wegen physischer Schwäche. Aber immerhin Aufseher im Kunsthistorischen Museum und ebenso Staatsbeamter.

So schildert der burgenländische Museumsaufseher Jenö Irrsigler das Schicksal der Burgenländer, mit den Worten des Kunstkenners Reger („Irrsigler ist das Sprachrohr Regers, fast alles, das Irrsigler sagt, hat Reger gesagt, seit über dreißig Jahren redet Irrsigler das, was Reger gesagt hat“), in der Nacherzählung des Atzbacher, niedergeschrieben in „Alte Meister“ von Thomas Bernhard. Ein Zitat dritter Ebene, quasi.

Und die Schilderung ist wahrlich keine Übertreibung, wie man es bei Bernhard gerne vermuten würde. Nein, eher ein Live-Bericht direkt aus den Anfängen der 80er-Jahre.

Doch was ist in der Zwischenzeit passiert? Der Fall des Eisernen Vorhangs und der EU-Beitritt, wie uns u.a. derstandard, neben einigem Anderen, in Erinnerung ruft:

Unter der Hand – in Nichtwahlzeiten zuweilen auch coram publico – sagt eh jeder, dass das entscheidende Datum fürs Burgenland nicht 1995 mit dem EU-Beitritt war, sondern 1989 mit der Öffnung der Grenzen, deren Offenheit nun der Landeshauptmann im Chor mit dem FP-Chef so bitterlich beklagt.

Von heute auf morgen also von der Sackgasse Österreichs (dahinter befand sich ja nichts, als Osteuropa noch nicht zu Europa gehörte, wie wir Westler das damals empfanden) ins Herzen Europas, und dann auch noch Ziel-1-gefördert – der wirtschaftliche Aufschwung war nicht mehr aufzuhalten: Eisenstadt, Neusiedlersee, Parndorf!

Doch was sind die großen Erfolge ohne die kleinen, beziehungsweise, was zählen die vergangenen Erfolge, wenn gerade wieder Wahlkampf ist, und die zufriedene Wählerin keine gute oder treue Wählerin ist – Männer sind mitgemeint – , oder – so scheints – als keine gute und treue erwartet wird. Also muss man schlechtreden, was es nur schlechtzureden gibt. Und wenns nichts gibt, muss zurechtgebogen werden, wie die Uhudler-Episode im obigen Artikel belegt: erst von der österreichischen Gesetzgebung mit Ablaufdatum versehen, dann der EU in die Schuhe geschoben. Aber ein kurzer Jux, den sie sich im Nationalrat machen, und schon dürfen sich die Patridioten stolz auf die Brust klopfen, und alles, was wir uns vor vorgestern selbst eingebrockt haben, werden wir morgen in Brüssel zu retten wissen.

Die Freiheitlichen setzten im Landtagswahlkampf wie bereits bei der Landtagswahl 2005 auf die Themen Heimat und Sicherheit und wollen etwa kriminelle Asylwerber sofort abschieben.

berichtet die Allwissende Müllhalde über die LTW-B 2010, und über den laufenden Landtagswahlkampf (tschullign, Wahlwerbung) wird wohl einst geschrieben werden

Die Freiheitlichen setzten im Landtagswahlkampf wie bereits bei den Landtagswahlen 2005 und 2010 auf die Themen Heimat und Sicherheit und wollen etwa kriminelle Asylwerber sofort abschieben.

Ob der eher nicht so erfolgreichen historischen Wahlsiege stellt sich aber die Frage, ob die allfünfjährliche Wiederholung des ewiggleichen Wahlkampfes zielführend ist:

Aber man kann ja auch anders:

FPÖ-Abgeordnete decken auf: Verdrängung durch Osteuropäer

Parlamentarische Anfragebeantwortung belegt: Immer mehr Ungarn Polen und Slowaken arbeiten im Reinigungsgewerbe.

bejubelt man sich selbst auf der eigenen Heimseite, bzw. lässt man sich von NFZ bejubeln – einer Zeitung, die weder eine ordentliche Website noch einen Wikipedia-Artikel hat. Selbst auf Metapedia Fehlanzeige – total unabhängig also.

Aufgrund der Zusammenstellung der Kandidaten hätte man auch titeln können:

Wahlbeobachter decken auf: Verdrängung durch Osteuropäer

Wahlplakate belegen: Immer mehr Ungarn arbeiten im Politikgewerbe

Denn die geschätzten Kandidaten (und -in) glänzen durch ihre geradezu urösterreichischen Namen, die die Kandidaten selbst wohl eher problematisch sähen, hätten sie selbst tatsächlich welche:

Heimvorteil für ungarische FPÖ-Kandidaten

Heimvorteil für ungarische FPÖ-Kandidaten

Das Textzitat entstammt übrigens einer OTS des mutmaßlichen Hobbyreimers, nachdem bekannt wurde, dass ungarische Plakatierer die Wahlplakate der heimatsozialen Nächstenliebepartei an die Wände klatschten, auf denen für „Arbeitsplätze für unsere Leut‘“ geworben wird.. Was kann die arme Partei denn dafür, dass eine österreichische Firma Ungarn beauftragt, die Plakate gegen die drohende Ungarngefahr kleben? Na eben.

Genausowenig kann die arme Partei etwas dafür, dass ihre Kandidaten nicht Deutsch können. Oder eben ungarische Nachnamen haben. Hätt ma das auch geklärt. Immerhin haben die Zuwandererkandidaten blitzschnell das rechte Lieblingswort Linksfaschisten gelernt

Doch die untergejubelten Plakatierer sind nicht das einzige Problem, das uns plagt. Noch hat das Wettern gegen die 1 Million Massenzuwanderer gewirkt, als behauptet wurde

Da warten über eine Million Menschen; die verzweifelt sind, die arbeitslos sind.

und sie dann tatsächlich nicht gekommen sind. Doch der Erfolg war nur ein kurzer, denn schon droht die nächste Gefahr:

So warnte Tschürtz vor „150 Millionen Afrikanern“, die nach Österreich kämen. Außerdem würden 350.000 Ungarn und Slowaken“ in Burgenland arbeiten wollen.

Bei einem aktuellen Einwohnerstand von 288.000 sind 350.000 Ungarn und Slowaken ganz schön viele! Und 150 zu 8 Millionen, das wäre ja wirklich zum Fürchten! Aber immerhin schon deutlich weniger als seinerzeit die 500 Millionen, uff.

„Wenn wir die Grenzen ganz öffnen, dann kommen 500 Millionen Schwarzafrikaner“, so Strache, der von einer „dummen und unüberlegten Äußerung“ sprach.

Und mitten in diese Wahlwerbung ungarischstämmiger Kandidatendarsteller mit ungarischen Plakatierern gegen ungarische Massenzuwanderer postet der selbst ernannte (aber immer noch nicht gewählte) nächste Bundeskanzler oder Bürgermeister oder was-auch-immer-er-grad-werden-will ein Video der Identitären, dankenswerterweise in der Schmetterlingssammlung verewigt:

Ja, genau die Identitären, die gerade ihren postulierten Großen Austausch verzweifelt zum Thema machen wollen!

Ab der dritten Generation scheinen Migranten in der öffentlichen Statistik nicht mehr auf. Wir werden über die tatsächliche Tragweite der Einwanderung getäuscht.

Wir haben also einen Mann, der gerne auf seinen Migrationshintergrund verweist, wenns gerade passt (manchmal machen das auch andere, egal obs passt), aber trotzdem mit Wiener Blut wirbt, weil er ja perfekt integriert zu sein glaubt (zum Glück sind aber nicht alle Österreicher so perfekt integriert), gerne auch für und um integrierte Menschen mit Migrationshintergrund, und dann, als im burgenländischen Wahlkampf das Ungarn-Thema köchelt (wenn auch anders, als beabsichtigt), ein Video der Identitären teilt, die gegen jede Art der Migration sind, weil ja Migration gleich Austausch ist, und Migranten sich wesentlich effizienter fortpflanzen als die Einheimischen.

Deshalb braucht es nämlich die Reconquista. Und wir fragen uns besorgt, ob Leute, die Markovics heißen, dann wohl hierorts reconquirieren, oder doch eher andernortshin abgeschoben werden würden. Theoretisch halt.

Man stelle sich nur vor, 150 Millionen Afrikaner in Österreich bekämen mehr Kinder, als der durchschnittliche Österreicher! 20 Millionen einheimische Afrikaner würden FPÖ wählen – ein wahres Negerkonglomerat!

Der Große Austausch - presented by FPÖ

Der Große Austausch – presented by FPÖ

Apropos Burgenland, apropos Austausch.

Das Burgenland gehört noch nicht einmal seit 100 Jahren zu Österreich! Davor war es nämlich Teil von Ungarn, bis es als Deutschwestungarn (bzw. kurzfristig Heinzenland) 1921 zu Österreich kam, und so seine 4 Burgen verlor, denen es seinen Namen verdankt. Aber offenbar lang genug, um alles, was nicht echt Österreichisch ist, auszusperren, auszugrenzen, abzuschieben.

Vor seiner geographischen Inkorporation durch die Ungarn war es slawisches Land. Davor awarisch. Davor ostgotisch. Davor hunnisch. Davor römische Provinz. Davor keltisch. Davor illyrisch. Davor alteuropäisch.

Und alle alle alle, die Illyrer und die Kelten und die Römer und die Hunnen und die Germanen und die Awaren und die Slawen und die Ungarn und die Österreicher sind sie eingewandert oder durchmarschiert und haben besetzt und okkupiert und geherrscht und vermischt und ausgetauscht und umgevolkt.

Seit Jahrtausenden schon!

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Über Rattenfänger und Hunderetter

Wahlkampf ist! Eigentlich eh das ganze Jahr, und wenn nicht gerade ein so genanntes Superwahljahr ansteht, dann ist trotzdem Wahlkampf.

„Das sind Hassprediger, es sind Lügner, es sind Hetzer, es sind Rattenfänger“, polterte Voves beim Landesparteirat der Roten. „Und dann plakatieren die, mehr G’spür für die Steirer. Auf das G’spür à la Kärnten pfeif ma für die Steiermark.“

beschreibt kurier.at den spaßigen Wahlkampfauftakt der Roten. Und weiter

Denn die „FPÖler haben zumindest in einem Bereich Recht, dass wir mehr leistbare Wohnungen brauchen. Aber wir brauchen ihre Scheiß-Plakate dazu nicht.“

Auch die Presse hat den Sinn der Worte erfasst, und titelt folglich Zum Auftakt gegen die „Rattenfänger in der FPÖ“.

Nicht so aber ausgerechnet die Partei, die sich die überspitzt formulierte, weil in Anführungszeichen gesetzte, Anführungszeichennächstenliebe auf die Fahnen und vor allem auf die Plakate geschrieben hat.

Wer eine Bewegung im Herzen trägt, die sich für das Volk hält, wobei die Anzahl der Volksspaziersteher wohl nie und nimmer zur Anerkennung eines eigenen Volkes gereichen würde, der velwechsert womöglich gerne die Partei mit ihren Wählern, oder die Partei mit dem Land, oder die Wähler mit dem Land, oder alles zusammen.

Egal, erst wenn alles Eins ist, ist die Welt in Ordnung. Und das Eins ist Blau. Und die Umfärbung der Grünen in eine Blaue Mark ist ein nicht zu unterschätzendes Unterfangen, wenn man zuletzt nur 10% der Stimmen hatte, und jetzt die 20 anpeilt.

Jedenfalls, Ergebnis dieser fatalen Verwechslung von Partei und Funktionären mit den Bewohnern eines ganzen Bundeslandes – quasi 80% Mitgemeinte – ist der gesteuerte Protest

Wir Steirer sind KEINE Ratten, Herr Voves

der u.a. von der Seite FPÖ Steiermark oder von Super-Mario, der jüngsten Manifestation eines Blauen Superheldenkomplexes, falls das ein gültiger medizinischer Ausdruck ist, unters Volk gebracht wird, als ob der genannte Herr jemals behauptet hätte, die Steirer wären Ratten.

Gut, man könnte von den heimischen Kultur- und Sprachbewahrern erwarten, sie wüssten mit dem Bilde etwas anzufangen, und wenn nicht, griffen sie zum Grimm, oder zum Duden, wo sie fänden

Bedeutung: Volksverführer

oder zum Wiktionary

[2] übertragen, abwertend: Person, die Menschen durch rhetorisches Geschick zu verlocken vermag

aber mit Nachschlagewerken hat man’s in der Partei nicht so, wie der heutige Sprachunfalleinzelfall belegt. Gut, wer kann schon erwarten, dass eine einmalige Deutschstunde die muttersprachlichen Schwächen einer gesamten Partei behebt. Ob der Belehrung war man sichtlich not amused.

Stattdessen begnügt man sich damit, gesagte Worte zu verdrehen, und die verdrehten Worte unters Volk zu bringen, auf dass sich dieses errege.

Wir können es kaum erwarten, wie mit den Termini Hassprediger, Lügner, Hetzer, oder Scheiß-Plakate verfahren wird. Diese auch aufs Volk umzumünzen, als Behasspredigte, Belogene, Gehetzte, oder Scheißplakatelesenmüssende, wird wohl eher schwierig.

Aber lassen wir die bösen Unterstellungen. Sehen wir uns lieber an, wie die einzigste wählbarste Partei des Landes, die noch wirklich zu uns Österreichern steht, ihre Kraft für Österreich einsetzt:

Steirische Asylheime: Jede Woche ein Einsatz

Nur die sonst sehr geschätzte Blutgruppe mag darin FPÖ-Hetze erkennen. Oder die Junge Generation Steiermark. Oder der Bürgermeister des Ortes, samt allen Parteien, mit Ausnahme der heimatsozialen natürlich. Und auf Twitter tratscht man schon wieder.

  • Die FPÖ Steiermark wiederum fordert „Neue Wohnungen statt neuer Moscheen“.

Immerhin, man erkennt, dass das Volk Wohnungen braucht. Schade, dass diese Erkenntnis nur vor Wahlen einsetzt. Wenn der Wiener Bürgermeister mit dem Wohnungsbau wirbt, wird ihm das aber auch wieder vorgeworfen. Einerseits andererseits – der Argumentationsslalom ohne Inhalt verfehlt hoffentlich seine Wirkung nicht.

Dass Leute, die von der Materie eine Ahnung haben, nicht sonderlich begeistert sind, weil die Darstellung angeblich wenig mit der Realität zu tun haben soll, stört hier kaum. Das Plakat ist ja schon gedruckt.

  • Der RFJ Donaustadt zeigt ein Foto von der Donauinsel, das zu viele Auslendas zeigt, die dort am 26.4.2015 gegrillt haben sollen, und so die vorbeibrausenden Radfahrer in ihrer Radfahrtätigkeit behindert haben sollen. Aber, die Lösung wäre so einfach:

Es wird Zeit, dass es zu einer Neuerung in Wien kommt. Daher am 11.10. X bei der FPÖ.

Dummerweise erkannte ein Kommentator auf dem Foto seine Familie, und konnte so das Alter des Fotos auf ca. 5 Jahre datieren. Das peinliche Gespräch wurde dankenswerterweise von der BGHCNeg verewigt, denn kurz darauf war das Foto wieder gelöscht.

Und dann war es wieder da

Wir waren zwar da, aber das "Foto war nur übernommen"

Wir waren zwar da, aber das „Foto war nur übernommen“

Und dann war es wieder weg.

Und unsere Nachfrage

Wie neuert die FPÖ?

Wie neuert die FPÖ?

wurde mit einer unter Blauen üblichen Sperre belohnt. Und alle anderen auch, die mit ihren Kommentaren nicht die Erwartungshaltung erfüllten. Behandelt man so das Volk? Behandelt man so die Wähler?

Und damit das nicht in Vergessenheit gerät: Der RFJ Donaustadt veranstaltete am 4.4. ein Fussballturnier, bei dem sämtliche rechten und blauen Mannschaften gegen eine selbst ernannte Multikultitruppe verloren. Bericht und Bilder wurden zwar angekündigt, aber bis heute nicht geliefert.

Wirr ist das Volk.. Auch jenes, das auf der Anti-Rauchverbot-Demo heute anzutreffen war. Mir ist heute alles passiert: ich wurde beleidigt, mir wurde die Kamera vom Gesicht gerissen, ich wurde wegen meinem Presseausweis für einen Zivilpolizisten gehalten und anschließend ausgiebig fotografiert. Aus der „überparteilichen Demo“ wurde dann schlussendlich eine Veranstaltung, die einem FPÖ-Freibier Fest sehr ähnelte. Die (zwar sehr makabre) Krönung des Ganzen war der Herzinfarkt eines älteren Herren – ausgerechnet auf einer Anti-Rauchverbot-Demo. Ich hoffe allerdings, trotz aller politischer Differenzen, dass es ihm gut geht und er aufhört zu rauchen.

fasst Nathan Spasic das Ereignis zusammen, und weiter

Ich fand das Häufchen von ca. 150 (hauptsächlich betrunkenen) FPÖ-Anhänger*innen dann aber doch etwas peinlich – deshalb der Post

Ein längerer Artikel zur Demo wird angekündigt.

150? Ok, laut eigener Darstellung waren es 2.500, die eine machtvolle Demonstration gegen Blabla ablieferten, aber wer kann das schon beurteilen. heute.at hat 500 gezählt, und titelt: „Demo gescheitert“. Als ob die das beurteilen könnten 😀

Aber wo blieben die 300.000 Unterschreiber? Wo blieben die Tausenden Wirte? Wo blieben die Parteiübergreifenden Mitdemonstranten? Hat jemand Herrn Graf mitgeteilt, dass es eine Demonstration gibt?

Vielleicht sollten wir noch anmerken, dass der Starredner in seiner jüngsten Pressestunde eingestand, dass Raucher weniger lang leben. Immerhin: der erste Politiker, soweit uns das erinnerlich ist, der sich darum bemüht, dass seine Wähler und Wählerinnen früher sterben.

  • Die FPÖ ist nicht per se für einen EU-Austritt. Sonst hätte sie sich ja den EU-Wahlkampf sparen können, dem zufolge jetzt 4 Autochthone nun ihre Zeit im Ausland absitzen müssen, das sie ja eigentlich nicht so gern haben.

Nicht einmal die anderen EU-Nichtgernhaber haben sie gern, weshalb sie bislang auch keine gemeinsame Fraktion im EP zusammengebracht haben. Am Wahlabend baten sie ja noch um 2 Wochen Zeit, und dann wieder, aber das ist auch schon länger her.

Aber wenn man schon selbst nicht für den EU, so sollte man doch dem Volk die Möglichkeit geben, aus der EU auszutreten. Und so wird dieser Tage massiv ein EU-Austrittsvolksbegehren beworben, das aber wohl eher bescheiden ausfallen wird, wenn man den verfügbaren Daten glaubt:

Telefonumfragen 1995-2014, (c) ÖGfE

Telefonumfragen 1995-2014, (c) ÖGfE

Graphik beim Generalsekretär gefunden.

Man stelle sich vor, die Geisteskranken des IS Würden (sic!) keine Menschen – sondern Straßenhunde Köpfen (sic!)

Gutmenschen und andere Versager würden zum Spendenmarathon aufrufen, Sie (sic!) würden die NATO verklagen, Und (sic!) Sie (sic!) würden Konvois in die Region organisieren um Hunde zu Retten (sic!).

Gutmenschen
der verblödete Abschaum einer untergehenden Gesellschaft

Das ist sooo fies. Knapp zwei Tage, nachdem unser „Mitmirals“-Bürgermeister-Kandidat-derherzen einem verlassenen Hündchen selbstlos das Leben rettete, nur um tagsdarauf von den Titelseite zu grinsen, outet sich die Bewegungs- als Satireseite, beleidigt Hunderetter als Gutmenschen, Versager, und Abschaum, und stellt den vielleicht letzten Ritter des Abendlandes in ein Eck, wo er nicht hingehören will.

Unvergessen sein Einsatz, als er im Jahr 2011 alles daran setzte, um jeden einzelnen ukrainischen Straßenköter durchzufüttern. Auf Youtube, auf Facebook, beim ukrainischen Botschafter, im Nationalrat.

Und wozu das alles? Nur damit Kobuk ihm dann in die Hundesuppe spuckt, und die medial verbreiteten Armehuntzifotos als Fakes identifiziert? Und derstandard dahinter gleich eine Wahltaktik wittert? Und die Pedigaga Gutmenschen, Versager, und Abschaum schreibt?

Die Welt kann wirklich ungerecht sein.

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